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Bad Belzig Vereinschef bringt jetzt Rentnern das Schießen bei
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09:24 25.11.2019
Andreas Kallähne ist Vereinsvorsitzender des Bad Belziger Jagd- und Sportschützenvereins BBJSV. Quelle: Eva Loth
Bad Belzig

Um die Vereinsarbeit zu verbessern, drückt Andreas Kallähne noch einmal die Schulbank. Der Vorsitzende des Bad Belziger Jagd- und Sportschützenvereins (BBJSV) macht gerade seine Ausbildung zum Seniorentrainer. Denn: Viele entdecken erst im höheren Alter ihre Liebe zum Schießsport. Manche seiner Vereinskollegen stehen schon kurz vor der Rente.

Vor fünf Jahren zog Kallähne der Liebe wegen von Berlin-Tempelhof nach Bad Belzig. 2018 wurde der Diplom-Verwaltungswirt zum Vorsitzenden des BBJSV gewählt. „Als ich gefragt wurde, ob ich im BBJSV mehr Verantwortung übernehmen wolle, habe ich nicht lange gezögert", sagt der 57-Jährige.

Klare Kante gegen Intoleranz

„Schießsport und die Jagd sowie alles, was damit verbunden ist, bereiten mir große Freude.“ Im BBJSV,der Jägerschaft Belzig und im Schützenkreis Potsdam-Mittelmark sei er damit in guter Gesellschaft.

"In unserem Verein - ganz im besten Sinne des Alten Fritz - kann jeder nach seiner Fasson selig werden, Frauen wie Männer", betont Kallähne. Der Verein halte die „sympathischsten preußischen Tugenden“ hoch: Toleranz, Weltoffenheit, Bescheidenheit und Bildungseifer. Gegen jegliche Form von Intoleranz zeige der BBJSV klare Kante. „Parteipolitische Zankereien sind nicht unser Ding, da stehen wir drüber“, sagt er.

Projekt für ältere Menschen

Innerhalb der Ausbildung arbeitet er derzeit an einem Projekt, das er und seine Mitstreiter im November dem Landrat vorstellen wollen. Er nennt es „Grundgesetz leben und gemeinsam Spaß haben". Dabei will er sich nicht nur auf den Vereinssport konzentrieren, sondern auch auf das soziale Leben über den Sport hinaus. „Viele ältere Menschen wollen eine anspruchsvolle Beschäftigung, dabei oft mehr auf der geistigen als auf der körperlichen Ebene“, so Kallähne.

Im Projekt geht es auch um die Bedingungen für Sportschützen im geteilten Deutschland sowie 30 Jahre nach der Wende. Die Alliierten hatten den Schießsport in West-Berlin, aus dem Kallähne selbst stammt, stark eingeschränkt.

In der DDR durfte man Schusswaffen nur unter bestimmten Voraussetzungen führen. Viele der Vereinsmitglieder sind mit der DDR-Massenorganisation Gesellschaft für Sport und Technik (GST) groß geworden und haben dort erste Erfahrungen gesammelt.

Integration durch Vereinsarbeit

„Jetzt hat jeder das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“, sagt Andreas Kallähne. Genau das will er mit seinem Projekt während seiner Ausbildung verdeutlichen. Er sieht es als generationsübergreifendes Integrationsprojekt: Die Mitglieder des Vereins kommen nämlich nicht nur aus allen Ecken Deutschlands, sondern auch aus anderen europäischen Ländern.

„Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“, ist seine Meinung. Dabei hält er es mit den Worten von Benjamin Franklin: „Tradition heißt nicht, Asche zu bewachen, sondern die Glut anzufachen".

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Von Eva Loth

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