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Beelitz Wie Überreste alter Mühlentechnik auf der Laga sichtbar werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz

Relikte der alten Mühlen-Technik werden für Laga Beelitz in Szene gesetzt

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14:12 04.09.2021
Auf dem Laga-Gelände in Beelitz wird die historische Mühlentechnik wieder erlebbar gemacht.
Auf dem Laga-Gelände in Beelitz wird die historische Mühlentechnik wieder erlebbar gemacht. Quelle: Laga Beelitz
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Beelitz

Auf dem Gelände der Landesgartenschau in Beelitz werden die Besucher künftig mehrere Reste der historischen Mühlentechnik wiederfinden. Wo durch die Sägemühle einst aus Bäumen Bretter und Balken wurden, sollen sie ab dem 14. April 2022 durch blühende Gärten schlendern und anhand der Relikte der Mühle nachvollziehen können, wie die Wasserkraft dort einst umgewandelt wurde, erklärte Laga-Sprecher Enrico Bellin.

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Fließ trieb zwei Räder an

Das Mühlenfließ, welches das Wasser der in einem Bogen um die Altstadt fließenden Nieplitz einst direkt an die Stadtmauer brachte, trieb gleich zwei Mühlenräder an, wie Bauleiter Matthias Weigt verrät: „Ein großes Mühlrad war am Gebäude der noch erhaltenen Wassermühle befestigt, in der Getreide und Öl gemahlen wurden. Ein weiteres Rad auf der gegenüberliegenden Seite trieb die Sägemühle an.“

In den erhaltenen Mauerresten sieht man noch immer die Durchlässe für die Antriebswellen, die die Wasserkraft zum Sägeblatt transportiert haben. „Wir sichern nur die lockeren Steine oben auf den Mauern, damit sich daran niemand verletzt. Der Rest bleibt originalgetreu“, so Matthias Weigt. Die einstige Antriebswelle ist auch erhalten und wird nahe ihres früheren Einsatzortes ausgestellt. So bleiben die Wege für die Gartenschaugäste frei und trotzdem können sie die Technik erleben – wie auch in der gegenüberliegenden Mühle für Lebensmittel, die derzeit zum Mühlenmuseum umgebaut wird. Auch in ihr ist viel von der historischen Technik erhalten.

Bauleiter Matthias Weigt im Gespräch mit einem Mitarbeiter. Quelle: Laga Beelitz

Stillgelegte Mühle wird erlebbar gemacht

Das Mühlenareal, zu dem neben den Gebäuden auch ein Teil des künftigen Gartenschaugeländes gehört, hat die Stadt der einstigen Besitzerin abgekauft und ihr eine sanierte und altersgerechte Wohnung in direkter Nachbarschaft überlassen, so Enrico Bellin. Dadurch entstand die Möglichkeit, den stark sanierungsbedürftigen Gebäudekomplex der 1974 stillgelegten Mühle mit Haupthaus und Remise wieder erlebbar zu machen. Das Mühlenmuseum wird die lange Historie von Mahlstellen in Beelitz dokumentieren: Breits 1416 wird für den Standort an der Treuenbrietzener Straße eine Sägemühle urkundlich erwähnt, vorher wurde wahrscheinlich schon nahe der Slawenburg „Belizi“ wenige hundert Meter flussaufwärts an der Nieplitz Korn gemahlen.

Führungen über das Gelände

Im September und Oktober führt Beelitz’ Bürgermeister Bernhard Knuth wieder Interessierte über das 15 Hektar große Gelände der Landesgartenschau. Am 19. September, am 10. Oktober und am 16. Oktober geht es jeweils um 10 Uhr los, Treffpunkt ist vor dem Spargelmuseum in der Mauerstraße 12.

Zwar kann man das Gelände jederzeit kostenlos betreten, auch während der derzeit noch laufenden Vorbereitungen auf die Landesgartenschau vom 14. April bis zum 31. Oktober 2022. Bernhard Knuth erklärt auf seinen rund zweistündigen Rundgängen aber ausführlich, was sich in den vergangenen Monaten bereits getan hat und was in den kommenden Monaten noch geplant ist. Die Führungen sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Im Gegensatz zur 1726 errichteten Wassermühle waren von der Sägemühle nur noch Mauerreste erhalten, die teils extra für die Gartenschau wieder freigelegt wurden. Zwischen ihnen entstehen nun Blumenbeete, um sie herum grenzt eine neue, hüfthohe Mauer aus roten Ziegelsteinen den Mühlengarten zum restlichen Gartenschaugelände ab. Die Mauer wird derzeit von der Beelitzer Firma HWBau errichtet, Ziegel und Fugen sind auf die noch erhaltenen Mauerfragmente abgestimmt.

Von MAZonline/fro