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Beelitz Nabu will Insektizid-Einsatz juristisch verhindern
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Nabu will Insektizid-Einsatz juristisch verhindern
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22:03 06.05.2019
Gegen den Insektizid-Einsatz gibt es breiten Widerstand in der Region. Im Bild ist eine Protestdemonstration in Fichtenwalde zu sehen. Quelle: Jens Steglich
Beelitz

Um den Insektizid-Einsatz in Wäldern der Region bahnt sich jetzt auch eine juristische Auseinandersetzung an. Der Naturschutzbund (Nabu) hat gegen die Einsatz-Genehmigung durch das Landesamt für ländliche Entwicklung in Frankfurt/Oder Widerspruch eingelegt und damit die Sprühaktion vorerst gestoppt, wie Nabu-Landesvorsitzender Friedhelm Schmitz-Jersch bestätigte. Der Widerspruch hat aufschiebende Wirkung, deshalb durfte zum geplanten Start des Einsatzes am Montag unabhängig vom Wetter kein Insektizid versprüht werden. Der Landesforstbetrieb erwartet aber bereits am Dienstag eine Entscheidung des Landesamtes, wie es mit dem Widerspruch weiter umgehen wird.

„Sollte das Landesamt einen sofortigen Vollzug des Insektizid-Einsatzes anordnen, wollen wir dagegen klagen“, kündigte der Nabu-Landeschef an. Bei einer Klage hat das Verwaltungsgericht das letzte Wort und sollte innerhalb von zehn Tagen entscheiden. „Wir drängen darauf, dass es schnell zu einer Entscheidung kommt“, sagte Jörg Ecker vom Landesforstbetrieb. „Das Mittel ist so gering dosiert, dass es nur im ersten und zweiten Larvenstadium wirkt. Wenn die Raupen zu groß sind, überleben sie“, so Ecker, der betonte: „Es ist eine Güterabwägung: Wir sagen, zur Waldrettung ist der Einsatz notwendig.“

Wie berichtet, sollen etwa 7300 Hektar Wald in mit dem Insektizid „Karate Forst flüssig“ besprüht werden, um die Nonne, einen Kiefernschädling, zu bekämpfen. Der Landesforstbetrieb begründet das mit einer Massenvermehrung der Nonne und einem dadurch drohenden Kahlfraß in den betroffenen Wäldern.

Gegen den Einsatz, bei dem auch andere Insekten getötet werden, gibt es massiven Widerstand. „Man kann nicht glaubhaft vermitteln, dass einerseits mit Blühstreifen dem Insektenrückgang entgegengewirkt werden soll und andererseits auf Forstflächen Totalinsektizide in Größenordnungen zum Einsatz kommen, um Holzerträge zu sichern“, sagte Nabu-Waldexperte Werner Kratz. Die Fichtenwalder Initiative „Naturwald“ ruft zu Geldspenden auf, um die Klage des Nabu zu unterstützen. Zudem will sie Plakate gegen den Einsatz aufhängen und 200 Laubbäume pflanzen – als Plädoyer für den Waldumbau, sagte Tilo Köhn von der Initiative. „Wir wollen auch Insekten in betroffenen Wäldern vor dem Einsatz filmen und die Veränderungen dokumentieren, die nach dem Einsatz eintreten.“ Im Gespräch ist auch eine Mahnwache vor Brandenburgs Umweltministerium. „Die Politik muss mit ins Spiel, sie hat die Verantwortung zu tragen“, sagte Köhn.

Von Jens Steglich

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