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Bad Belzig Wie ein russisches Bienenfass in den Fläming kam
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Wie ein russisches Bienenfass in den Fläming kam
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14:13 21.10.2018
Yuri Shipulin mit einem Bienenfass. Quelle: Andreas Trunschke
Lütte

Yuri Shipulin ist eine Art Tausendsassa. Geboren in einem Dorf im Nordkaukasus, hat es den gelernten Holzschnitzer und Restaurator mittlerweile nach Lütte verschlagen. Dazwischen studierte, lebte und arbeitete der 51-Jährige in St. Petersburg, den USA und Berlin.

Die künstlerische Begabung hat Yuri Shipulin von den Eltern mitbekommen. Sie sind beide Lehrer, seine Mutter für Zeichnen. Noch heute zeichnet sie im Park ihres Heimatortes im Nordkaukasus und verkauft die Bilder. Ihr Sohn besuchte in St. Petersburg die – „wie man sagt“ – beste Schule Russlands für Holzschnitzerei und parallel unzählige Malkurse.

Bühnenbild in Berlin gebaut

Schließlich entdeckte ihn ein Theaterregisseur und lud ihn zur Herstellung eines Bühnenbildes nach Berlin ins Kunsthaus „Tacheles“ ein. Später ging Shipulin mit einem Architekten nach Bridgeport in die USA.

Zurück in Berlin, hatte er eine erste Ausstellung in einem Café in Prenzlauer Berg, dann eine in Bonn und „plötzlich waren es viele Ausstellungen“, sagt der Künstler. Zum Beispiel bei Rechtsanwälten in Bonn oder gleich drei in VW-Autohäusern: eine für Malerei, eine für Grafik und eine für „den Rest“, wie Shipulin sagt.

Weniger Zeit zum Malen

Als ein Auftrag beim Umbau des Bikini-Hauses am Berliner Bahnhof Zoo etwas Geld in die Kasse brachte, erfüllte sich Yuri Shipulin einen lang gehegten Wunsch: Er kaufte 2014 ein Haus in Lütte und baut es seitdem für sich und seine Frau aus. Nur seine Zeit zum Malen ist dadurch weniger geworden – zumal er im Zug zu seinen Kunden in Berlin und Potsdam mehr über Innenarchitektur grübelt, als in schnellen, treffenden Skizzen festzuhalten, was er sieht.

In Lütte habe er sich schnell eingelebt. Vor zwei Jahren stellte er in der dortigen Kirche aus und porträtierte auf Wunsch die Besucher. Am schwierigsten war für ihn, ein Kind zu zeichnen – das bis auf einen kurzen Augenblick sein Gesicht mit den Händen bedeckte. „Wie haben sie das gemacht?“, staunte anschließend der Vater.

Ein Stück Russland im Garten

Shipulins Garten erinnert an Bilder, die man von russischen Dörfern im Kopf hat. Ein wenig chaotisch, aber mit Tomaten in der Größe kleiner Kürbisse. Sein ganzer Stolz ist ein traditionelles Bienenfass. „Wie früher in Russland“, sagt er. Es erinnert an einen liegenden, hohlen Baumstamm. Munter schwirren die Bienen rein und raus. „Wir entnehmen immer nur wenig Honig und ersetzen diesen nicht durch Zuckerwasser“, berichtet der studierte Innenarchitekt sichtlich stolz: „Also alles Bio.“

Shipulins Tochter hat das künstlerische Talent geerbt und zeichnet heute Mangas. Ihr Vater möchte sein Können an andere weitergeben – und hofft darauf, recht bald einen eigenen Malkurs auf die Beine zu stellen.

Von Andreas Trunschke

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