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Beelitz Kunst und Kaufhaus an der B 2
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Kunst und Kaufhaus an der B 2
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00:24 18.05.2019
Frank Schnürpel vor einem der Motive, mit denen die Ruine der früheren Autowerkstatt verschönert wurde. Er will in der Halle, wo früher Teppich-Fuchs drin war, ein Gebrauchtwaren-Kaufhaus eröffnen. Quelle: Jens Steglich
Beelitz

Das Beelitzer Gewerbegebiet Süd erfährt nach dem Aderlass der vergangenen Jahre eine bemerkenswerte Neuausrichtung. Es soll ein „Mischgebiet“ im wahrsten Sinne des Wortes werden, ein Gelände, auf dem neben dem Gewerbe die Kunst ihren Platz findet und beide zusammen Leute aus Nah und Fern anlocken. Diesen Ort, der für Geschäftsleute, Kunden und Kunstfreunde gleichermaßen etwas zu bieten hat, will Robert Wedler kreieren. Der 26-Jährige hat dieses Jahr die Verantwortung über das Familiengeschäft übernommen und ist Inhaber des Gewerbegebietes Süd an der Bundesstraße 2.

„Es soll spannend werden. Wir wollen hier etwas erschaffen, was die Beelitzer wieder glücklich macht“, sagt Wedler. Neben dem bereits etablierten Gewerbe öffnet in etwa acht Wochen ein Schüttguthandel für den privaten Bedarf und im Sommer will der Beelitzer Frank Schnürpel sein Gebrauchtwaren-Kaufhaus eröffnen,„das es so in der Region noch nicht gibt“. Das Gebrauchtwaren-Kaufhaus mit Streichelzoo wird derzeit in der Halle eingerichtet, in der früher die Firma Teppich-Fuchs Kunden empfing. Der Streichelzoo ist für Kinder, die mit ihren Eltern oder Großeltern herkommen und ein bisschen Abwechslung brauchen, sagt der künftige Kaufhaus-Betreiber.

Pause: Einige der Streetart-Künstler, die die Wände der früheren Autowerkstatt verschönerten, zusammen mit Robert Wedler (4.v.l.), dem Inhaber des Gewerbegebietes Beelitz Süd. Quelle: Privat

Das private Beelitzer Gewerbegebiet soll auch ein Platz für Flohmärkte, kleine Konzerte und Ausstellungen werden, sagt Robert Wedler.

Für Freunde der Straßenkunst gibt es schon jetzt etwas zu sehen. Berliner Streetart- und Urban-Künstler haben eine Einladung Wedlers dankend angenommen, große Wände im Gewerbegebiet zu bemalen. Genau genommen haben sie eine Brandruine in ein motivreiches Kunstwerk verwandelt. Die Außenwände der Autowerkstatt, die 2017 einem Brand zum Opfer gefallen war, haben junge Leute neu gestaltet, „die in der Szene europaweit bekannt sind“, sagt Wedler.

Das Bild von Riser 61, einem Streetart-Künstler aus Griechenland, der eine Innenwand der abgebrannten Autowerkstatt gestaltete. Quelle: Jens Steglich

Die Künstler mit der Spraydose nennen lieber ihre Instagram-Namen. Riser 61, Base 23, Boa_one, Gomez_one_81 und Schnu schufen fünf Motive an den Wänden der früheren Werkstatt. Wedler spricht von einer „temporären Verschönerung, bis der Wiederaufbau des Gebäudes beginnt“. Auf die Idee dazu ist er bei einer Ausstellung des Projektes „Wandelism“ in Berlin gekommen. „Bei ’Wandelism’ geht es um Wandel und Zwischennutzung“, sagt Schnu. Es sollen Künstler und Leute, die Immobilien haben, zusammengebracht werden, „um die Immobilien temporär zu verschönern“, so Schnu. „Beide Seiten haben etwas davon“, sagt er und erzählt vom Einsatz im Beelitzer Gewerbegebiet: „Er hat eine abgebrannte Halle dort stehen und Künstler machen daraus coole Kunstwerke.“

Ohne Höhenangst: Einer der Streetart-Künstler auf einer Wand der früheren Autowerkstatt, von der nach einem Brand im Jahr 2017 nur die Außenwände übrig geblieben sind. Quelle: privat

Ein langes Wochenende haben sie auf Gerüsten gestanden und fast alle konnten ihr bisher größtes Werk malen, sagt Schnu und fügt hinzu: „Die Chance hat man nicht so oft, weiße, jungfräuliche Wände zu gestalten.“ In eines der Wandmotive haben sie ein Auto mit eingebaut, das seit Monaten dort herrenlos herumstand. „Es gab schon erste Anfragen, es zu kaufen. Es sieht jetzt viel schöner aus als vorher“, sagt Robert Wedler, der Gewerbepark-Inhaber. Die Malereien an den Wänden bleiben, bis klar ist, was an der Stelle der abgebrannten Autowerkstatt entstehen soll und der Wiederaufbau startet.

Dauerhaftere Kunst soll an den Gebäuden entstehen, die von der B 2 aus gut sichtbar sind. An diesen Häusern eröffnen sich für Streetart-Künstler in der nächsten Zeit ganz neue Felder, um graue Wände zu verschönern. „Leute, die zu uns kommen, sollen sich Kunst auf großen Flächen ansehen können“, sagt Wedler. Die Kunst sei Teil der Neuausrichtung des Gewerbegebietes. „Es ist ein Statement, dass hier ein Wandel passiert“, sagt er.

Teil des Wandels ist auch Frank Schnürpel, der in seinem geplanten Gebrauchtwaren-Kaufhaus Bekleidung, Accessoires, Antiquitäten, Möbel, Porzellan, Gemälde oder Bücher anbieten will. „Es ist ein Sortiment aus gepflegten Nachlässen“, sagt er. Wo es keine Erben gibt oder die Erben den Nachlass nicht wollen, kommt er ins Spiel. Der Beelitzer räumt Wohnungen, ist dafür auch in Hamburg und Berlin unterwegs. Er sammelt die schönen Dinge ein, bevor sie verloren gehen. Im Gebrauchtwaren-Kaufhaus werden die Besucher zum Beispiel mehr als 1000 Schallplatten finden, sagt er.

Von Jens Steglich

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