Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Bad Belzig Transplantation Ende September: Lebensretter für Elaine gefunden
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Transplantation Ende September: Lebensretter für Elaine gefunden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:43 11.09.2019
Ende September beginnt die Vorbereitung auf die Stammzellentransplantation – dann muss die fünfjährige Elaine wieder in die Klinik. Quelle: privat
Bad Belzig/Borkwalde

Es ist eine freudige Nachricht: Für das an Blutkrebs erkrankte Mädchen Elaine aus Borkwalde (Potsdam-Mittelmark) wurde ein passender Stammzellenspender gefunden. In den letzten Monaten haben Familie, Freunde und fleißige Helfer Spendenaktionen organisiert und auch auf offener Straße oder im Geschäft Typisierungen vorgenommen.

„Elaine war in all der Zeit so tapfer und hat so gekämpft, dass die Erleichterung, endlich einen passenden Stammzellenspender gefunden zu haben, riesengroß ist“, sagt Maria Freystein, Leiterin der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Vereins für Knochenmark- und Stammzellenspenden (VKS), der die Familie und Freunde in den letzten Monaten bei den Typisierungsaktionen unterstützte und begleitete.

Spender und Patient bleiben geheim

Wer der Stammzellenspender von Elaine ist, bleibt geheim, da in Deutschland der Schutz der Spender und Patienten gesetzlich geregelt ist, erklärt Maria Freystein vom VKS. „Nach zwei Jahren dürfen sich Spender und Patientenpaare in Deutschland kennenlernen“, sagt die VKS-Pressestelle, die betont, dass zum jetzigen Zeitpunkt aber allein der Heilungsprozess im Vordergrund stehe.

„Das Wichtigste ist, dass Elaine die folgenden Schritte gut übersteht.“ Etwa sieben bis 14 Tage vor der Transplantation beginnt die Vorbehandlung des Patienten mit Bestrahlung und Chemotherapie, um das erkrankte Knochenmark zu zerstören. Die Blutstammzellen oder das Knochenmark des Spenders werden sofort nach der Entnahme von einem Kurier zum Patienten gebracht und wie eine Blutkonserve verabreicht, erklärt Freystein.

„Die Stammzellen siedeln sich nun in den Knochenhohlräumen an und beginnen Blutzellen zu produzieren. Nach einem Zeitraum von einer bis zu mehreren Wochen nach der Transplantation sind die neuen, gesunden Blutzellen nachweisbar.“

Wie wichtig für die fünfjährige Elaine ihr Lebensretter ist, betont der VKS: „Da Elaine bereits zum zweiten Mal erkrankt ist, war es ziemlich eindeutig, dass sie einen Spender braucht.“ Elaine gehe es im Moment sehr gut, berichtet ihre Mutter Naqya Rathod. Beide erholen sich aktuell bei einer Pflegefamilie in Freiburg nach der letzten Chemotherapie. Seit einem Monat weiß die Familie von einem möglichen Spender für Elaine.

Gute Nachricht nach einem Rückschlag

„Ich konnte es kaum glauben und habe mich riesig gefreut. Leider konnte ich keine Luftsprünge machen, weil wir kurz zuvor eine schlechte Nachricht bekommen haben. Die Diagnostik des Knochenmarkes ist wieder ein wenig schlechter geworden.“ Dennoch schaut die Familie positiv auf die bevorstehende Transplantation. „Elaine freut sich auch, dass es einen Spender für sie gibt. Natürlich versteht sie noch nicht, was das zu bedeuten hat und dass es ihr dann erst einmal wieder viel schlechter gehen wird.“

Elaine genießt den Aufenthalt in der Pflegefamilie in Freiburg. Ende September muss sie wieder in die Klinik. Quelle: privat

Viel wichtiger sei dem Mädchen im Moment, dass sie in der Pflegefamilie nach dem stressigen Klinikalltag wieder ein Gefühl von Zuhause und Geborgenheit verspürt, berichtet die Mutter weiter. „Das ist für Elaine ein riesengroßes Geschenk.“ Ab dem 24. September kommt Elaine wieder ins Krankenhaus zur sogenannten Konditionierung, das heißt zur Vorbereitung auf die Transplantation. „Dort wird Elaine zum ersten Mal bestrahlt“, berichtet die Mutter.

Das Gefühl, dass Oma Gabi Wald bei der Nachricht spürte, dass es einen Spender für ihre Enkeltochter gibt, kann sie kaum in Worte fassen. „Es war ein Aufatmen, Freude und Glück – alles in allem“, sagt die Bad Belzigerin. Doch gleichzeitig kam auch die Angst, berichtet sie. „Sagt der passende Spender auch ja?“, erklärt Wald ihre Gefühle, die auch weiterhin nach Spendern sucht. „Wir haben jedes Wochenende wo gestanden und typisiert. Das ist so drin.“

Danksagung an alle Helfer und Unterstützer

Gabi Wald weiß, dass dies alles ohne die ganzen fleißigen und engagierten Helfer nicht möglich gewesen wäre. Eine von ihnen ist Isabell Dirksen, eine enge Freundin der Familie. „Ich mache das von Herzen gern und bin dankbar für mein Leben. Es kann jeden von uns treffen. Ich wäre auch froh, wenn man so eine Unterstützung bekommt“, erklärt sie ihre Motivation. Isabell Dirksen und der Familie ist es eine Herzensangelegenheit sich bei all denjenigen, die sie in der schweren Zeit unterstützt und Trost gespendet haben, zu bedanken.

„Es ist in unserer heutigen Zeit nicht selbstverständlich, dass die Leute selbstlos helfen“, betont Dirksen. Ein ganz besonderer Dank gehe daher an Karsten, Anne, Janine, Jacqueline, die Damen vom VKS und Gabi Wald, sagt die Bad Belzigerin. „Namentlich möchte ich auch Ronny Köhler, Patrick Noelte, Daniela Wiederhold von Netzwerk Gesunde Kinder, Birgit Weigert, Ernst von Bergmann-Klinik in Bad Belzig und die Märkische Allgemeine erwähnen, die uns alle geholfen und unterstützt haben.“

Von Johanna Uminski

In der Sandberger Straße in Bad Belzig wird erneut Anlauf für ein Bauvorhaben genommen. Zehn Wohnungen sind vorgesehen. Der bisherige Eigentümer konnte seine Pläne nicht realisieren.

10.09.2019

Die heilpädagogische Frühförderung ist aus dem Arbeitsalltag der Kita „Tausendfüßler“ in Bad Belzig nicht mehr wegzudenken. Für den Erfolg sind drei Frauen verantwortlich.

10.09.2019

Der Zirkus Moreno hat In Bad Belzig seine Zelte aufgeschlagen. Fünf Vorstellungen an vier Tagen sind angekündigt. Tiere und Talente hatten schon TV-Engagements.

10.09.2019