Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Beelitz Vom Krankenpfleger zum Pflegedirektor
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Vom Krankenpfleger zum Pflegedirektor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:09 13.09.2019
Nico Kleine-Knefelkamp, der neue Pflegedirektor der Kliniken Beelitz GmbH, mit seiner Mutter, die diese F2-Station hier bis 1999 geleitet hat. Quelle: Jens Steglich
Beelitz-Heilstätten

Nein, ans Karrieremachen hat er nicht gedacht, als er 1999 in Beelitz-Heilstätten als Krankenpfleger begann. „Es war nie mein Ziel, Pflegedirektor zu werden“, sagt er. Jetzt ist er es doch: 20 Jahre später ist Nico Kleine-Knefelkamp, von dem hier die Rede ist, der neue Pflegedirektor der Kliniken Beelitz GmbH. Er leitet dort, am Standort in Beelitz-Heilstätten, genau den Bereich, in dem er als junger Mann seine ersten Patienten betreute. Rund 350 Mitarbeiter gehören zu seinem Team.

Angefangen hat alles freilich noch etwas früher – mit einem Praktikum in der alten „DDR-Lungenheilstätte“ Anfang der 1990er Jahre. Der gebürtige Beelitzer geht damals in die 10. Klasse und während seine Mitschüler „die Renne“, wie der lange Hauptflur der Klinik genannt wird, wischen und schrubben, darf er schon mit Patienten arbeiten. Zuhause erzählt er stolz davon und auch von seiner Idee, Krankenpfleger zu werden. Überrascht hat er damit vor allem seine Mutter, die vom Fach ist. „Ich habe vorher keinen Gedanken daran verschwendet“, sagt sie. Dass sich die Lebenswege von Mutter und Sohn später immer mal wieder auf wundersame Weise berühren, ahnt damals noch keiner.

Der Name der Mutter ist in der Pflege-Branche der Region ein Begriff

Christa Kleine-Knefelkamp, der Name der Mutter, ist in den Beelitzer Kliniken und auch in Berlin – am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) – ein Begriff. Dort macht sie 1969 ihre Ausbildung zur Krankenpflegerin.

Als der Sohn fast 30 Jahre später in ihre Fußstapfen treten will, versucht sie, „Familienklüngel“ gar nicht erst aufkommen zu lassen. Er soll ohne Hilfe seinen eigenen Weg gehen und bewirbt sich zunächst im Antonius-Krankenhaus in Berlin für eine Pfleger-Ausbildung. Dort sagt man ihm: „Wir haben nur ein Mädchen-Internat.“ Er antwortet: „Das macht nichts.“ Es ging dann aber doch nicht. So kam es, dass der Sohn wie seine Mutter im KEH ausgebildet wurde, bevor er 1999 nach Beelitz-Heilstätten auf die Station der Querschnittgelähmten kam.

Ziel: Schwer getroffenen Patienten helfen, wieder ins Leben zu finden

„Die Patienten, die wir behandeln, sind schon die Schwerstbetroffenen“, sagt der heute 40-Jährige, der über Zusatzausbildungen und Zwischenstationen etwa als Stationsleiter und als medizinischer Referent der Klinik-Leitung zum Pflegedirektor aufgestiegen ist. Das Ziel hat sich seit seinen Anfängen aber nicht geändert: In den Pflegestationen der neurologischen Klinik in Heilstätten soll zum Beispiel Schlaganfall- und Parkinson-Patienten oder Querschnittgelähmten geholfen werden, wieder ins Leben zu finden. „Wir unterstützen sie dabei, das neue, andere Leben zu meistern“, sagt Kleine-Knefelkamp. Ein großer Erfolg ist es schon, wenn ein schwer getroffener Mensch von der künstlichen Beatmung loskommt und wieder selbst Luft holen kann.

Und was will der Pflegedirektor, der das Arbeitsleben eines Krankenpflegers gut kennt, anders machen? „Ich will nicht noch einmal durchs Haus gehen und hören, die Pflege-Leitung lasse sich selten sehen“, sagt er und fügt hinzu: „Ich will näher dran sein an den Mitarbeitern, will mich regelmäßig sehen lassen und ansprechbar sein für sie.“ Damit ist er auch wieder nah bei seiner Mutter, die vor drei Jahren in Rente ging. „Es geht um den Schutz der Mitarbeiter. Die Pflegerinnen und Pfleger sollte man pflegen“, sagt sie. „Die Mitarbeiter sind Goldstaub“, sagt der Sohn, dessen größte Freude derzeit ist, „nach Hause zu kommen und meine anderthalbjährige Tochter zu sehen“.

„Das Geld stand nicht an erster Stelle“

Vor 20 Jahren hatte Christa Kleine-Knefelkamp bei einer Weiterbildung für eine Abschlussarbeit Klinik-Mitarbeiter befragt, was sie motiviert. „Das Geld stand nicht an erster Stelle. Zuerst wurden Anerkennung, Respekt und Wertschätzung für diese Arbeit genannt. Das ist das A und O“, so die Mutter. Und was sagt sie zu ihrem Sohn? „Ich bin stolz wie Bolle.“ Einen Ratschlag hat sie noch für ihn: „Bei aller Arbeit sich selbst nicht vergessen.“ Menschen, die ihre Arbeit mit Leidenschaft tun, würden Elf-Stunden-Tage gern in Kauf nehmen. „Aber das darf kein Dauerzustand sein.“ Und weil auch der Kopf Entlastung braucht, empfiehlt sie ihm noch, „das Handy einfach mal zu ignorieren“.

Von Jens Steglich

Das große Signal der Stadt Beelitz an Waldbesitzer und Waldfreunde in der Region ist erst einmal vertagt worden. Es ist aber nicht vom Tisch. Die Spargelstadt will Vorreiter sein und alle Überschüsse aus der Bewirtschaftung des Stadtwaldes in den Waldumbau investieren.

05.09.2019

Die Stadt Beelitz will am Sportgelände in der Bergstraße eine Zwei-Feld-Tennishalle bauen. Das haben die Stadtverordneten am beschlossen. Stadt und Tennisverein hoffen auf 180 000 Euro Fördermittel, um einen Teil der Baukosten zu finanzieren.

04.09.2019

Ein 78-Jährige ist beim Unfall am Montag mittag verletzt worden. Sie auf der A 9 unterwegs gewesen. Beim Abfahren kam die Seniorin von der Piste ab.

03.09.2019