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Beelitz Erpresser fordern halbe Million Euro von Beelitzer Dosenfabrik
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Erpresser fordern halbe Million Euro von Beelitzer Dosenfabrik
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17:36 30.10.2019
Das Beelitzer Werk der Firma Struik Foods, das Ende des Jahres schließt. Vergangene Woche soll das Erpresserschreiben dort per Postkarte eingegangen sein. Quelle: Friedrich Bungert
Beelitz

Die Beelitzer Dosensuppen-Fabrik, die Ende des Jahres schließen soll, wird erpresst. Wie die Potsdamer Staatsanwaltschaft am Mittwoch bestätigte, ist eine Postkarte mit einer Geldforderung bereits in der vergangenen Woche in dem Betrieb in der Clara-Zetkin-Straße eingegangen. Zuerst hatte die „Bild“ darüber berichtet.

Behörden gehen momentan nicht von einer konkreten Gefahr aus

Der oder die unbekannte(n) Erpresser fordern 500.000 Euro und drohen mit einer Briefbombe, sollte das Geld nicht gezahlt werden. „Momentan haben wir aber keine Anhaltspunkte für eine konkrete Gefahr“, sagte Dorina Dubrau, Sprecherin der Potsdamer Staatsanwaltschaft, der MAZ.

In den Ermittlungsbehörden wird die Ernsthaftigkeit des Erpresserschreibens angezweifelt. „Es fehlt jede konkrete Angabe, was der Erpresste genau tun soll“, sagte die Sprecherin. So sei zum Beispiel keine Frist gesetzt worden und es gebe auch keine Angaben dazu, wie eine Geldübergabe erfolgen soll. Mehr könne sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen.

Erpresserschreiben stammt nicht aus der Region

Die Potsdamer Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Die Akten zu dem Fall sind von der Polizei an die Staatsanwaltschaft übersandt worden, lagen dort am Mittwoch aber noch nicht vor. Das Erpresserschreiben stammt offenbar nicht aus der Region. Es soll in Hannover aufgegeben worden sein. Dem Vernehmen nach war das am Poststempel erkennbar.

Wie berichtet, will Struik Foods sein Werk in Beelitz zum Jahresende schließen. Betroffen sind insgesamt 45 Mitarbeiter, die bereits ihre Kündigungen erhalten haben. Im Beelitzer Betrieb werden Suppen der Traditionsmarke Sonnen Bassermann hergestellt. Die Produktion wurde bereits heruntergefahren, derzeit sollen noch 18 Mitarbeiter im Einschichtsystem arbeiten, die täglich 50.000 bis 60.000 Dosen mit Suppen und Eintöpfen abfüllen.

Als Grund für die Schließung der Beelitzer Fabrik wurde die Umstrukturierung innerhalb des Unternehmens genannt. Die Produktion soll in den Niederlanden konzentriert werden, um Kosten zu sparen, hieß es. Der Standort in Beelitz hat eine lange Tradition, die bis in die 1930er Jahre zurückreicht. Zu DDR-Zeiten wurde dort Kindernahrung hergestellt. Damals hieß der Betrieb Bekina – eine Abkürzung, die für Beelitzer Kindernahrung stand.

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