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Beelitz Pfötchenhotel wird spirituelles Zentrum
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Pfötchenhotel wird spirituelles Zentrum
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06:06 10.07.2019
Bauvorbereitende Arbeiten haben auf dem Areal des früheren Pfötchenhotels in Beelitz-Schönefeld bereits begonnen. Entstehen soll ein  Zentrum für Gesundheit und spirituelle Bildung. Quelle: Privat
Beelitz-Schönefeld

Das frühere Pfötchenhotel in Beelitz-Schönefeld, das der Landkreis zwischendurch auch als Flüchtlingsunterkunft nutzte, hat einen neuen Eigentümer. Käufer ist die Lotuslicht-Stiftung, die das Anwesen mit einer Fläche von 84 Hektar für 2,5 Millionen Euro erworben hat und auf dem Gelände ein Internationales Zentrum für Gesundheit und spirituelle Bildung plant. Der Komplex, zu dem acht Gebäude gehören, soll schrittweise in mehreren Abschnitten umgebaut und saniert werden, „sonst ist es finanziell nicht stemmbar“, sagte Georg Kerschl, Mitglied im Vorstand und Generalsekretär der Stiftung.

Pressesprecherin Paula Seifert spricht von einem „neuen spirituellen Seminar-, Bildungs- und Lebenszentrum, das für alle Menschen angelegt ist, unabhängig von Herkunft, Religion und Alter“.

Bisheriges Zentrum in Nossen zu klein

Die bisherige Seminarstätte in Nossen bei Dresden will die Stiftung, die ihren Sitz in Berlin hat, voraussichtlich aufgeben, „um die Finanzierung am neuen Standort bewältigen zu können“, sagte Kerschl. Das Zentrum in Nossen sei inzwischen zu klein und von der infrastrukturellen Lage nicht mit Beelitz-Schönefeld vergleichbar. Diesen Standort habe man gewählt wegen seiner Natur-Lage und der Nähe zu Potsdam und Berlin und zum künftigen Flughafen in Berlin-Schönefeld.

Im kleinen Beelitzer Schönefeld soll in einer ersten Bauphase ein Haus mit zwei Nebengebäuden zu einer Seminarstätte mit Unterkünften für Seminarteilnehmer ausgebaut werden. Ziel sei es, noch in diesem Jahr den Seminarbetrieb mit einer Kapazität für etwa 100 Teilnehmer aufzunehmen. In einem Teil dieses Gebäudes, in dem sich früher eine Sporthalle befand, soll ein großer Seminarraum entstehen, im anderen Gebäudeteil ein kleiner.

Sowohl im westlichen als auch im östlich gelegenen Nebengebäude sollen zudem Unterkünfte mit behindertengerechten Sanitärräumen eingerichtet werden. „Dort wollen wir auch die Dachgeschosse für preiswertere Unterkünfte ausbauen“, sagte Kerschl.

Die Dächer sind eine finanzielle Herausforderung, sagte Georg Kerschl. Die Dachstühle in drei Gebäuden müssen erneuert werden. Das habe sich erst nach dem Kauf gezeigt. Quelle: privat

Im Erdgeschoss ist für den Start des Seminarbetriebs ein Speisesaal geplant, der später umfunktioniert werden soll in ein Tee- und Café-Haus, sobald der bisherige Speisesaal mit Küche modernisiert ist. „Das Hauptgebäude soll in einer zweiten Phase 2020 in Angriff genommen werden. Der bisherige Speisesaal dort kann deshalb erst später in Betrieb gehen“, erklärte Kerschl, der betonte, dass dies vorbehaltlich der Baugenehmigung und der Zustimmung der Denkmalbehörde gelte. Der Bauantrag sei bereits gestellt. Teile der Gebäude, die einst zur Funkstation gehörten, die 1928 am Standort in Beelitz-Schönefeld aufgebaut wurde, um Telegramme und Funkgespräche auch aus Übersee zu übertragen und zu empfangen, stehen unter Denkmalschutz.

Das Anwesen liegt zudem im Naturschutzgebiet. Es sind hier Arten- und Naturschutzbelange zu beachten. Kerschl rechnet deshalb damit, dass das Genehmigungsverfahren relativ lange dauern werde. Im Moment können bauvorbereitende Arbeiten durchgeführt werden, die mit dem Denkmalschutz abgestimmt sind, sagte er. Das Anwesen soll naturnah gestaltet werden, so Kerschl. Geplant sei, die bisherige Kleinkläranlage durch eine Pflanzenkläranlage zu ersetzen und Photovoltaikanlagen einzusetzen. Ein umzäuntes Areal, das in Zeiten des Tierhotelbetriebs als Auslauffläche für Hunde diente, wird der Natur zurückgegeben.

Wei Ling Yi, Gründer der Stiftung und des Zentrums, bei einer ersten Begehung in Beelitz-Schönefeld. Quelle: Privat

Mit dem Kauf des ehemaligen Pfötchenhotels, das im Sommer 2014 Insolvenz anmelden musste, hat die Lotuslicht-Stiftung auch gut 30 Hektar Wald und mehr als 40 Hektar Äcker und Wiesen erworben. „Wir wollen den Wald naturnah belassen und zugleich bewirtschaften“, sagte Kerschl. Holz aus dem eigenen Wald soll für die Hackschnitzel-Heizung verwendet werden, die das Anwesen künftig mit Wärme versorgen und die bisherige Ölheizung ersetzen soll.

Auf einigen Flächen ist Öko-Landbau geplant

Perspektivisch wollen die neuen Eigentümer einige Flächen nutzen, „um ökologischen Landbau zu betreiben und sich zum Teil selbst zu versorgen“. Angedacht sei der Anbau von Gemüse. Ein Schwerpunkt des inhaltlichen Angebots „sind die drei Mal im Jahr stattfindenden Intensivseminare für Krebsbetroffene zur Stabilisierung und zum Aufbau der Lebenskraft“, so Stiftungs- und Zentrumsgründer Wei Ling Yi. „Das generationenübergreifende Zentrum soll perspektivisch auch als Rückzugsort von Menschen genutzt werden können, die jenseits der Turbulenzen unserer Zeit in der Stille innere Balance wiedererlangen und neue physische und mentale Kraft aufbauen wollen“, sagte er.

Funkempfangsstation und Flüchtlingsunterkunft

Auf dem Gelände in Schönefeld, ein Gemeindeteil von Beelitz, befand sich ursprünglich ab 1928 eine Funkempfangsstelle. Übertragen und empfangen wurden Telegramme und Funkgespräche zwischen Deutschland und dem Ausland.

Das Pfötchenhotel eröffnete 2003, dessen Betreiber musste im Sommer 2014 Insolvenz anmelden. Danach wurde es 2016 ein knappes Jahr als Flüchtlingsunterkunft genutzt.

Die Lotuslicht-Stiftung erwarb dass Anwesen im Oktober 2018. Gründer der Stiftung und des Zentrums ist Wei Ling Yi. „Er lehrt, den Menschen ganzheitlich zu sehen und Körper, Herz und Seele in Einklang zu bringen“, sagt Paula Seifert von der Stiftung.

Von Jens Steglich

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