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Bad Belzig Weil Eulen keine Ungeheuer sind
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Weil Eulen keine Ungeheuer sind
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18:45 25.06.2018
Eulen aus nächster Nähe betrachteten die Junior Ranger am Wochenende im Baitzer Camp. Foto: privat
Baitz

Als der Knecht in den Stall geht, um das Vieh zu versorgen, bekommt er einen riesigen Schreck, denn im Halbdunkel erspäht er eine große dunkle Gestalt. Als sie auch noch unbekannte Laute von sich gibt, rennt der Knecht verängstigt heraus und warnt die Hofleute vor dem Ungeheuer.

Mit dieser Szene beginnt das Theaterstück, das den Auftakt des diesjährigen Junior-Ranger-Camps in Baitz am vergangenen Wochenende einläutete. Im weiteren Verlauf des Stückes stellt sich heraus, dass das edle Geschöpf ganz und gar kein Ungeheuer, sondern eine Eule ist.

Die „Fläming Füchse“ machten am Wochenende die Wälder (un-)sicher. Sehen Sie hier die schönsten Eindrücke von Baby Schleiereulen bis Kükenfütterung.

Fläming Füchse im Camp

„Das Stück soll zum Thema hinführen, aber gleichzeitig schon die Vorurteile aufzeigen, die es gegen die vom Aussterben bedrohten Tiere gibt“, erklärt Marina Czepl, die als Mitarbeiterin der Naturwacht Brandenburg eine der Betreuerinnen im Camp ist.

Sie unterrichtet die “Fläming Füchse“ auch außerhalb der seit 2004 stattfindenden Wochenend-Camps.

Vier verschiedene Altersgruppen zu je acht Kindern treffen sich ein Mal im Monat mit Marina Czepl, um von und über die Natur zu lernen und ihr zu helfen.

So suchen die Naturfreunde etwa gemeinsam nach Wildspuren, bauen Amphibienzäune oder pflanzen Eichen.

Zeltlager aufbauen

Die Camps eigneten sich laut Czepl für die intensivere Arbeit an einem Thema. Gesagt, getan: Am Freitag starteten 27 Kinder um 16 Uhr mit einer Radtour von Raben über Bad Belzig nach Baitz.

Am Ziel warteten schon ihre Eltern, um gemeinsam mit ihnen die Zelte aufzubauen. Nach einer Stärkung vom Grill fanden sich die Junior-Ranger zu einem Planspiel zusammen. In diesem sollen sie über den Neubau eines Gesundheitszentrums auf einem Waldstück, das für diesen Zweck gerodet werden müsste, entscheiden.

„Am Sonntag spielen wir das Planspiel noch einmal durch und wollen sehen, ob sich durch das neu Dazugelernte die Meinung der Kinder geändert hat“, sagt Marina Czepl.

Bewährungsprobe

Nachdem sich die Kinder in der Nacht zum Sonnabend in ihren Zelten erholt hatten, starteten sie nach einem gemeinsamen Frühstück ihre Exkursion.

Die Gruppen besuchten mit den Naturwachtmitarbeiterinnen Marina Czepl oder Katrin Dörrwand etwa in Ziezow Familie Wernicke, die in einer Voliere Steinkäuze aufpeppelt.

Die Junior-Ranger lernten dort, dass Eulen in Gefangenschaft Beschäftigung brauchen. Deshalb sorgten sie gleich selbst für welche, indem sie die edlen Tiere spielerisch mit toten Küken fütterten.

„Das war für manche Kinder natürlich erstmal ein Schock, aber die haben sich doch recht schnell dran gewöhnt“, sagt Janek Wähnert, der seine Tochter Paikea im Camp begleitet.

Flauschige Überraschung

Auf eine andere Gruppe wartete in Damelang eine tolle Überraschung: „Wir hatten das Glück, fünf Schleiereulenbabys in der Kirche zu entdecken. Die waren so schön flauschig“, sagt Hanna Bienert. Die 16-Jährige ist schon seit 13 Jahren als Junior-Ranger aktiv.

Nisthilfenbau

Auch die Steinkauzdame Olga konnten die jungen Entdecker auf einem Steiger in Cammer bewundern.

Um die Arterhaltung der Waldohreulen und der Steinkäuze zu unterstützen, brachten Eltern und weitere Helfer auf Leitern mehrere Nisthilfen an.

„Das Warten war ein bisschen langweilig, weil wir da selbst nichts machen konnten. Aber am Schluss habe ich mich über die Nisthilfen gefreut“, sagt der zehnjährige Luca Finnklassen, der seit September 2013 die Ranger unterstützt.

Der Jugendumweltpreis ruft

Parallel zu den Exkursionen erstellten andere Gruppen Informationsplakate über die bedrohten heimischen Eulen und bastelten Eulenmodelle.

Die Müh ist nicht vergebens, denn mit einigen der erstellten Exponate werden sich die Junior-Ranger wieder für den Jugendumweltwettbewerb des Landkreises bewerben, in dem sie bereits drei Mal den ersten Platz ergattern konnten. Auch das Theaterstück über den ängstlichen Knecht werden die Kinder dort aufführen.

Viel gelernt

Am Sonntag präsentierten die fleißigen Junior-Ranger ihre Ergebnisse jedoch erst einmal ihren Eltern. Die waren stolz, ebenso Marina Czepl: „Alle haben toll mitgemacht, waren interessiert und neugierig, das ist die Hauptsache.“

Und wie hat das Naturwochenende den Kindern gefallen? „Ich fand es toll, auch mal mit den Kindern aus den anderen Gruppen was zusammen zu machen. Außerdem habe ich viel über Eulen gelernt“, lautet das Fazit der zehnjährigen Paikea.

Von Josefine Kühnel

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