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Potsdam-Mittelmark „Baracken-Klinik“ wird saniert
Lokales Potsdam-Mittelmark „Baracken-Klinik“ wird saniert
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10:27 13.02.2013
BEELITZ-HEILSTÄTTEN

. Die Recura Kliniken GmbH lässt für rund sieben Millionen Euro die denkmalgeschützten Bauten, die wie fünf gespreizte Finger in das Gelände an der Straße nach Fichtenwalde ragen, von Grund auf erneuern. Begonnen wird mit den drei mittleren Häusern.

„Hier entsteht ein moderner Klinikstandort im historischen Gewand“, sagte Recura-Geschäftsführer Dietmar Pertschy in einem Gespräch mit der MAZ. Die Gebäude werden entkernt, erhalten Elektro-, Heizungs-, Brandschutz- und Sanitäranlagen sowie eine moderne Ausstattung. Das gesamte Gelände bekommt einen neuen Schliff: Wege werden neu gestaltet, ein vernünftiger Besucherparkplatz angelegt und eine Cafeteria eröffnet. Das wilde Parken am Fahrbahnrand ist bald Geschichte. Zum Jahresende 2014 ziehen laut Pertschy die letzten Patienten aus der noch vom Gesundheitszentrum Teltow genutzten Baracke aus. Gedacht ist künftig noch an zwei Wohngruppen für Menschen mit 24-Stunden-Betreuung.

Die Backsteinhäuser waren 1942 durch den Architekten Egon Eiermann als Ausweichkrankenhaus für Potsdam errichtet worden. Von 1945 bis 1998 wurden sie als Fachklinik für Lungenkrankheiten und TBC genutzt, später als Heim für Schwerstpflege und als Recura-Akademie für Heil- und Pflegeberufe. Diese bildet jährlich bis zu 500 Menschen aus und wird weiter auf dem Gelände bleiben.

Voraussichtlich im Oktober 2013 sollen die Bauarbeiten erledigt sein. Zum Jahresende erfolgt der Umzug der Parkinsonklinik vom gegenüberliegenden Recura-Komplex am Paracelsusring in die „Deutsche Klinik“. Dort, so Pertschy, solle die Parkinsonklinik „den gleichen und noch einen besseren Standard“ vorfinden, wie sie ihn jetzt nutzt. Die Bettenzahl erhöht sich von 51 auf 63.

Zwingend nötig sind Sanierung und Umzug, weil am Paracelsusring die Bettenkapazität für die Frührehabilitation in der neurologischen Fachklinik von 86 auf 108 erhöht werden und bis zu 120 neue Arbeitsplätze entstehen sollen.

Weil die Frührehabilitation, zum Beispiel nach einem Schlaganfall, stark intensivmedizinischen Charakter hat, unterliegt sie dem Landeskrankenhausplan. Deshalb sind weitere Betten beim Gesundheitsministerium genehmigungspflichtig. Nach langer Planung und mit der Zustimmung des Ministeriums müsse begonnen werden.

Gebaut werde trotz der drohenden Errichtung eines Windparks unweit in Fichtenwalde, was Recura seit eineinhalb Jahren kritisiert (MAZ berichtete). „Die Situation ist schon sehr zwiespältig“, so der Klinik-Chef. Er sei nicht gegen erneuerbare Energien, aber er sehe sich von der Politik „im Regen stehen gelassen“. Weder Gesundheitsministerin Anita Tack noch Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (beide Die Linke) hätten sich mit den Umständen der Patienten befasst.

Auf MAZ-Nachfrage betonte ein Sprecher des Tack-Ministeriums, dass der Behörde „keine belastbaren Erkenntnisse“ in Sachen Beeinträchtigung durch Windkraftanlagen vorlägen.

Bezogen auf kranke Menschen gebe es auch keine Untersuchungen; aber schon gesunde würden in ihrem Konzentrationsvermögen durch Infraschall beeinträchtigt, so Pertschy, der sich auf Gutachten bezieht. Die Klinik fordert einen Mindestabstand von 3000 Metern zu den Windrädern. Bisherige Pläne sehen 1500 oder 2000 Meter vor.

Die Zeit drängt, denn ein Investor hat laut Bürgermeister Bernhard Knuth jetzt 15 Windräder für besagten Standort beantragt. „Wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Vernunft siegt“, so Pertschy. „Wenn nicht, werden wir alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen.“ (Von Claudia Krause)

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