Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Beelitz Gebührenerlass für Jäger verlängert
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Gebührenerlass für Jäger verlängert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:39 10.12.2019
Der Abschuss von Wildschweinen – hier bei Stahnsdorf – soll gefördert werden. Quelle: Friedrich Bungert
Bad Belzig

Die Trichinenuntersuchung für Schwarzwild aller Altersklassen, das in Potsdam-Mittelmark erlegt wurde, bleibt kostenfrei. Für die Jäger bedeutet das laut Gebührenverordnung des Landes Brandenburg pro Fall eine Ersparnis von 6,50 beziehungsweise 10 Euro.

Der weiteren Kostenübernahme hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung zugestimmt. Der Etat wird dadurch wohl mit rund 30.000 bis 40.000 Euro pro Jahr belastet. Dennoch hat der Antrag der CDU-Fraktion eine breite Mehrheit gefunden. Kritische Töne kamen einzig von Bündnis 90/Die Grünen.

Tierhalter sind in Sorge

Mit der weiteren Subvention soll ein Beitrag zur Motivation der Jäger im Sinne Seuchenprävention geleistet werden, heißt es. Denn schließlich droht der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest auch hierzulande mehr denn je. Dann wären nicht nur Wild-, sondern auch Hausschweinbestände betroffen, weshalb die Besitzer bereits in großer Sorge sind, wie beispielsweise Bauernverbandschef Jens Schreinicke (CDU) argumentierte.

Die 2016 und 2018 verabschiedeten Beschlüsse auf Gebührenerlass für die Weidmänner waren teils auf Altersklassen der Tiere begrenzt und bis zum Ende dieses Jahres befristet. Nun gilt die Regelung bis Ende 2021 weiter. „Damit soll für die Jäger ein Anreiz für die Ausdünnung der Wildschweinpopulation geschaffen werden“, hofft CDU-Fraktionschef Martin Szymczak.

Schwarzwild noch zu selten gestreckt

Das gelingt bisher nur mittelbar, wie Klaudia Kimpfel (AfD) kritisch anmerkte. Laut Statistik der unteren Jagdbehörde wurden 2016/17 rund 6100, 2017/18 dann 8700 sowie 2018/19 nur 6600 Wildschweine erlegt.

Die Schwarzwildbestände zwischen Havel und Fläming wachsen rasant. Quelle: dpa

„Es sind die Menschen, die mit kontaminierten Lebensmitteln maßgeblich zur Verbreitung der Krankheit beitragen“, sagte indes Maren Abt. Die Michendorfer Veterinärin gehört der bündnisgrünen Fraktion an. Wie auch Georg Hartmann, der dem Antrag ebenfalls nicht folgen wollte. „Mit dem Abschuss der Tiere wird das Pferd von hinten aufgezäumt“, erklärte er.

Vermarktung nicht rentabel

Die anderen Abgeordneten waren wohl einig darüber, dass von zu großen Rotten eine größere Gefahr ausgeht. Prophylaktisch müssten Keiler, Bachen und Frischlinge deshalb häufiger abgeschossen werden. Da dies aber nicht auf behördliche Anordnung durchzusetzen sei, sollen die Weidmänner und -frauen hierzulande zumindest nicht noch zur Kasse gebeten werden. Denn die Vermarktung sei angesichts des Überangebotes und des Aufwandes für die Hubertusjünger alles andere als rentabel, sagte Landwirt Wolfgard Preuß.

Von René Gaffron

Bauen soll schneller gehen, Genehmigungen rascher erteilt werden – so gängige Forderungen. Eine Möglichkeit dafür ist das beschleunigte Bebauungsplanverfahren. Doch wird es in Beelitz gerade missbraucht?

10.12.2019

Die Möglichkeiten zur Digitalisierung der Parlamentsarbeit im Kreistag Potsdam-Mittelmark wird geprüft. Auch die Live-Übertragung von Sitzungen wird erwogen. Die Bündnisgrünen haben Bedenken.

09.12.2019

Skispringen in Geltow und Hochwasser an der Havel? Ja, beides gab es schon einmal, wie es jetzt im neuen Heimatkalender für Potsdam-Mittelmark nachzulesen ist. Er hat 22 Geschichten und einige Überraschungen zu bieten.

05.12.2019