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Beelitz Bauern proben Aufstand zuerst im Hohen Fläming
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Bauern proben Aufstand zuerst im Hohen Fläming
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17:47 22.11.2019
Die nächste Treckerdemo wird vorbereitet. Ingo Dehne aus dem Hohen Fläming war bereits anderenorts beim Protest der Landwirte dabei. Quelle: Ingo Dehne
Fredersdorf/Brück

Die Bauern machen mobil. Denn sie wollen nicht länger die Buhmänner der Nation sein. Seit Wochen legen sie deshalb mit Traktoren-Demonstrationen die Großstädte in der Bundesrepublik lahm. Ehe am Dienstag Mittag von ihnen das Brandenburger Tor in Berlin angesteuert wird, rücken die Schlepper aus Süd- und Westdeutschland schon im Hohen Fläming an.

Jeweils rund 250 Fahrer mit ihren Schleppern werden nach MAZ-Informationen am Montagabend auf dem Fredersdorfer Hof von Familie Stockhoff sowie in der Titanenarena Brück erwartet. „Ein bayrischer Kollege, der unser Domizil vom alljährlichen Kaltblutspektakel kennt, hat den Stein dort ins Rollen gebracht“, berichtet Geschäftsführer Thomas Haselhoff von der ersten Anfrage. „Solidarität ist nicht nur ein Wort für den Berufsstand, sondern wird hier praktisch gelebt“, sagt der Landwirt. Er bietet nicht nur Quartier, sondern bereitet mit zahlreichen Partnern wie der freiwilligen Feuerwehr schon die Verpflegung vor.

Protest schon seit Wochen

An der Notwendigkeit des nicht von Verbänden, sondern den Unternehmen organisierten Protestes hegt der Brücker keinen Zweifel. „Die Wut auf die Politik ist inzwischen groß“, sagt er. Aus dem Grund kalkuliert er ein, dass beispielsweise Pendler genervt sein könnten, wenn sie am Dienstag von den Konvois auf A 2, A 9 und A 10 auf dem Weg zu ihrer Arbeit von ihm und seinen Mitstreitern gebremst werden.

Thomas Haseloff aus Brück organisiert eines der Traktoren-Lager vor den Toren von Berlin. Quelle: Ulrich Hansbuer

Die Unternehmen sehen sch wegen der aktuellen Agrarpolitik in ihrer Existenz bedroht. „Das Mercosur-Handelsabkommen gefährdet durch Billigpreise importierter Waren die Versorgung mit sicheren, qualitativ hochwertigen und geprüften Lebensmitteln aus der Region“, heißt es einerseits in einer vorab verbreiteten Erklärung. Und andererseits: „Deutsche Landwirte möchten nicht mehr beschimpft werden“. Sie fordern einen fairen Umgang und bieten Dialog mit Verbrauchern an, wie im Aufruf zur Kundgebung in der Hauptstadt zu lesen ist.

Kontroversen auch im Hohen Fläming

Zuletzt fühlten sich die Landwirte vor den Toren der Kur- und Kreisstadt von der Lokalpolitik diskriminiert. Die pauschale Forderung nach einem Pestizid-Verbot auf den städtischen Äckern hatte die Bauern auf die Barrikade gebracht. „Das ist ein echtes Novum hierzulande“, bekräftigt Ingo Dehne von der Agrargenossenschaft „Hoher Fläming“ Rädigke.

5000 Teilnehmer erwartet

Zu der Sternfahrt nach Berlin werden am Dienstag rund 5000 Traktoren erwartet. Bereits am Montag und wohl bis Mittwoch muss entsprechend auf den Zubringern mit Einschränkungen gerechnet werden.

In Folge ist landesweit mit Verkehrsbeeinträchtigungen zu rechnen, hat das Polizeipräsidium Potsdam schon mitgeteilt. Betroffen ist demnach, wegen möglicher Ableitungen die A 9 ab Anschlussstelle Klein Marzehns in Richtung Norden.

Des weiteren sind laut Polizei Einschränkungen auf der B 2 von Treuenbrietzen nach Beelitz sowie auf der B 102 zwischen Bad Belzig und Brandenburg/Havel zu erwarten.

„Ich war schon bei den Protesten in bisherigen in Berlin, Hamburg und in Bonn dabei“, erklärt er. Mit den Kollegen in Fredersdorf bereitet er nun seinen Quartiergebern aus dem Rheinland den gebührenden Empfang. Sie tanken hier buchstäblich auf. Auch wenn es nach den Protesten in Berlin wieder retour geht, sollen die Traktoristen jeweils in Brück und Fredersdorf wieder eine Rast einlegen können.

Von René Gaffron

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