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Potsdam-Mittelmark Bangen um Sabinchens Standfestigkeit
Lokales Potsdam-Mittelmark Bangen um Sabinchens Standfestigkeit
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14:44 26.03.2015
Siegmund Bölke (links) und Roland Sell (M.) wollen in Treuenbrietzen das Sabinchen auf dem Rathausbrunnen erhalten.
Siegmund Bölke (links) und Roland Sell (M.) wollen in Treuenbrietzen das Sabinchen auf dem Rathausbrunnen erhalten. Quelle: Th. Wachs
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Treuenbrietzen

Sie werden vollständig aus dem Förderfonds zur Altstadtsanierung finanziert, bekräftigte Höhne. Mit der Planung ist das örtliche Architektur- und Ingenieurbüro Siegmund Bölke und Partner beauftragt. Derzeit laufe die Ausschreibung der Arbeiten. Sie sollen nach dem Sabinchenfest im Juni starten und im Herbst abgeschlossen sein.

„Es geht vor allem um eine technische Sanierung. Ein neuer Brunnenschacht ist nötig“, kündigte Höhne an. Ziel sei es, so wenig wie möglich in den Bestand einzugreifen. „Die Form des mit Granitblöcken gefassten Brunnens wird sich kaum verändern“, so der Ressortleiter. Auch die Sabinchen-Figur auf dem Sockel sei nicht Bestandteil der Sanierung. „Wir müssen aber vorsichtig sein, dass die aus Ton gefertigte Skulptur keinen Schaden nimmt“, sagte Höhne.

Am Ende der Arbeiten könnte der Brunnen mit einem Wasserspiel und Fontänen im nur wenige Zentimeter tiefen Wasser aufwarten. „Die Idee ist, ihn nicht nur für Kinder begehbar zu machen“, so der Bauamtsleiter. Dann soll auch das leuchtende Blau der Pool-Farbe verschwinden. „Wasserspiele sind heute ohne großen Aufwand möglich“, erklärte Christoph Höhne.

Obwohl die Brunnenfigur nicht vom Sanierungskonzept berührt ist, wärmt die Nachricht von den geplanten Arbeiten bereits den vor Jahren geführten Streit um die Figur auf, die künftig den Rathausbrunnen zieren soll. Bekanntlich gibt es Beschlüsse der Stadtverordneten, wonach Sabinchen weichen sollte, sobald über Spenden gesammeltes Geld da ist. Dafür macht sich unter anderem der Heimatverein stark. Dann soll eine Kopie der einstigen Bronzestatue von Kurfürst Friedrich I. wieder auf den Sockel gehoben werden. Für deren Neuanfertigung sind rund 40.000 Euro veranschlagt.

Aus der Brunnenhistorie

Der Hohenzollernbunnen war nach Abschluss umfangreicher Erschließungsarbeiten in der Stadt und zum Jubiläum 500 Jahre Hohenzollern 1913 errichtet und am 14. Dezember geweiht worden.
In Kriegsmonaten am Jahreswechsel 1943/44 wurde die Originalfigur des Kurfürsten Friedrich I. abgenommen. Später verschwand sie vom Lagerplatz in einem Schuppen des Ratshofes.
Die Sabinchenfigur kam als Arbeit des in Treuenbrietzen geborenen Bildhauers Lothar Sell am 6. Oktober 1984 auf den 40 Jahre lang verwaisten Sockel vor dem Rathaus.

Doch ist der 2009 bekräftigte Beschluss in der Stadt umstritten. Damals hatten die Stadtverordneten nach einem Ideenwettbewerb unter Architektur-Studenten, einem Bürgerforum und einer offiziellen Umfrage unter Bürgern beschlossen, eine neue Skulptur des Kurfürsten auf den Sockel zu heben.

Im Januar 2010 hingegen lag eine Unterschriftensammlung privater Akteure für den Erhalt der Sabinchenfigur am Brunnen vor. Rund 500 Bürger unterstützten dieses Anliegen. Auch heute gebe es viele Befürworter. „Immerhin steht Sabinchen dieses Jahr genauso lange auf dem Sockel, wie einst der Kurfürst“, sagte Architekt Siegmund Bölke in der jüngsten Sitzung der Stadtverordneten. Er favorisiert daher einen Verbleib der Figur. Dafür spreche sich auch eine Interessengruppe von rund 35 Bürgern aus. Ihr gehört auch Roland Sell, der Bruder des 2009 verstorbenen Bildhauers Lothar Sell, dem Schöpfer des Sabinchens, an.

Die Gruppe möchte das Thema nochmals öffentlich in einer Einwohnerversammlung diskutiert sehen. Dafür gibt es jetzt Unterschriftenlisten. Für Sonnabend ist ein Treffen am Sabinchen-Brunnen geplant. „Wir sind dagegen, dass ein Original des einmaligen Sabinchens durch eine Kopie des Kurfürsten ersetzt werden soll“, sagte Siegmund Bölke der MAZ. „Damit würden wir die Arbeit und die Schenkung des in Treuenbrietzen geborenen Künstlers missachten“, so der Architekt.

Info

Das Treffen ist um 10 Uhr.

Von Thomas Wachs

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