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Beelitz So viel Spargel wurde in Beelitz gestochen
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00:26 27.06.2019
Der Spargel auf einem Feld an der Beelitzer Bockwindmühle schießt bereits ins Kraut. Zu Johanni am 24. Juni endet traditionell die Spargelsaison. Quelle: dpa
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Beelitz

Die Beelitzer Spargelbauern sind mit der diesjährigen Spargelernte hochzufrieden. Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins, sprach von einer ausgesprochen guten Saison, die traditionell zum Johannistag (24. Juni) zu Ende geht. „Es gab einen frühen Erntestart und ein hervorragendes Ostergeschäft“, sagte er. Insgesamt sind etwa 11.000 Tonnen Spargel auf den Feldern rund um Beelitz geerntet worden. Das ist die Hälfte der gesamten Erntemenge im Land Brandenburg und in etwa genauso viel Spargel, wie im Jahr 2018 gestochen worden war.

Die Saison 2019 war laut Jakobs aber finanziell ein deutlich besseres Jahr für die Spargelbauern. „Sie konnten anders als 2018 Überschüsse erzielen. Für die Bauern waren es vernünftige Preise, die die Kunden auch mitgetragen haben“, sagte er. Geholfen hat eine kühle Wetterphase Ende April bis in den Mai hinein, die dafür gesorgt hat, dass es nicht zu einem Überangebot an Spargel gekommen ist wie in der Saison 2018, die Jakobs wegen der Hitze und des damaligen Preisverfalls ein Schreckensjahr nennt.

Maikälte war für die Spargelbauern ein Segen

„Für die Spargelbauern war es wirklich ein Segen, dass Ende April und Anfang Mai noch einmal Kälte kam, der Spargel Luft holen konnte und die Preise nicht eingebrochen sind“, sagte auch Bernhard Falkenthal vom Schlunkendorfer Spargelhof Märkerland. Das Kilo guter Spargel kostete laut Jakobs im Durchschnitt über die Saison hinweg 6,50 Euro. Die Schmerzgrenze für Spargelbauern ist bei Aktionsware in Supermärkten bei etwa vier Euro je Kilo erreicht, sagte er. „Das liegt dann unter den Produktionskosten.“ Weil es dieses Jahr kein Überangebot an dem Edelgemüse gab, hätten die Spargelbauern aber auch gegenüber den Handelsketten eine bessere Verhandlungsposition gehabt.

Am Trend zu einer weitergehenden Mechanisierung der Ernte hat der Spargelvereinschef seine Zweifel. „Technisch ist das schwierig. Die Spargelernte wird in Handarbeit bleiben“, sagte er. Die sehr guten Erntemaschinen, die vielleicht mit den Spargelstechern mithalten könnten, „sind so teuer, dass man sie sich nicht leisten kann für sechs Wochen Einsatz im Jahr“.

Die Zeiten des Wachstums sind vorbei

Laut Jakobs waren in den Beelitzer Region etwa 3000 Erntehelfer vorwiegend aus Osteuropa im Einsatz, im gesamten Land Brandenburg arbeiteten rund 6000 Spargelstecher auf den Feldern. Die Zeiten des stetigen Wachstums sind vorbei, sagte er. Die Spargelanbaufläche stagniere und werde wahrscheinlich auch nicht mehr ausgedehnt. „Der Markt ist gesättigt.“

Den Spargelanbau unter Folie verteidigt Jakobs als existenzerhaltend. „Ohne Folieneinsatz gibt es keinen wirtschaftlichen Spargelanbau in der Region“, sagte er. Falkenthal hat auf einer kleinen Fläche Spargel ohne Folie wachsen lassen, der allerdings schnell die Farbe weiß verloren hat, was ihn schwer verkäuflich macht. „Die große Masse der Kunden will den weißen Spargel. Wenn man ohne Folien weißen Spargel ernten will, müsste man aber drei Mal am Tag stechen. Das ist unrealistisch“, sagte Falkenthal.

Hitze bereitet den Bauern Sorgen

Sorge bereitet ihm die Hitze, die für die nächsten Tage prognostiziert wird. „Das ist grausam für uns Landwirte und die Pflanzen. Bei permanenter Sonneneinstrahlung bekommen die herausgewachsenen Spargelpflanzen Sonnenbrand“, sagte er. Zudem sei das Feuchtigkeitsdefizit aus dem Dürrejahr 2018 immer noch nicht ausgeglichen. Die kräftigen Gewittergüsse im Juni hätten es nicht geschafft, in tiefere Bodenschichten vorzudringen, sagte der Schlunkendorfer Landwirt.

Sein Blick geht schon in den Frühherbst hinein, wenn die Kartoffeln dran sind. „Sie werden jetzt unter dem Wetter leiden. Die Kartoffelpflanze mag die Hitze gar nicht“, sagte Falkenthal und fügte hinzu: „Unser Kartoffel-Event findet trotzdem auf jeden Fall statt.“

Familie Falkenthal lädt jedes Jahr im September an zwei Wochenenden zur Kartoffelselbsternte ein. Auf einem Acker bei Schlunkendorf können Menschen, die Feldarbeit nur aus Filmen oder aus Erzählungen der Großeltern kennen, für einen Tag Bauer sein und mit den eigenen Händen die Knollen aus der Erde wühlen. Die Kartoffelselbsternte bei den Falkenthals hat inzwischen Volksfestcharakter angenommen.

Von Jens Steglich

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