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Bad Belzig „Südtiroler Weihnacht“ erfreut das Publikum
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig „Südtiroler Weihnacht“ erfreut das Publikum
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14:39 02.12.2018
Die Musiker der „Südtiroler Weihnacht“ gemeinsam auf der Bühne in der Bad Belziger Albert-Baur-Halle. Quelle: Andreas Koska
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Bad Belzig

Wer am späten Sonnabendnachmittag in der Albert-Baur-Halle zu den rund 350 Besuchern der „Südtiroler Weihnacht“ gehörte, konnte feststellen, dass das Fest im Grödener Tal eher besinnlich und still begangen wird. „Die Ladiner“, ein Duo, das aus Joakim Stuffer und Otto Demetzer besteht, hatte zu der Show das „Kastelruther Männerquartett“ sowie Stuffers Tochter Nicol mit nach Bad Belzig gebracht.

Wenn „Die Ladiner“ und das „Kastelruther Männerquartett“ auf der Bühne stehen, dann ist es wieder Zeit für die „Südtiroler Weihnacht“ in der Bad Belziger Albert-Baur-Halle. Am Ende hat es das Publikum nicht mehr auf seinen Stühlen gehalten.

Weihnachten nahm allerdings erst die zweite Hälfte der dreistündigen Veranstaltung ein. Im ersten Teil waren die Lieder melancholisch und führten die Zuhörer in die Heimat der sechs Männer und der jungen Frau. Die Berge, die ladinische Sprache und die Sorgen der Vergangenheit sowie der Zukunft waren die bestimmenden Themen der Lieder.

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Dabei überzeugte das „Kastelruther Männerquartett“ vor allem stimmlich. Die zwei Tenöre, Stefan Kaser und Ewald Mehlknecht, und die beiden Bässe, Robert Sattler und Josef Gruber, rissen das Bad Belziger Publikum zu Jubelstürmen hin, vor allem mit ihren a cap­pel­la-Gesängen.

Auch ernste Themen aufgegriffen

Auch „Die Ladiner“ griffen ernste Themen auf. Vielleicht auch deshalb, weil sie die Auswirkungen des Klimas auf ihre Heimat spüren und sehen, sangen sie „Die Erde hat Fieber“ – die Klimaerwärmung und als deren Folge die zurückgehenden Gletscher machen ihnen Sorgen. Anders als der amerikanische Präsident sind sie der Meinung, dass die Menschen dafür verantwortlich sind.

Als es dann doch noch weihnachtlich wurde, erfuhren die Gäste von der Existenz der ladinischen Sprache. „Einst war das Tal arm, durch den Tourismus sind wir zu einem gewissen Wohlstand gelangt, aber die Geschichte gehört zu uns“, sagte Joakim Stuffer. Und die beiden Männer sangen von dem kleinen Christus-Schnitzer, der erst dadurch dazu geworden ist, weil die Familie sich kein Geschenk leisten konnte.

Eingeschworene Fangemeinde

Vielleicht haben „Die Ladiner“ wegen ihrer Nahbarkeit eine eingeschworene Fangemeinde. Dazu gehören unter anderem Rosemarie und Karl-Heinz Lüttich aus Eberswalde. So oft es geht wohnen sie den Konzerten bei. „Ich glaube, es ist das 25. Mal in diesem Jahr“, berichtet Rosemarie.

Auch Hanna und Helmut Schladebach aus Leuna gehören zur Fangemeinde. Das Ehepaar war sogar im Südtiroler Hotel der Band. Zu dem Besuch in Norditalien und jetzt in Bad Belzig konnten sie auch Dietlind Hagenau überreden. Die Bürgermeisterin der Chemiestadt Leuna ist ebenfalls Fan. „Nach Bad Belzig komme ich gerne, denn das kenne ich seit den Kindertagen, bin in Boßdorf geboren“, berichtete die Stadtchefin.

Stehende Ovationen für alle Künstler

Sie bekennt, dass sie mit einem Freundeskreis zu dem auch Waldemar Cierpinski, der Marathon-Olympiasieger gehört, im Grödener Tal bei den Ladinern war. Als dann am Sonntag in der Bad Belziger Marienkirche für den Kreissitz gesungen wurde, hat Dietlind Hagenau gerade ihren Geburtstag im heimischen Leuna gefeiert.

Das Publikum hatte offenbar viel Freude an dem ruhigen Auftritt der beiden Männerensembles. Der Auftritt der jungen Nicol Stuffer riss dagegen einige gar zu Jubelrufen hin. Am Ende gab es dann noch mal stehende Ovationen für alle Künstler.

Von Andreas Koska