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Potsdam-Mittelmark Bauer findet Kultur in Caputh
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18:46 23.07.2013
Schnappschuss von Thomas Billhardt auf dem Campingplatz Himmelreich: Max Moor und sein Team haben am Drehtag im Vorgarten des Gastgebers die Technik aufgebaut.
Schnappschuss von Thomas Billhardt auf dem Campingplatz Himmelreich: Max Moor und sein Team haben am Drehtag im Vorgarten des Gastgebers die Technik aufgebaut. Quelle: T. BILLHARDT
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Caputh

Blauer Himmel. Sengende Sonne. Ein kühles Lüftchen weht vom Wasser herüber. Die stolze MS "Sanssouci" schlägt Wellen, auf denen sich ein Schwan wiegt. "Ist doch herrlich hier oder?" fragt Thomas Billhardt und breitet die Arme aus, als wolle er die Idylle festhalten. Der Bildreporter, der in seinen besten Zeiten mehr als die Hälfte des Jahres im Auftrag von DDR-Verlagen zu Brennpunkten in aller Welt unterwegs war und zuletzt 2012 für Unicef Kinder in Asien fotografierte, hat seiner Frau Anita einen Traum erfüllt. Gemeinsam sind sie im Himmelreich angekommen, haben sich als Dauercamper auf der Wentorfinsel eingerichtet. Sie ergatterten zufällig einen Platz in der ersten Reihe.

Mehr als 30 mal ist er umgezogen im Leben, mehr als drei Millionen Bilder umfasst sein Archiv. Tausende Negative sind in Kisten deponiert. Als einer der Ersten dokumentierte er in den 1960er Jahren den Schrecken des Vietnamkrieges und wurde mit diesen Fotos weltbekannt. Sie sind vielen DDR-Bürgern noch heute im Gedächtnis, heißt es im Klappentext für den neuen Bildband "Thomas Billhardt. Fotografie". Die erste umfassende Werkschau soll zur Leipziger Buchmesse 2014 erscheinen. Dafür hat Billhardt alle Hebel in Bewegung gesetzt. "Früher im Osten hätte ich jedes Jahr ein Buch machen können, aber da war das Papier knapp. Heute ist das Geld knapp, dafür gibt es tolle technische Möglichkeiten", sagt der Senior seufzend. Eigentlich hatte er seine Memoiren veröffentlichen wollen, das Rohmanuskript ist fertig, aber als er endlich einen Verleger hatte, fand der die Fotos viel spannender.

Ganz viele hat sich Max Moor angeschaut. "Ich glaube, er war überrascht, dass ich mir treu geblieben bin. Ich war immer auf der Suche nach Menschlichkeit", sagt Billhardt. "Das ist wie ein Virus." Seine innere Unruhe ist nicht zu übersehen. "Jedes Bild hat eine Geschichte, ich habe so viel erlebt, auch Furchtbares, und da soll ich ruhig sein?" Fest steht: Die Arbeit mit Film ist beendet, sagt er. "Da darf man nicht mit Wehmut rangehen." Die Digitalfotografie fasziniert ihn, aber er findet sie verlogen: "Es ist der Tod der Wahrheit, weil du alles retuschieren kannst." Morgen Abend wird indes alles echt sein, wenn er mit den Nachbarcampern die Sendung verfolgt.

Von Carola Hein

"Bauer sucht Kultur", 25. Juli, 22.15 Uhr, RBB; Ausstellung im Bürgerhaus Teltow, Ritterstraße 10, Vernissage 1. August, 18 Uhr

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