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Bad Belzig Hilfe für Hinterbliebene: Trauercafé jetzt in neuen Räumen
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Hilfe für Hinterbliebene: Trauercafé jetzt in neuen Räumen
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11:39 27.06.2019
Simone Rackwitz ist Trauerbegleiterin und als solche ehrenamtlich für das Trauercafé „Innehalt“ tätig. Quelle: Josephine Mühln
Bad Belzig

Das Trauercafé „Innehalt“ des Ambulanten Hospiz- und Palliativdienstes Potsdam-Mittelmark findet ab sofort in den Räumen der Tagespflege des Senioren-Wohnparks im Bad Belziger Klinkengrund statt. Bislang war das Angebot an jedem vierten Montag im Monat in den Räumen des Tageshospizes des Ernst-von-Bergmann-Klinikums zu finden.

„Dort wird gerade umgebaut und wir waren auch nicht mehr glücklich mit den Räumen“, sagt Monika Alcantara vom Hospiz- und Palliativdienst. „Es war zu dunkel und für den Raum, den wir den Trauernden bieten wollten, nicht geeignet“, ergänzt Simone Rackwitz. Sie ist eine von zwei ehrenamtlichen Trauerbegleiterinnen, die das Café gestalten.

Angebot für den Austausch

„Die Räume waren eher funktional eingerichtet – und wir wollten gerne eine Art Nest haben, einen geschützten Raum, um sich öffnen zu können.“ Die neuen Räume im Senioren-Wohnpark würden nun eine gemütlichere und heimischere Atmosphäre ausstrahlen. Es gebe kleine Nischen, um sich – wenn nötig – auch mal für Zweier-Gespräche zurückziehen zu können.

Das Trauercafé ist ein offenes Angebot – deshalb variiert auch die Zahl der Gäste. „Mal kommtnur einer, mal kommen sechs oder sieben. Wir haben Menschen, die kommen über anderthalb Jahre und andere sind bereits nach einem halben Jahr wieder auf einem guten Weg“, erzählt Simone Rackwitz, die seit sechs Jahren als Trauerbegleiterin tätig ist. „Andere kommen nur ab und an, wenn sie Redebedarf haben.“

Gäste helfen sich

Seit fünf Jahren bietet das Trauercafé Hinterbliebenen die Möglichkeit, über ihren Verlust zu sprechen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Die Arbeit habe sich seit Beginn des Angebots verändert, sagt Simone Rackwitz, die hauptberuflich im Sozialdienst des Senioren-Wohnparks tätig ist. „Am Anfang hatten wir einen ganz großen Zulauf. Jetzt merkt man eher die Tendenz, dass die Leute sich scheuen, mit ihrer Trauer nach außen zu gehen und ihre Gefühle lieber mit sich ausmachen.“ Denn zu trauern sei noch immer ein Makel.

Auch sei ihr aufgefallen, dass viele Betroffene erst lange Zeit nach dem Verlust Hilfe suchten – etwa, weil die Akzeptanz der Trauergefühle im Freundeskreis nachlasse. „Aber jeder braucht seine Zeit, das hängt auch von der Persönlichkeit ab“, weiß Monika Alcantara. „Und wir haben gute Erfahrungen gemacht, dass sich die Gäste in den Gruppen untereinander helfen und stützen.“

Gemütliche Atmosphäre

Ziel sei es, eine unverfängliche und gemütliche Atmosphäre zu schaffen, eine „Willkommensatmosphäre“, wir Simone Rackwitz sagt. „Wir decken eine schöne Kaffeetafel ein und über dieses Beisammensein kommt man gut ins Gespräch.“ Es gebe auch den Gedanken, das Trauercafé alle zwei Wochen stattfinden zu lassen. Aber gerade im Sommer sei es schwierig, das zu etablieren. Weil der Zulauf jetzt generell geringer sei.

Eine stete Herausforderung sei, die Menschen dazu zu bringen, über ihren Verlust zu sprechen – und nicht alles mit sich allein auszumachen. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass gerade ältere Leute schnell vereinsamen, wenn der Ehepartner verstorben ist.“ Umso wichtiger sei es, die Menschen zu ermutigen, Angebote wie das Trauercafé wahrzunehmen.

Nächstes Café am 22. Juli

„Man muss mit seiner Trauer nicht allein sein“, sagen Monika Alcantara und Simone Rackwitz. „Es ist normal, wenn man traurig ist, das darf sein. Aber das zuzulassen ist in einer funktionierenden Gesellschaft wie unserer auch schwierig.“

Info: Das nächste Trauercafé findet am Montag, 22. Juli, statt. Beginn ist um 15.30 Uhr im Senioren-Wohnpark Bad Belzig, Hans-Marchwitza-Straße 23.

Von Josephine Mühln

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