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Beelitz Waldumbau: 100 Kinder pflanzen 4500 Laubbäume
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Waldumbau: 100 Kinder pflanzen 4500 Laubbäume
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20:04 21.11.2019
Pflanzten Laubbäume: Emma (10), Zuzanna (10), Annelie (10), Fiona (10), Frieda (11) und Bega (11, v.l.) aus der Fichtenwalder Grundschule. Quelle: Jens Steglich
Fichtenwalde

Eigentlich wollten die Kinder an zwei Tagen 5000 Laubbäume pflanzen. Das Ziel schafften sie fast schon am ersten Tag: 4500 Bäume setzten rund 100 Schüler aus der Fichtenwalder Grundschule am Donnerstag in einem Kiefernwald in die Erde. Damit am zweiten Tag auch noch etwas zu tun ist, besorgte der Beelitzer Stadtförster Martin Schmitt weitere 3000 Setzlinge. Sie werden am Freitag gepflanzt, wenn zu den Schülern aus Fichtenwalde auch noch Klassen aus der Beelitzer Grundschule hinzustoßen, um eine Mission zu erfüllen: Den Kiefernwald bei Fichtenwalde in einen Mischwald zu verwandeln, damit er fit für die Zukunft wird.

Ein Vater spendierte 100 größere Stieleichen

„Nur der Umbau der Kiefernmonokulturen zu robusten Mischwäldern kann verhindern, dass wir unsere Wälder verlieren“, sagt Meike Johannink von der Bürgerinitiative „Naturwald“. Das Laubbaumpflanzen ist eine Gemeinschaftsaktion der Bürgerinitiative zusammen mit der Stadt Beelitz und den Schulen und es ist in diesen Zeiten auch ein politisches Statement und ein Plädoyer dafür, wie Menschen am besten auf Klimaveränderungen, extremen Schädlingsbefall und große Waldbrände reagieren sollten, wenn sie Wälder erhalten wollen. Die kleinen Laubbäume, die jetzt unter Kiefern im kommunalen Stadtwald wachsen, hat die Stadt Beelitz finanziert. Ein Vater aus Schäpe, dessen Kind die Beelitzer Grundschule besucht, spendierte zusätzlich 100 größere Stieleichen, die am Freitag eingepflanzt werden. Beim Pflanzen halfen außerdem Mitstreiter der „Naturfreunde Brandenburg“ mit. Insgesamt werden die Kinder und ihre Helfer am Ende der Aktion am Freitag 7500 Laubbäume gepflanzt haben.

Die kleinen Laubbäume wachsen nun unter großen Kiefern. Zusammen soll aus ihnen ein gesunder Mischwald werden. Quelle: Jens Steglich

„Das ist besser als Schule“, sagt Bega (11) aus der Fichtenwalder Grundschule, die mit ihrer „Pflanzgruppe“ allein schon 100 Bäumchen in die vorher gezogenen Furchen setzte. Das Baumpflanzen „ist nützlich und gut für den Sauerstoffgehalt“, sagt sie. „Die Photosynthese hatten wir gerade in der Schule in Nawi“, erzählt Frieda (11). Nawi ist ein Unterrichtsfach und heißt ausgeschrieben: Naturwissenschaften. Kein Zweifel: Die jungen Baumpflanzer wissen, was sie tun.

Vier junge Baumpflanzerinnen aus der Klasse 6 b der Fichtenwalder Grundschule: Any (12), Josefin (11), Sarah (11) und Celina (11). Quelle: Jens Steglich

„Wir freuen uns, dass wir dem Wald nach dem großen Waldbrand helfen können“, sagt etwa Any (12), die sich wundert, „warum Fichtenwalde nicht Kiefernwalde heißt.“ Sind es doch Kiefern, die den Ort prägen. Sarah (11) aus der 6b erinnert an den verlorenen Wald an der Autobahn, der nach dem Waldbrand bei Fichtenwalde abgeholzt werden musste. Neue Bäume zu pflanzen, „ist gut für die Natur“, sagt sie.

In den Fichtenwalder Kiefernwald sind Laubbäume wie Traubeneiche, Hainbuche, Eberesche und Stieleiche gepflanzt worden. Vorher hatte der Stadtförster den Waldboden bearbeiten lassen, um Mineralboden freizulegen. Außerdem sammelt sich auch ein bisschen Wasser in den Furchen, damit die jungen Bäume für ein trockenes Frühjahr gewappnet sind.

Jedes Kind sollte in seiner Schulzeit ein Mal Bäume pflanzen

Die Pflanzaktion mit den Schulen soll keine einmalige Sache sein. „Ziel ist es, es dauerhaft zu etablieren, dass jedes Kind in seiner Schulzeit wenigstens ein Mal Bäume pflanzt und damit für die Zukunft des Waldes sorgt “, sagt Meike Johaninnk und fügt hinzu: „Damit ist auch ein Stückchen Identifikation mit der Heimat verbunden.“ Die von der Bürgerinitiative „Naturwald“ koordinierte Aktion hatte noch eine Botschaft: „Wir reden nicht nur, wir tun auch etwas“, wie Fichtenwaldes Ortsvorsteherin Petra Rimböck es ausdrückt, die der BI selbst angehört. Gegründet hatte sich die Initiative nach der heftigen Debatte, die um den Einsatz des Insektizides Karate Forst flüssig in der Region ausgebrochen war. Ein vitaler Mischwald sei viel besser gefeit gegen Schädlingsbefall. „In Kiefernmonokulturen ist auch die Waldbrandgefahr höher“, sagt Petra Rimböck.

Im Sommer ist es im Mischwald zehn Grad kühler als im Umfeld

Der Waldbrand bei Fichtenwalde im Jahr 2018 und der heftige Streit um den Insektizid-Einsatz in den Wäldern der Region, den 2019 ein Gericht stoppte, „haben die Leute aufmerksam gemacht auf die Probleme in unseren Wäldern“, sagt der Beelitzer Bodenökologe Hans-Holger Liste, ein Mitstreiter der Bürgerinitiative. „Hier gehören Mischwälder her“, sagt er und zählt Vorteile auf: Laubbäume lassen im Winter, wenn sie ihr Blätterdach abgelegt haben, mehr Regen in den Boden. Im Sommer, unterm Blätterdach, halten Mischwälder die Feuchtigkeit im Boden, weil die Verdunstungsrate geringer ist. „Im Sommer ist die Temperatur in einem Mischwald etwa zehn Grad niedriger als im Umfeld“, sagt er.

Von Jens Steglich

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