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Potsdam-Mittelmark „Vielleicht kann ich den einen oder anderen etwas ärgern“
Lokales Potsdam-Mittelmark „Vielleicht kann ich den einen oder anderen etwas ärgern“
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08:05 25.07.2014
Eine echte Frohnatur: Oft ist die Stadtverordnete Bärbel Schüler mit ihrem grünen Fahrrad in Niemegk unterwegs.
Eine echte Frohnatur: Oft ist die Stadtverordnete Bärbel Schüler mit ihrem grünen Fahrrad in Niemegk unterwegs. Quelle: S. Specht
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Niemegk

Fünf Jahre lang war sie nur die „Quotenfrau“ in der Niemegker Stadtverordnetenversammlung (SVV). Doch nun hat sich für Bärbel Schüler einiges geändert. Seit der vorigen Kommunalwahl im Mai bildet sie mit Ines Maager im Stadtparlament die Fraktion „Unabhängige Frauen“ und ringt im Hohen Fläming bei der Wahl des Landtags Brandenburg am 14. September um das Direktmandat.
Seit 2009 saß Bärbel Schüler als Einzelkämpferin in der Niemegker SVV. Eine Zeit, die sie geprägt hat. Damals war sie zum ersten Mal angetreten, um sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Politisch noch völlig unbeleckt, wurde sie zwar von den Bürgern gewählt, musste jedoch reichlich Lehrgeld zahlen. „Die Männer haben mich nicht ernst genommen“, sagt sie heute. „Zum einen war ich als Einzelbewerberin angetreten und hatte keine Partei im Rücken und zum anderen war ich die einzige Frau. Das habe ich oft zu spüren bekommen.“ Immer wieder seien ihre Vorschläge abgetan worden, moniert Bärbel Schüler.

Da traf es sich gut, dass sie in dieser Zeit immer wieder Post von der Brandenburger Vereinigte Bürgerbewegung (BVB)/ Freie Wähler erhielt. Deren Landesvorsitzender Péter Vida fragte hartnäckig an, ob sich die Niemegkerin anschließen wolle. Irgendwann willigte Bärbel Schüler ein. „Das Programm und die Ideen haben mich überzeugt“, sagt sie. So stünde die BVB wie sie für die Stärkung der Region. Gerechtigkeit, Bürgernähe und Schutz der Heimat sind Schlagworte, mit denen sich Bärbel Schüler gut identifizieren kann. „Zudem ist die Bürgerbewegung keine Partei. Ich bin geprägt von früher, würde nie in eine Partei eintreten“, so die Politikerin.

Freie Wähler

Zu den Freien Wählern gehört auch die Borkwalder Notgemeinschaft. Die BVB/Freie Wähler hatte sie zu Jahresbeginn beim Bürgerbescheid gegen den Straßenbau unterstützt.
Nicht dazu gehört dagegen die Freie Wählergemeinschaft (FWG) Bad Belzig. Es hat bereits Auseinandersetzungen um die Namensrechte gegeben. Die BVB/Freie Wähler hatte die Freie Wählergemeinschaft aufgefordert, einen anderen Namen für die lokale Gruppe zu verwenden.
Die BVB/Freie Wähler haben die erforderliche Zahl an Unterstützungsunterschriften für die Landesliste bei der Wahl zum Landtag geschafft.

Seit die Justizvollzugsangestellte vor Jahren einen Arbeitsunfall erlitt, ist sie arbeitsunfähig und hat nun reichlich Zeit, um sich um die Belange ihrer Heimatstadt zu kümmern. „Niemegk hat so viel zu bieten“, kommt die 55-Jährige ins Schwärmen. „Wir haben Badeteiche und ein Freibad, ein eigenes Theater, Kindergarten, Schule und sogar ein bekanntes Observatorium.“ Was nun noch fehle, sei ein neues Wohngebiet. „Wir brauchen mehr junge Leute, mehr Familien in der Stadt“, fordert die Mutter einer erwachsenen Tochter und schiebt nach: „Gegen die Gebietsreform auf Kommunalebene bin ich auch. Wir brauchen keine größeren Strukturen, sondern eher kleinere. Die Menschen wollen nicht nach Teltow fahren, wenn sie ein Problem haben.“

Im Dezember des vorigen Jahres gründete Bärbel Schüler mit Heike Muschert und Jane Akipi die Ortsgruppe BVB/Freie Wähler Niemegk/Niemegker Land. Seitdem hat sie mehr Arbeit als zuvor. Sie ließ Postkarten mit ihrem Gesicht und Flyer drucken. Ihr Wahlbezirk hat sich von der Stadt Niemegk auf den Wahlkreis 18 ausgeweitet, zu dem noch die Städte Beelitz, Bad Belzig und Treuenbrietzen, das Amt Brück sowie die Gemeinden Michendorf, Seddiner See und Wiesenburg/Mark gehören. „Da will ich vor der Wahl noch meine Faltblätter verteilen“, sagt Bärbel Schüler, die sich dabei auf die Hilfe von Freunden und Bekannten verlassen kann.

Ob sie am 14. September eine Chance gegen die Platzhirsche Günter Baaske (SPD), Astrit Rabinowitsch (Die Linke) und Ludwig Burkardt (CDU) haben wird? „Wir werden sehen“, sagt sie. „Vielleicht kann ich den einen oder anderen etwas ärgern.“

Von Stefan Specht

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