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Bad Belzig Im Klinkengrund kümmert sich nun eine Frau
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Im Klinkengrund kümmert sich nun eine Frau
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18:34 23.04.2019
Lydia Näther folgt auf Carsten Tarrach beim Quartiersmanagement im Klinkengrund Bad Belzig. Quelle: René Gaffron
Bad Belzig

Nicht weniger als sechs Handlungsfelder haben Carsten Tarrach und Maik Wieland bestellt, damit das Wohngebiet Klinkengrund zur „Sozialen Stadt“ gedeiht. Deren Hege und Pflege geben die beiden jetzt in neue Hände.

Nach reichlich zwei Jahren scheiden die beiden aus dem Quartiersmanagement aus. Das Duo übernimmt eine neue Aufgabe beim Arbeits- und Ausbildungsförderungsverein Potsdam-Mittelmark. Das hat Geschäftsführer Johannes Blatt jetzt verkündet.

An ihre Stelle rückt ab sofort Lydia Näther. Die 52-Jährige ist ebenfalls Sozialarbeiterin und hat zuletzt Asylbewerber in Übergangswohnheimen in Brück und Beelitz-Heilstätten betreut.

In Bad Belzig ist sie vielen Leuten zudem noch als Betreiberin des Fitnesszentrums am Busbahnhof der Kur- und Kreisstadt bekannt. Bis Ende des Monats wird sie eingearbeitet und lernt schon die künftigen Herausforderungen kennen.

Baustelle hinter dem Büro

Direkt in der Nachbarschaft zum Büro befindet sich die größte sichtbare Baustelle. Dort läuft die Umgestaltung des Umfeldes der Kindertagesstätte „Tausendfüßler“. Die mit mehr als 220 Plätzen größte Einrichtung in Bad Belzig soll mehr denn je zum Zentrum der Siedlung werden.

Während im Hause zusätzliche und zeitgemäße Angebote etabliert wurden, wird etwas vom Außengelände schon bald für alle Anrainer und rund um die Uhr zur Verfügung stehen.

Treff im Zentrum vom Klinkengrund: die Umgestaltung des Außengeländes der Kita „Tauendfüßler“ wird besprochen. Quelle: Privat

Nach wie vor im Blick sind die Trinker im sogenannten Waldcafé. Ihr Treff wurde von der Bushaltestelle an der Erich-Weinert-Straße hinter das Trafo-Häuschen umgeleitet und somit nicht komplett verdrängt.

„Bei Problemen werden jeweils Fachkräfte mit eingeschaltet“, berichtet Carsten Tarach. Nach seinen Worten interessieren sich viele Kommunen in der Umgebung dafür, ob und wie das Konfliktpotenzial beherrschbar ist.

Mehr Rückhalt wünschenswert

Er habe seine Rolle dann jeweils als Moderator interpretiert. Die Lösungen wurden in sachlichen konstruktiven Gesprächen gesucht, bilanziert Carsten Tarach. „Scheues Lob oder harten Tadel für die Ergebnisse haben wir eingesteckt“, resümiert der 58-Jährige.

Zuweilen wäre seinem Bekunden zufolge noch mehr Rückhalt für Entscheidungen durch Politik und Verwaltung erstrebenswert, lautet eine Kritik.

Gleiches gilt für die illegalen Müllablagerungen, die regelmäßig für Unmut im Plattenbauviertel sorgen. Auch dabei zeigt sich Carsten Tarrach zuversichtlich, dass nach der langwierigen Analyse und mehreren Runden Tischen mit den beteiligten Wohnungs- und Entsorgungsunternehmen eine Verbesserung im Verhalten der Bürger eintreten wird.

Ein Viertel der Zeit ist um

Das Förderprogramm „Soziale Stadt“ wird ähnlich wie die Altstadtsanierung aus Mitteln des Bundes, des Landes und der Kommune gespeist.

Es läuft seit 2017 über zehn Jahre und soll die Lebensqualität im Wohngebiet verbessern.

Dabei geht es weniger um die Sanierung von Gebäuden, sondern vielmehr um eine Verbesserung der Infrastruktur und des Umfeldes.

Damit einhergehend soll das Miteinander in dem Wohngebiet gestärkt werden.

Bis zu einer Million Euro könnten zu dem Zweck bis 2026 akquiriert werden.

Gegenwärtig leben knapp 2400 Menschen in dem Bad Belziger Plattenbauviertel, das ist mehr als ein Viertel aller Einwohner der Kernstadt.

Viel Handlungsbedarf gibt es hingegen noch, was die Barrierefreiheit angeht. Dafür müsste das nächste Geld aus dem Förderprogramm akquiriert werden. In den Häusern selbst als auch im Umfeld bestehe hoher Investitionsbedarf, schätzt Carsten Tarrach ein.

Stamm an Mitwirkenden

Was die Formen der Bürgerbeteiligung angeht, so fällt sein Urteil unterschiedlich aus. „Die Leute zu mobilisieren, ist nicht einfach“, lautet die Erkenntnis der Quartiersmanager.

Dabei ist es unerheblich, ob für Workshops und Arbeitseinsätze oder für Feste und Bürgermeister-Rundgänge. Immerhin: Es gibt schon mal einen verlässlichen Stamm an Mitwirkenden.

Auf jeden Fall eine Erfolgsgeschichte ist der Stadtteiltreff „Klinke 1“ geworden. Im ehemaligen Dienstleistungszentrum geben sich die Nutzer inzwischen die Klinke in die Hand.

Mal ist es der Nachwuchs vom Kinderförderverein „Wir“, mal sind es die Senioren der Wandergruppe „Schneckenpost“, die in dem Domizil das Miteinander pflegen.

Generationsübergreifende Begegnungen sind inklusive. Das zumindest erfüllt die Ansprüche der „Sozialen Stadt“.

Von René Gaffron

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