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Beelitz Nach der Spargelzeit: Müll verschandelt den Ort Schäpe
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Nach der Spargelzeit: Müll verschandelt den Ort Schäpe
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06:28 15.07.2019
Weggeworfene Getränkeflaschen in einem Nebenarm der Nieplitz. Wer den Müll verursacht hat, ist aber oft nicht nachweisbar. Quelle: Jens Steglich
Schäpe

Das kleine Dorf Schäpe ist ein idyllischer Ort – umgeben von Wiesen, Wald und Spargelfeldern. Seit zwei, drei Jahren bekommt das idyllische Bild indes vermehrt Kratzer und Schrammen. Anwohner sprechen von einem Müllproblem, das immer während und nach der Spargelzeit auftritt und sichtbar wird. Etwa 200 Meter hinter dem Ort beginnt die Müllzone, sagt ein Schäper, der mit Namen nicht genannt werden will, „weil man sonst schnell das schwarze Schaf im Dorf ist“.

Flaschen aus Osteuropa

Trotzdem: Einige Anwohner wollen nicht mehr länger hinnehmen, dass sie bei ihren Spaziergängen raus in die Landschaft immer häufiger auf Unrat treffen und mit gefüllten Müllsäcken nach Hause zurückkehren, statt mit Natureindrücken. „Zu zweit haben wir einen Sack Müll in einer halben Stunde eingesammelt“, sagt einer.

In den Nebenarmen der Nieplitz lagen zum Beispiel Getränkeflaschen. Fotos von Anwohnern zeigen zudem wilde Haufen Holzpaletten, verbrannte Müllreste und Plastikfetzen, die offenbar der Wind von den Spargelfolien gerissen hat. An den Getränke-Etiketten könne man erkennen, dass die Flaschen aus Osteuropa stammen.

Erntehelfer seien nicht schuld

„Die Erntehelfer sind aber nicht schuld. Wenn sie auf den Feldern sind, brauchen sie etwas zu essen und zu trinken. Was sie mit aufs Feld bringen, sollten sie aber wieder mitnehmen“, sagt ein Schäper und fügt hinzu: „Es hat etwas mit Führung und Organisation zu tun. Irgendetwas in der Kette funktioniert nicht.“

In der Verantwortung sieht er den Spargelbauern. „Die Spargelzeit ist schön, aber man muss sich fragen, ob man es auch im Einklang mit der Natur und den Nachbarn hinbekommt.“ Mit Verweis auf den Folienanbau sagt er: „Die Verbraucher werden kritischer, wenn die Spargelbauern nicht aufpassen, bekommen sie ein Imageproblem.“

Spargelhof-Betreiber weisen Vorwürfe zurück

Die Felder bei Schäpe bewirtschaftet der Familienbetrieb Jakobs. Die Spargelbauern Josef und Jürgen Jakobs weisen die Vorwürfe zurück. „Unsere Leute sind angewiesen, keinen Müll in der Gegend herumliegen zu lassen und wir schicken während und nach der Ernte auch Reinigungskommandos los, um Flächen zu beräumen, auf denen Erntehelfer waren. Das machen Spargelbauern schon aus Eigeninteresse“, sagt Jürgen Jakobs, Vorsitzender des Beelitzer Spargelvereins.

„Wir hinterlassen auch keine Folienreste in der Natur“, fügt er hinzu. Rollen mit Folien werden an Feldrändern zwischengelagert. Für ausgediente Folien, die entsorgt werden, gebe es Entsorgungsnachweise.

Die Beelitzer Kreistagsabgeordnete Elke Seidel (Grüne) regt zur Bewältigung des Schäper Müllproblems an, die Erntehelfer künftig mit leichten Rucksäcken auszustatten, in denen sie den Müll, den sie verursachen, wieder ins Quartier mitnehmen. „Der Spargelbauer zahlt ihnen dafür einen kleinen Obolus“, schlägt sie vor. Reinigungskommandos, die erst später den Müll einsammeln, würden nicht funktionieren, weil vorher der Wind vieles weggeweht hat, so Seidel.

Von Jens Steglich

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