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Beelitz Rhein-Fahrgastschiff als Cocktail-Bar an der Nieplitz
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Rhein-Fahrgastschiff als Cocktail-Bar an der Nieplitz
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21:05 11.12.2019
Einst war der Loreley-Kahn auf dem Rhein unterwegs, jetzt ist er am Ufer der Nieplitz gelandet. Quelle: Stadt
Beelitz

Die Beelitzer Landesgartenschau 2022 bekommt einen weiteren Hingucker – einen, mit alter Schifffahrtsgeschichte, der einst auf dem Rhein unterwegs war und jetzt am Ufer der Nieplitz an Land gegangen ist. Der Loreley-Kahn, von dem die Rede ist, kam freilich nicht über den Wasserweg nach Beelitz. Ein Tieflader transportierte ihn in die Spargelstadt und ein Kran hievte das 20 Meter lange und zwölfeinhalb Tonnen schwere Schiff dann zu seinem vermutlich letzten „Ankerplatz“ am Ufer der Nieplitz. Mit dem Kahn, der nicht mehr fahrbereit ist, hat die Stadt Beelitz besonderes vor.

Wie Stadtsprecher Thomas Lähns mitteilte, soll die „Ludwig van Beethoven“, so heißt das Schiff, bis zur Landesgartenschau 2022 wieder eine echte Perle werden – und Anziehungspunkt für Gartenschaubesucher, die Cocktails mögen. Der Loreley-Kahn lief 1927 vom Stapel, war einst als Fahrgastschiff auf dem Rhein unterwegs und bis in die 1980er Jahre hinein noch in Betrieb, weiß Bürgermeister Bernhard Knuth (UKB). Dann wurde es ausgemustert und lag am Dresdener Verkehrsmuseum auf der Elbe vor Anker. Zuletzt schien sein Schicksal besiegelt: Es sollte verschrottet werden.

Bürgermeister stieß zufällig auf den ausgemusterten Kahn

Bürgermeister Bernhard Knuth und Michael Steinland, die beiden künftigen Gartenschau-Geschäftsführer, stießen rein zufällig auf den ausgemusterten Loreley-Kahn, und zwar bei einem Händler für historische Bauelemente nördlich von Berlin, sagte Lähns. Die Idee: Das einstige Fahrgastschiff an der Nieplitz aufstellen, um darin für die Gartenschaubesucher eine Cocktail-Bar zu betreiben. Der Name werde dafür leicht abgewandelt: Aus „Ludwig van“ wird „Ludwig Fun“.

„Es ist etwas absolut Unkonventionelles – und wird dadurch die Landesgartenschau enorm bereichern“, so der Bürgermeister, der die „Lieferung“ jüngst persönlich in Empfang nahm. Mit dem Kran wurde der Kahn bereits in Position gebracht. „Der Bug zeigt leicht schräg auf die in zehn Metern Entfernung vorüberplätschernde Nieplitz. Vom künftigen Eingangsbereich aus durch ein Biotop verdeckt und nicht sofort zu sehen, sorgt das Schiff schon jetzt für einen enormen Überraschungseffekt“, findet Stadtsprecher Thomas Lähns.

Nach der Gartenschau soll das Schiff eine Partylocation werden

„Wir werden es nun einhausen, sodass es von außen nicht zu sehen ist. In den nächsten Monaten wird es dann aufgearbeitet und zur Gartenschau erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt“, sagte Knuth. Es bekommt unter anderem einen neuen Anstrich und im Innenraum zusätzliches Mobiliar. Das einstige Fahrgastschiff wird eines von mehreren gastronomischen Einrichtungen auf dem Gartenschau-Gelände sein, die zum Blumenfest für die Gaumenfreuden sorgen sollen. Auf dem und vor dem Schiff, das an einem Biotop liegt, soll der Gast aber auch einfach nur entspannen können. Geplant ist, den Vorplatz am Kahn zu gestalten, sagte Knuth. Die „Ludwig Fun“ soll auch nach der Landesgartenschau ihre Dienste leisten und weitergenutzt werden – als Party- und Eventlocation für die Beelitzer, sagte Lähns. „Unweit des Schiffs soll – ebenfalls zur Gartenschau – ein Pavillon aufgebaut werden, in dem später Trauungen durch das Beelitzer Standesamt möglich sein sollen. Auf dem Schiff könnten dann zum Beispiel Hochzeitsgesellschaften gleich feiern.“ Auch Beelitzer, die ihren Geburtstag auf dem Schiff begehen wollen, können es dann dafür mieten.

Nieplitz-Park ist schon fast fertig

Die Vorbereitungen auf die Landesgartenschau 2022 in Beelitz laufen auf Hochtouren. „Der Nieplitz-Park ist fast fertig“, sagte Bürgermeister Bernhard Knuth.

Weiter geht es nun auf den Flächen östlich und westlich davon, für die laut Knuth die Förderanträge bereits gestellt wurden. Es ist der Bereich der sogenannten Bullenwiesen. „Wir gehen davon aus, dass wir dort mit den nächsten Arbeiten im Frühjahr 2020 starten können“, sagte er.

Zur Landesgartenschau wird es auch einen Garten der Ortsteile geben, wo sich alle zwölf Ortsteile abwechselnd präsentieren können. Der Garten der Ortsteile bekommt einen prominenten, zentralen Platz zwischen Altstadt-Spielplatz und der Alten Posthalterei, sagte Knuth.

Ein weiterer Anziehungspunkt wird das Festspielgelände mit dem alten Klärwerk, wo die Arbeiten Ende 2020 beginnen sollen.

Geplant ist dort eine kleine Bühne und eine Tribüne – in Form von Betonstufen mit Grasflächen, auf denen Stühle und Sitzschalen platziert werden können. Auf dem Gelände werden neue Wege und Grünflächen angelegt und ein Bereich fürs Catering und für Toiletten geschaffen.

Besonderes haben die Landschaftsarchitekten mit dem alten Klärturm vor. Er wird als Wahrzeichen der Gartenschau inszeniert. Aus dem wuchtigen Betonklotz soll eine Art Leuchtturm für das dortige Laga-Gelände werden. Der Turm soll für Besucher begehbar sein und soll im Inneren einen Wassergarten bekommen.

Die Beelitzer Stadtverordneten beschlossen am Dienstag die Gründung einer Laga-Durchführungsgesellschaft und wählten Bürgermeister Bernhard Knuth einstimmig zu einem der beiden Geschäftsführer.

Von Jens Steglich

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