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Beelitz Die Pylonen kehren aufs Dach des einstigen Verlagshauses zurück
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Die Pylonen kehren aufs Dach des einstigen Verlagshauses zurück
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14:56 26.02.2020
Da waren die Pylonen noch drauf: Historische Ansicht des Hauses. Quelle: Privat
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Beelitz

Der Beelitzer Albert Schubert bewahrte 1981 zwei historische Schmuckelemente des früheren Verlagshauses in der Poststraße 19 vor der Entsorgung. Jetzt gibt er die steinernen Teile der Stadt Beelitz zurück und ermöglicht damit eine Sanierung des Hauses nach historischem Vorbild.

Der Maurer gehörte damals zu einem Bautrupp, der das Stadthaus in der Poststraße 19 nach langem Leerstand wieder bewohnbar machen sollte. Aus Kostengründen wurde die historische Außenhülle nicht rekonstruiert, sondern abgetragen und durch Rauputz ersetzt, anstelle des Satteldaches kam ein flacheres auf den Bau. „50 000 Mark, mehr durfte es nicht kosten“, erinnert er sich. Zu den Schmuckelementen, die weichen mussten, gehörten auch zwei steinerne Pylonen auf der Gaube im Dachgeschoss. „Fast hätten wir die einfach runtergeworfen – aber dann habe ich gesagt: Nein, ich nehme die mit.“

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Fast 40 Jahre überdauerten die Blickfänge in der Garage

Knapp 40 Jahre haben die gut einen Zentner schweren Blickfänger in der Garage von Familie Schubert überdauert. Auf die Pfeiler an der Hofeinfahrt wollten sie damals nicht so richtig passen und in der Sitzecke hinter dem Haus wirkten sie nicht so dekorativ, wie Herr Schubert es sich vorgestellt hatte. „Und so standen sie immer in der Ecke, dienten hin und wieder als Ablage“, berichtet der 80-Jährige.

Der Beelitzer Albert Schubert mit den historischen Schmuckelementen, die nun auf das Dach des früheren Verlagshauses in der Poststraße 19 zurückkehren werden. Quelle: Thomas Lähns

Nun gelangen die beiden Pylonen, die von ihrer Form her an Bauernfiguren eines Schachspiels erinnern, an ihren Ursprungsort zurück. Denn zurzeit wird wieder gebaut an dem Haus im Herzen der Beelitzer Altstadt, in dem ab 1891 der Kliemchen-Verlag sein Domizil hatte. „Robert Kliemchen hatte unter anderem die Beelitzer Zeitung herausgegeben, die bis in die 1930er Jahre in Beelitz und weit darüber hinaus erschien“, sagte Stadtsprecher Thomas Lähns. Nachdem das Gebäude Anfang der 1980er im Auftrag der Beelitzer Geflügel- und Schafproduktion als Mitarbeiterwohnung hergerichtet wurde, stand es in den letzten Jahren komplett leer. „Die Stadt lässt es nun sanieren und schafft eine Gewerbefläche im Erd- und zwei kleinere Wohnungen in den Obergeschossen. Und dieses Mal soll das Haus auch sein historisches Gesicht zurückerhalten“, sagte Lähns.

Jetzt ist eine Haussanierung nach historischem Vorbild möglich

„Dass das möglich wird, ist den Pylonen von Albert Schubert zu verdanken: Die Untere Denkmalbehörde hatte einer originalgetreuen Rekonstruktion nämlich zunächst eine Absage erteilt.“ Erst jetzt, da die ursprünglichen Schmuckelemente aufgetaucht sind, gebe es grünes Licht aus Bad Belzig. „Es ist also gleich in mehrfacher Hinsicht ein Glücksfall für unsere Stadt“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth. Er hatte erfahren, dass bei Albert Schubert die beiden historischen Pylonen lagern und ihn darauf angesprochen. „Es zeigt, wie eng manch ein Bürger mit unserer Stadt verbunden ist. Ich bin Herrn Schubert sehr dankbar – weil er die Pylonen gerettet hat und weil er sie nun auch für die Rekonstruktion zur Verfügung stellt.“

Von MAZ-online