Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Beelitz Waldbrandgefahr: Beelitz erneuert Schutzstreifen und baut Löschwasserbrunnen
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Waldbrandgefahr: Beelitz erneuert Schutzstreifen und baut Löschwasserbrunnen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:31 08.07.2019
Im Sommer 2018 brannte es bei Fichtenwalde: Hier Löscharbeiten im Siebenbrüderweg.
Im Sommer 2018 brannte es bei Fichtenwalde: Hier Löscharbeiten im Siebenbrüderweg. Quelle:  Feuerwehr Beelitz
Anzeige
Beelitz

Die Stadt Beelitz schöpft derzeit sämtliche Möglichkeiten aus, um der weiterhin bestehenden Waldbrandgefahr zu begegnen. Derzeit werden Waldwege ausgebaut, Schutzstreifen erneuert und kontinuierlich aufgelockert, außerdem sind bereits sämtliche Löschwasserstellen auf dem Stadtgebiet überprüft, gewartet und – wo nötig – instandgesetzt worden, sagt Stadtsprecher Thomas Lähns.

Auch die Feuerwehren in der Region haben sich organisatorisch auf die latente Gefahr eingestellt und rücken in Zukunft grundsätzlich mit den größtmöglichen Löschwasserfahrzeugen an, wenn ein Waldbrand im Bereich Fichtenwalde-Busendorf gemeldet wird, teilte er mit. „Nachdem die Landesforst unseren Antrag auf generelle Sperrung der Wälder bei Waldbrandgefahrenstufe 5 abgelehnt hat und in Anbetracht des ungehinderten Kahlfraßes des Waldes durch die Nonne müssen zumindest wir tun, was in unserer Macht steht, um die Bürger zu schützen“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth. Mit Stadtwehrführung, Kreisbrandmeister, Stadtförster und Ordnungsamt seien die Möglichkeiten der Kommune noch einmal erörtert worden.

„Es ist eine gute und konstruktive Zusammenarbeit auf dieser Ebene: Es wird nicht gefragt, was nicht geht, sondern getan, was möglich ist“, so Knuth weiter. So haben die Stadtwehren von Beelitz und Werder sowie die Feuerwehren von Borkheide, Borkwalde, Schwielowsee und Seddiner See ihre Alarm- und Ausrückeordnung aufeinander abgestimmt.

„Dass die Zusammenarbeit hervorragend funktioniert, haben wir beim Brand an der Landesstraße 90 gesehen“, sagt Stadtwehrführer Mathias Jahn. Dort war zwischen Klaistow und Glindow der Wald auf knapp zwei Hektar in Brand geraten, schnell hätte sich das Feuer weiter ausbreiten können. „Aber nach anderthalb Stunden hatten wir den Brand unter Kontrolle. Mit den Kameradinnen und Kameraden aus den Nachbarkommunen sind wir sehr gut aufgestellt“, so Jahn.

Unterdessen werden laut Lähns auch die Waldwege vor allem westlich von Fichtenwalde befestigt, damit Löschfahrzeuge künftig besser an Brandstellen herankommen. Zugleich sollen die befestigten Wege als Schutzstreifen dienen, um das Ausbreiten von Bränden zu verhindern. Insgesamt werden 18 bis 20 Kilometer Wegstrecke auf eine Breite von 3,50 Meter mit Recyclingmaterial ausgebaut, sagt Lähns.

Bereits seit Jahresanfang werden die Walbrandschutzstreifen auf Vordermann gebracht und kontinuierlich mit Traktor und Pflug freigehalten. „Bis zum vergangenen Jahr war das noch Sache des Landes gewesen, passiert ist allerdings kaum etwas“, so Ordnungsamtsleiter Bernd Rüdiger Ahlfeld. Seit diesem Jahr haben Kommunen die Möglichkeit, diese wichtigen Streifen zumindest auf ihren Flächen intakt zu halten. Auch in Sachen Löschwasserbrunnen hat sich inzwischen etwas getan: Die Stadt hat jetzt die Fördermittelzusage für die Schaffung von fünf Brunnen in und um Fichtenwalde aus Potsdam erhalten. Das Land beteiligt sich mit 100.000 Euro an den Kosten. Begonnen werden kann mit dem Bau aber frühestens in vier Wochen, denn der Auftrag muss mit entsprechenden Fristen öffentlich ausgeschrieben und vergeben werden, sagte Lähns. Die Ausschreibung des Brunnenbaus sei aber bereits erfolgt.

Die Stadt hatte bereits 2018 in Reaktion auf den Waldbrand in Fichtenwalde beschlossen, eigene Anstrengungen zu unternehmen, um waldreiche Ortsteile künftig besser zu schützen. Die Beelitzer Stadtverordneten verabschiedeten im September 2018 ein ganzes Maßnahmepaket zum präventiven Schutz vor Waldbränden.

Von MAZ-online