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Bad Belzig Pedalritter trotzen gemeinsam stürmischem Wind
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Pedalritter trotzen gemeinsam stürmischem Wind
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17:09 09.06.2019
150 Teilnehmer waren zu Pfingsten bei der Regine-Hildebrandt-Tour im Hohen Fläming dabei. Zwischen Werbig und Schmerwitz blies der Wind den Pedalrittern heftig entgegen. Quelle: René Gaffron
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Bad Belzig

Auf einmal war der stürmische Wind da. Zwischen Werbig und Schmerwitz blies er seitlich von vorn und mit scharfen Böen ins bunte Teilnehmerfeld der Regine-Hildebrandt-Tour. Sie erlebte so eine denkwürdige und an Episoden reiche elfte Auflage. Auf dem ersten Tagesabschnitt im tiefen Wald zwischen Bad Belzig und Verlorenwasser war davon noch nicht viel zu spüren gewesen. Wer sich beim ersten Stopp in der Gaststätte „Zur Hirschtränke“ gestärkt hatte, war freilich klar im Vorteil.

Impressionen von der 11. Auflage der Radtour durch den Hohen Fläming

Stellenweise wirbelte es den Sand von den staubigen Äckern auf die Piste. 150 Enthusiasten trotzten jedoch gemeinschaftlich den Bedingungen. Sie hatten am Sonnabend Vormittag auf dem Marktplatz der Kur- und Kreisstadt den 50-Kilometer-Rundkurs durch den Hohen Fläming in Angriff genommen.

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Lebendige Erinnerung

Günter Baaske (SPD), Wahlkreisabgeordneter im Landtag Brandenburg, widmet der „Mutter Courage des Ostens“ alljährlich zu Pfingsten das recht lebendige Gedenken. Als Sozialministerin des Landes Brandenburg hatte sie ihre Spuren hinterlassen. So ging es erneut über den Radweg nach Weitzgrund, der in den 90er-Jahren als praktische Qualifizierung von hunderten Teilnehmern eines Arbeitsbeschaffungsprojektes gepflastert worden war.

Mit auf der Runde unterwegs war einmal mehr Witwer Jörg. Er wird demnächst 80 Jahre alt. „Der Genuss war heute nicht ganz so groß. Ich musste mich sehr konzentrieren“, sagte er. Der Senior sprach einigen aus der Seele, die sich ohne Elektromotor über die Fläming-Hügel kämpften. „Ein Halt mehr, um sich zu sammeln, wäre wünschenswert gewesen“, so die Lütterin Christiane Nitz.

Ehrung der Preisträger bei der Mittagsrast im Wiesenburger Flämingstadion. Quelle: René Gaffron

Bei der Mittagspause im Wiesenburger Flämingstadion wurde wieder einmal Karl Böhm als ältester Teilnehmer geehrt. Der Dahnsdorfer zählt inzwischen 88 Lenze. Mit sieben Jahren hat Lina Baaske, Tochter des Veranstalters, die Trophäe für die jüngste Teilnehmerin geholt.

Preisträger aus der Schweiz

Die weiteste Anreise hatten ohne Frage Madeleine und Walter Weber aus Winterthur: 750 Kilometer. Das Schweizer Duo war zu Besuch in Niemegk bei Hans-Joachim Urmann und Kerstin Panzner, den Veranstaltern der Fläming-Burgen-Radtour alljährlich im Herbst. Beide Paare hatten sich im Urlaub kennen gelernt und teilen die Leidenschaft für das Radeln. „Die Berge in unserer Heimat sind etwas schwerer zu bewältigen“, sagten die Eidgenossen. Indes hatten sie viel Lob für die Organisation der Veranstaltung.

Die Abo-Siegerin dieser Kategorie, Karin Hagendorf, die aus Anlass der Tour wieder aus München in die Heimat gekommen war, ging diesmal leer aus. Außerdem war sie ohne ihre Mutter Marina allein auf dem Drahtesel unterwegs. Denn jene hat sich das Sprunggelenk gebrochen. So konnte sie deshalb nur im Rollstuhl sitzend und begleitet von Ehemann Lothar beim Mittagstreff dabei sein. Der Anglerverein „Perle des Flämings“ sorgte dort für Speis und Trank.

Kaffee und Kuchen vom „Alten Haus“ Lütte

Weil der lang ersehnte Radweg an der B 107 südlich des Bahnhofes Wiesenburg zwar schon in Bau, aber noch nicht fertig ist, ging es via Appelallee nach Jeserig/Fläming, weiter über Grubo und Bergholz zurück nach Bad Belzig. Dort hatte der Verein „Altes Haus“ Lütte die Kaffeetafel gedeckt. Die Sonne schien, der Wind hatte sich längst gelegt. Also nutzten Etta Kabelitz und Helga Bothe aus Freienthal die günstigen Bedingungen nochmal, den gastgebenden Politiker auf den nötigen Radweg-Lückenschluss an der L 85 zwischen Golzow und Brück hinzuweisen.

Von René Gaffron