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Bad Belzig Berliner betreibt Café auf Burg Eisenhardt
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Berliner betreibt Café auf Burg Eisenhardt
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12:24 27.08.2018
„Ich koche und backe, seit ich denken kann“, sagt Urs Bastian Kunz aus Berlin.
„Ich koche und backe, seit ich denken kann“, sagt Urs Bastian Kunz aus Berlin. Quelle: Christiane Sommer
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Bad Belzig

„Schokolade herzustellen, ist ein sinnlicher Prozess", sagt Urs Bastian Kunz. Seit acht Wochen führt er das kleine Café mit angeschlossener Chocolaterie auf der Burg Eisenhardt in Bad Belzig.

Der 48-jährige Berliner hat die Nachfolge von Ingrid Schäfer angetreten, die das Café vor fünf Jahren eröffnete und nun in den Ruhestand gewechselt ist. Er verspricht: „Ich werde es in ihrem Geist weiterführen, mit handgemachter Schokolade und selbst gebackenem Kuchen". Mittlerweile sind ihre Stammkunden zu seinen geworden und schwärmen von süßen Kompositionen, die auf der Zunge zergehen.

Während Urs Bastian Kunz die Auslagen im Café auffüllt, erzählt er aus seinem Leben. Von seiner Ausbildung zum Schauspieler, einem Jurastudium, seinem Job als Chef-Stuard bei einer großen Fluggesellschaft und von Freunden – die ihn schon lange fragten, warum er keinen eigenen Laden eröffne.

Persönlicher Geheimtipp: Aprikosen im Zartbitterkleid

Seine Leidenschaft für Torten und Schokoladen war ihnen nicht verborgen geblieben. „Ich koche und backe, seit ich denken kann", erklärt der 48-Jährige und ergänzt: „Das habe ich von meiner Mutter gelernt. Sie backt vorzüglich." Vor drei Jahren wollte Kunz mehr und widmete sich, wie die Auslagen offenbaren, erfolgreich dem Experiment Schokolade.

Neben Tafelschokoladen in verschiedenen Geschmacksrichtungen liegen Pralinen, Schokoladenfiguren und Bruchschokoladen – als Klassiker, mit Rosen-, Malven- und Kornblumenblüten dekoriert oder mit Gewürzen wie Chili und Ingwer scharf gemacht. „Im Winter wird das Angebot noch größer", kündigt der Unternehmer an. Sein ganz persönlicher Geschmacksfavorit sind fruchtige Aprikosen im Zartbitterkleid.

„Ich habe mich sofort in das Café verliebt“

Dass er Ingrid Schäfer und das kleine Café kennen lernte, ist einem Zufall zu verdanken. Bei einem Besuch in Reetz erzählte er von der Idee, vielleicht irgendwann einen kleinen Laden zu eröffnen, in dem er Kuchen und Schokoladen verkaufen könnte. In diesem Zusammenhang kam das Gespräch auf das Café im Burghof.

Eine Woche später trat Urs Bastian Kunz zum ersten mal über die Schwelle des kleinen Hauses am Fuß des Bergfrieds. „Ich hatte mich sofort in das Café verliebt", offenbart er rückblickend. Bei einer heißen Schokolade kam er mit Ingrid Schäfer ins Gespräch. Die wiederum war von seinen mitgebrachten Pralinen fasziniert. Sie verabschiedeten sich mit dem Versprechen, weiter in Kontakt zu bleiben. Kurze Zeit darauf bekam der Berliner das Angebot, den Laden zu übernehmen. Er entschied sich dafür und ist dankbar für die Chance, etwas neues ausprobieren zu können. „Man hat schließlich nur ein Leben", sagt der 48-Jährige.

Von Christiane Sommer