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Potsdam-Mittelmark Bau von Motel und Bio-Laden abgeschmettert
Lokales Potsdam-Mittelmark Bau von Motel und Bio-Laden abgeschmettert
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13:03 24.07.2018
Zum fraglichen Gelände kann keine Abbiegespur für Linksabbieger gebaut werden. Es bestünde die Gefahr eines Rückstaus.
Zum fraglichen Gelände kann keine Abbiegespur für Linksabbieger gebaut werden. Es bestünde die Gefahr eines Rückstaus. Quelle: Andreas Koska
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Linthe

Die Gemeindevertretung Linthe hat in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig den Bau eines Motels mit angeschlossenem Café und Regional-Laden auf dem Gelände neben dem ADAC-Fahrsicherheitszentrum abgelehnt. Das Gelände war bislang von der Firma Bögl genutzt worden.

Die Pläne für das Gelände stammen von dem Unternehmer und Bio-Bauern Ralf Heinicke aus dem Raum Werder. Allerdings waren in der Sitzung weder er noch ein anderer Mitarbeiter seiner Firma anwesend. Auch vom Planungsbüro „Green Energy + House UG“ waren keine Ansprechpartner nach Linthe gekommen. Deshalb sind viele Fragen unbeantwortet geblieben.

Bau einer gesonderten Spur nicht möglich

Planerin Martina Teterra hatte in einer der vorangegangene Sitzungen mitgeteilt, dass Gespräche mit dem ADAC als direktem Nachbarn stattgefunden hätten. „Wir haben heute mit dem ADAC gesprochen – es gab bislang keine Abstimmungen“, sagte dagegen Amtsdirektor Marko Köhler.

Auch vom Landesbetrieb Straßenwesen gibt es bisher lediglich eine negative Stellungnahme. Die Einfahrt zu dem Gelände soll von der Landesstraße L 85 her erfolgen. Bislang befindet sich die Zufahrt unmittelbar hinter der Ampelkreuzung Westfalenstraße/Autobahnausfahrt. Deshalb ist dort der Bau einer gesonderten Spur für Linksabbieger nicht möglich.

Rückstau und Blockaden befürchtet

Denn diese würden den Verkehrsfluss stören, könnten zum Rückstau führen und würden möglicherweise die Kreuzung blockieren, lauten die Befürchtungen. Auch zu diesen Fragen hatten sich die Abgeordneten in der jüngsten Sitzung Antworten vom Investor erhofft – die dann allerdings nicht kamen.

Deshalb schlug Wilfried Kranepuhl vor, die Entscheidung zu vertagen. „Wir sollten unsere Meinung offen sagen und abstimmen, ob wir es wollen oder nicht.“ Katja Artz interessierten die Stellungnahmen hingegen nicht, sie drängte auf eine Entscheidung. Diese fiel dann für den Investor negativ aus. Damit ist klar, dass die Gemeinde eine notwendige Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans nicht anstreben wird.

Zu laut, um dort zu wohnen

Ralf Heinicke hatte geplant, auf dem Gelände ein kleines Motel sowie einen Laden für den Verkauf von regionalen und Bio-Produkten zu eröffnen. Außerdem wollte er auch selbst dort wohnen. Die Amtsverwaltung befürchtet jedoch, dass wohnen auf der Fläche zwischen der Autobahn und dem ADAC-Gelände nicht zulässig ist, da es dort zu laut ist. Die Grenzwerte würden dort erheblich überschritten, so die Annahme.

Von Andreas Koska