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Beelitz Er ist der Bud Spencer von Beelitz
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Er ist der Bud Spencer von Beelitz
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07:01 16.01.2020
Klaus-Dieter Höhne mit seiner Frau Eva-Maria und einem Bud-Spencer-T-Shirt, das er von seinem Sohn geschenkt bekommen hat. Quelle: Jens Steglich
Beelitz

Wenn die alten Filme mit Bud Spencer und Terence Hill im Fernsehen laufen, sitzt er vor dem Flimmerkasten. Klaus-Dieter Höhne war schon Fan des schlagkräftigen Duos, als er noch nicht wie Bud Spenceraussah. Obwohl: Eine gewisse Ähnlichkeit mit dem gutmütigen Riesen aus Italien, der in Italo-Westernkomödien Gegner, die es wirklich verdient haben, geräuschvoll mit den Fäusten niederstreckte, hatte der Beelitzer schon immer. Der Bart jedenfalls ist bereits in jungen Jahren sein Markenzeichen, als es Bud-Spencer-T-Shirts zumindest in der DDR noch nicht gab.

Heute bekommt er solche die T-Shirts regelmäßig geschenkt – von seinem Sohn, der auch Fan des Italieners ist, der in den 1970er und 1980er Jahren das Genre der „Hau-drauf-Komödie“ maßgeblich mit erschaffen hat. Klaus-Dieter Höhne kann getrost der Bud Spencer von Beelitz genannt werden, auch wenn er inzwischen etwas abgenommen hat. Es gibt noch einen kleinen Unterschied: „Er haut nicht zu“, sagt seine Frau. „Ja, in den Filmen knallt es oft. Es hört sich aber schlimmer an, als es ist. Es gibt keine Toten, niemand stirbt, wie in vielen anderen Filmen“, sagt der Bud Spencer von Beelitz und nimmt das Original in Schutz. Schließlich war der Schauspieler, der mit bürgerlichem Namen Carlo Pedersoli hieß, vom Gemüt her ein sanfter Riese mit einem großen Herzen, der in Filmen nur für die Gerechtigkeit zuschlug.

Er ist auch so ein Mensch mit Gerechtigkeitssinn und sozialer Ader

Klaus-Dieter Höhne ist auch so ein Mensch mit Gerechtigkeitssinn und sozialer Ader. Er half mit seinen Kollegen von der Firma Spahn zum Beispiel bei einer Aktion mit, bei der für die Beelitzer Tafel, die sich um Bedürftige kümmert, ein neues Domizil im alten Schulhaus geschaffen wurde. Auch im Freundeskreis oder in der Familie ist er zur Stelle, wenn Not am Mann ist.

Früher ist der gelernte Elektriker bei Wind und Wetter auf Strommasten geklettert, wenn die Energieversorgung in Gefahr war. Ja, es gab einst in Beelitz und Umgebung richtige Winter, in denen Freileitungen rissen, weil Eis und Schnee auf ihnen zu schwer geworden waren. Im härtesten Winter 1978/79 ist einmal sogar sein Markenzeichen in Gefahr. „Damals ist mir das erste Mal der Bart richtig eingefroren“, erzählt er. In der Kälte hätte man den Vollbart der Marke Bud Spencer wie dürres Gestrüpp mit einer Hand abknapsen können. „Es hat dermaßen gespannt im Gesicht, schön ist was anderes“, sagt er. Und was tut man da? „Man geht ins Warme und lässt den Bart langsam auftauen.“ Schließlich gehört er zu seinem Leben dazu wie seine Frau, die Kinder und Bud Spencer.

Kennengelernt haben sie sich in der Gaststätte „Juri Gagarin

Den Bart trug der heute 63-Jährige schon, als er seine Frau kennenlernte. Passiert ist das in der Gaststätte „Juri Gagarin“ im kleinen Ort Feldberg (Mecklenburg-Vorpommern). Der Beelitzer ist gerade auf Montage und im Gasthaus, das den Namen des Kosmonauten trägt, wird zur Disko geladen. „Er ist mir aufgefallen, weil er karierte Hosen mit Hosenträgern trug und einen halben Vollbart hatte“, erzählt Eva-Maria Höhne, seine Frau. Damals wissen beide noch nicht, dass sie 1977 heiraten werden. Es sieht im Gasthaus, das den Eltern von Eva-Maria Höhne gehört, auch gar nicht danach aus. „Meine Schwestern amüsierten sich über ihn. Ich wollte ihn anfangs auch nicht haben“, erzählt sie. Ihr erster Gedanke ist: „Man, wie sieht der denn aus.“ Dass sie den bärtigen Mann mit den Hosenträgern doch ganz gut findet, hat ihre Zwillingsschwester bemerkt, die später mit einem Brief aus Feldberg nach Beelitz dafür sorgt, dass sich die beiden nicht aus den Augen verlieren. Inzwischen sind sie 43 Jahre verheiratet. Was den Mann an ihrer Seite zu dem Schluss bringt: „Alles richtig gemacht.“

Sein großes Herz kommt früh ins Stottern

Sein großes Herz, das seine Frau so an ihm schätzt, kommt allerdings früh ins Stottern. Mit 43 Jahren hat er einen Herzinfarkt. Dem Tod springt er zwei Mal von der Schippe, als Notärzte ihn zurück ins Leben holen. Seither spendet er den Johannitern, deren Rettungssanitäter „immer für die Leute da sind“, jedes Jahr einen kleinen Betrag. Die Herzprobleme ziehen sich durch sein ganzes Leben. Sein Vater stirbt mit 42 Jahren an einem Herzinfarkt, der Sohn ist da gerade einmal sechs Jahre alt. Die Mutter verliert er ein paar Jahre später auch. Die Liste der frühen Verluste ist noch länger. „Von der engsten Familie lebt nur noch mein Bruder“, sagt er.

Der Bud-Spencer-Fan hat heute eine neue Familie, die gesund und munter und inzwischen ziemlich groß geworden ist. Klaus-Dieter Höhne ist dreifacher Vater und siebenfacher Opa. „Was mich froh macht, ist die Familie“, sagt er. Und die ironischen Dialoge mit seiner Frau, die sich ungefähr so anhören: „Wir sind emanzipiert. Ich gehe mit meiner Meinung zu ihr und komme mit ihrer Meinung zurück.“

Die etwas stoische Ruhe hat er ein bisschen verloren

Die etwas stoische Ruhe, die auch Bud Spencer auszeichnete, hat er aber ein bisschen verloren, sagt seine Frau. Der Beelitzer versteht gerade die Welt nicht mehr. „Es geht nur ums Geld und wir Deutschen sollen die Welt retten. Allein aber werden wir das nicht schaffen“, sagt er. „Dieser Welt fehlt Gerechtigkeit“, so der Befund des 63-Jährigen, der nach seinen massiven Herzproblemen vergeblich um eine Erwerbsminderungsrente kämpfte. „Die Rentenversicherung hat gemeint, ich könnte danach weiter sechs Stunden am Tag arbeiten. Ich bin auf Arbeit trotzdem immer wieder umgefallen.“

Inzwischen ist er Altersrentner und die Ärzte haben es geschafft, dass er wieder Rad fahren und zumindest das Familienglück genießen kann. „Das achte Enkelkind ist unterwegs“, erzählt er. Es wird Anfang Juli erwartet. Wenn alle zu Weihnachten in Beelitz mit ihren Partnern zusammenkommen, ist das Haus voll. „Wir können jetzt eine Fußballmannschaft bilden. Ich mache den Schiedsrichter.“

Vier Fäuste für ein Halleluja

Bud Spencer (1929–2016) war nicht nur Film- und Fernsehschauspieler, er war unter anderem auch Jurist, Wasserballspieler, Sänger und Schwimmer. Als erster Italiener schwamm er die 100 Meter Freistil unter einer Minute und gewann zehn Jahre in Folge in verschiedenen Schwimmdisziplinen die italienischen Meisterschaften.

Berühmt wurde er hierzulande als Schauspieler in den Western-Komödien an der Seite von Terence Hill. Das schlagkräftige Duo hatte auch in der DDR viele Fans. Die Kinos waren voll, als zum Beispiel der Film „Vier Fäuste für ein Halleluja“ (1971) gespielt wurde. Die „Hau-drauf-Komödien“ machten das Duo weltbekannt. Berühmt sind der „Dampfhammer“ und die beidseitigen Doppelbackpfeifen, mit denen die Gegner niedergestreckt wurden.

Von Jens Steglich

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