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Beelitz Ortsteil feiert 110-jähriges Bestehen
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Ortsteil feiert 110-jähriges Bestehen
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00:31 13.05.2018
In der Letzten Juniwoche in diesem Jahr verwandeln die Fichtenwalder ihren Markt- in einen Festplatz.
In der Letzten Juniwoche in diesem Jahr verwandeln die Fichtenwalder ihren Markt- in einen Festplatz. Quelle: Stadt Beelitz/Thomas Lähns
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Fichtenwalde

Das Programm steht. Die Künstler sind vertraglich gebunden. Die Vereine wissen Bescheid. Jetzt fehlen nur noch viele Gäste und herrliches Sommerwetter. Fichtenwalde will mit einer Festwoche vom 22. Juni bis zum 1. Juli dieses Jahres sein 110-jähriges Bestehen als Waldsiedlung, eigenständige Gemeinde und Ortsteil der Stadt Beelitz feiern. Das Festkomitee arbeitet seit mehr als einem Jahr an der konkreten Vorbereitung dieses Höhepunktes und ist nun sozusagen in die Zielgerade eingebogen. Das Gremium war 2011 gebildet worden, um alle größeren Anlässe in Fichtenwalde aus einer Hand heraus organisieren zu können. Acht engagierte Fichtenwalder kümmern sich seitdem mit Ortsvorsteher Tilo Köhn (GfB) und in Abstimmung mit dem Ortsbeirat um die kulturellen Highlights im Ort. Dazu gehören vor allem das alljährliche Sommerfest „Viva la Fiwa“ jeweils am Wochenende vor den Sommerferien oder der Fichtenwalder Zapfenmarkt in der Adventszeit. „Unser Festkomitee ist ein Beirat, der unabhängig von politischen Wahlperioden arbeiten kann“, hebt Köhn hervor.

„Wir haben lange diskutiert, ob wir zum Jubiläum einige Höhepunkte über das ganze Jahr verteilen oder lieber eine zusammenhängende Festwoche veranstalten sollten“, sagt der Ortsvorsteher. Letztere fand im Gremium die Mehrheit. Die zehn Festtage stehen jeweils unter einem bestimmten Motto und sollen die Vielseitigkeit des Walddorfes widerspiegeln. So werden die Einwohner und Gäste beispielsweise ein tanzendes, ein tierisches, ein historisches, ein lesendes und leuchtendes oder auch ein festliches Fichtenwalde erleben. Annähernd 600 Fichtenwalder werden die Festwoche aktiv mitgestalten, weitere ehrenamtliche Helfer nicht eingerechnet. „Wir wollen nicht jahrhundertealte Traditionen oder lang eingeübte Rituale zur Schau stellen, sondern ein Fest feiern, bei dem sich die Fichtenwalder wiedererkennen und sich mit ihrem Ort identifizieren können“, erklärt Köhn. 80 Prozent der heutigen Einwohner seien erst in den vergangenen 25 Jahren in den Ort gezogen.

Im Saal des Hans-Grade-Hauses am Marktplatz führen Fichtenwalder Grundschüler zum Sommerfest „Viva la Fiwa“ ein Theaterstück auf. Quelle: Thomas Lähns

Alle Veranstaltungen der Festwoche können kostenlos besucht werden. „Unsere Gäste sind alles Steuerzahler, da kann man auch mal etwas zurückgeben“, scherzt Köhn. Dennoch sind Spenden jederzeit willkommen, um auch die folgenden Feste attraktiv ausrichten zu können. Für die richtige Partyeinstimmung sorgen gleich am 22. Juni „The Sandsacks“ aus Berlin mit ihrem unverfälschten Irish Folk. Köhn ist glücklich, diese Band fürs Jubiläumsfest gewonnen zu haben. „Ich habe sie bei einem Konzert im Schmiedehof in Beelitz gesehen und angesprochen. Toll, dass das geklappt hat.“ Aber auch die Wandelkonzerte in den abends erleuchteten Gärten Fichtenwaldes mit einer Feuershow der „FireFlies“ sowie einem Feuerwerk und einer Lasershow als Krönung auf dem Schulhof der Grundschule beziehungsweise auf dem Marktplatz werden die Besucher begeistern, ist Tilo Köhn überzeugt.

Für die Reitvorführungen von mehreren Reiterhöfen der Region wird ein Teil des Marktplatzes in der Ortsmitte zur Arena umgestaltet. Zur Absicherung dieses Programmpunktes sucht das Festkomitee noch freiwillige Helfer, die als Ordner für einen ungestörten Ablauf sorgen wollen. Wer sich selbst aufs Pferd setzen will, kann sich am 23. Juni kurz vor 10 Uhr auf dem Marktplatz einfinden. Von dort geht es entlang der Spargelfelder hinüber zum Erlebnishof Buschmann und Winkelmann in Klaistow. Im sportlichen Fichtenwalde wird zu dieser Zeit auch nicht die große LED-Leinwand auf dem Marktplatz fehlen, auf der die Deutschland-Spiele der Fußballweltmeisterschaft verfolgt werden können.

Auf dem Rücken der Pferde können die Festbesucher mit der Klaistower Reitlehrerin Marion Jende einen Ausflug durch die Spargelregion unternehmen. Quelle: Thomas Lähns

Ein wenig Traditionsbewusstsein will die Arbeitsgemeinschaft Ortsgeschichte aber doch in die Festwoche einbringen. An ausgewählten Stätten in Fichtenwalde sollen Informationstafeln an bedeutende Gebäude oder Ereignisse erinnern, beispielsweise an das ehemalige Gasthaus „Vierlinden“ oder den Landeplatz des Flugpioniers Hans Grade. Im nach ihm benannten Haus am Marktplatz stellt die AG die neuen „Fichtenwalder Geschichten“ vor, die eigens zum Jubiläum erscheinen. Zum 100. Geburtstag vor zehn Jahren waren eine Chronik sowie ein Kochbuch mit Rezepten aus einhundert Jahren Fichtenwalde erschienen. Nach der Lesung geht es auf eine historische Wanderung durch den Ort, um die erwähnten neuen Informationstafeln zu enthüllen.

Für den traditionellen Festumzug zum Jubiläum am 30. Juni sind bislang 20 Schaubilder gelistet. Der Zug wird sich ab 10 Uhr zum Rundgang durch den Ort in Bewegung setzen. Ein besonderes Thema hat das Festkomitee nicht vorgegeben. Jeder Teilnehmer soll das zeigen, was ihn am meisten mit Fichtenwalde verbindet, sagt Köhn. Die Grundschule wird sicher die Siedlungsgeschichte des Ortes darstellen. Mit einem Symphonie-Open-Air-Konzert auf dem Marktplatz lassen die Brandenburger Symphoniker dann am 1. Juli ab 18 Uhr die Festwoche feierlich ausklingen.

Das gesamte Festprogramm ist unter www.fichtenwalde.de zu finden.

Von Heinz Helwig

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