Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Grusel-Tourismus unerwünscht
Lokales Potsdam-Mittelmark Grusel-Tourismus unerwünscht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:30 04.01.2018
Die Heilstätten sind beliebte Ausflugsziele.  Quelle: dpa
Beelitz

 Anlässlich des bevorstehenden Kinostarts des HorrorfilmsHeilstätten“ hat die Stadt Beelitz (Potsdam-Mittelmark) vor einem neuen Grusel-Tourismus auf dem Gelände der alten Beelitzer Heilstätten gewarnt. „Wir sind heilfroh, dass der Grusel- und Partytourismus, der uns allen bis vor wenigen Jahren noch das Leben schwer gemacht hatte, durch das entschiedene Vorgehen der Polizei und die Entwicklung der Heilstätten beendet werden konnte“, betonte Bürgermeister Bernhard Knuth (parteilos) am Donnerstag in einer Mitteilung. Gruselfans, die sich nachts heimlich auf das Gelände der Beelitzer Heilstätten schleichen wollten, müssten mit Anzeigen und entsprechenden Strafen rechnen.

Die ehemalige Lungenheilanstalt Beelitz-Heilstätten versprüht bis heute einen morbiden Charme, der sowohl Horrorfans als auch Historiker auf das verfallene Gelände lockt. Ein Spaziergang durch die Ruinen.

Treffen geplant

In sozialen Netzwerken gebe es bereits Verabredungen, den Kinobesuch mit einem nächtlichen Streifzug über den vermeintlichen Drehort zu verbinden, warnte Knuth. Tatsächlich wurde der Film aber nördlich von Berlin in der Heilstätte Grabowsee bei Oranienburg gedreht. Allerdings gibt es in dem Film Verweise auf Beelitz – so auf den „Rosa Riese“ genannten Frauenmörder, der Anfang der 1990er Jahre in der Region fünf Frauen und ein Baby ermordet hatte.

Gegen eine Nutzung des, wie ein Markenname bekannten und mit dem Ort Beelitz eng verbundenen, Begriffes „Heilstätten“ kann man sich indes vor Ort kaum wehren. Es gibt in Brandenburg zahlreiche historische Heilstätten-Anlagen, so zum Beispiel in Müllrose – die Beelitzer Heilstätten gehören mit zu den größten Denkmalsensembles des Landes Brandenburg. Vor etwa zehn Jahren seien die teils verfallenen Gebäude des Anfang des 20. Jahrhunderts erbauten Sanatoriums Ziel von abenteuerlustigen Jugendlichen und Plünderern gewesen, berichtete Stadtsprecher Thomas Lähns. Heimliche Streifzüge durch die malerischen Ruinen seien gefährlich, warnte er. Einige Gruselfans hätten sich dort verletzt und ein Jugendlicher sei bei einem Sturz aus einem Fenster ums Leben gekommen.

Neue Möglichkeiten

Auf einem großen Teil des 200 Hektar großen Geländes mit 65 Gebäuden hätten Investoren inzwischen neue Möglichkeiten geschaffen, sagte Lähns. So wurde im Jahr 2015 der Baumkronenpfad eröffnet, der auch in die Landesgartenschau 2022 einbezogen werden soll. Daneben wurden Gebäude zu Wohnungen umgebaut. Auch der Landkreis plane dort einen Verwaltungssitz mit 550 Mitarbeitern, berichtete Lähns. Und auf einem Viertel des Geländes mit rund 50 Hektar solle in den kommenden zehn Jahren ein ganz neuer Stadtteil mit Wohnungen, Geschäften und sozialen Einrichtungen entstehen.

Von MAZonline

Diverse Straßenbauprojekte in Treuenbrietzen zwingen auch den Wasser- und Abwasserzweckverband „Nieplitztal“ dieses Jahr zu umfangreichen Investitionen. Angesichts von Verschiebungen und Preisexplosionen am Bau fallen die Ausgaben nun wohl deutlich höher aus, als zunächst kalkuliert.

04.01.2018

Die Angst vor dem Feuerteufel geht um in Damsdorf: Schon wieder hat es in der Göhlsdorfer Straße gebrannt und schon wieder war es vermutlich Brandstiftung. Viele Anwohner sind nun in Sorge, dass beim nächsten Feuer mehr passieren könnte. Die Polizei hat offenbar noch keine Spur.

04.01.2018

Jaroslaw K. hat 2016 einen gestohlenen Audi, mit dem er vor der Polizei geflohen war, in Lehnin (Potsdam-Mittelmark) bei einem Unfall unter Strom gesetzt. Er war gegen eine Hauswand und einen Verteilerkasten geschleudert. Als „Autodieb unter Strom“ machte er Schlagzeilen. Das Amtsgericht Brandenburg verurteilte ihn zu zwei Jahren Haft. Jetzt ist der Mann offenbar abgetaucht.

07.01.2018