Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Beelitz „Die A 10 wird ab Juli frei befahrbar sein“
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz „Die A 10 wird ab Juli frei befahrbar sein“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:17 16.01.2020
Der Autobahnausbau der A 10 – hier eine Aufnahme aus dem Sommer – ist eine komplizierte und nervenstrapazierende Sache. Quelle: Lutz Hannemann
Michendorf

Die A 10 zwischen den Autobahndreiecken Potsdam und Nuthetal ist die größte und bekannteste Baustelle im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Seit März 2016 wird der Abschnitt von sechs auf acht Spuren erweitert. Jetzt naht das Ende der Staufalle. Das Großprojekt steht vor dem Abschluss. Ein Gespräch mit dem Projektleiter für den Ausbau der A 10, Holger Behrmann.

Herr Behrmann, wann ist der Ausbau der A 10 beendet, wann wird sie achtspurig freigegeben?

Holger Behrmann: Im Moment gehen wir davon aus, dass die A 10 mit acht Fahrstreifen im Juli 2020 frei befahrbar sein wird. Vorausgesetzt, es kommt kein großer Frost mehr oder viel Regen. Auf dem gesamten Abschnitt gilt dann erst einmal Tempo 120, bis die Verkehrsbeeinflussungsanlage vollständig in Betrieb gegangen ist.

Wann ist diese Anlage fertig?

Nach derzeitigem Stand ist das im Oktober 2020 soweit. In der Regel braucht es Zeit, in der die Anlage getestet wird. Mit ihr können dann Störungen auf der Autobahn geregelt werden. Diese Verkehrsbeeinflussungsanlage soll zum Beispiel rechtzeitig anzeigen, wenn ein Fahrstreifen wegen eines Unfalls gesperrt werden muss. Sie kann auch die Geschwindigkeit etwa bei Nebel reduzieren. Das Tempo, das sie anzeigt, gilt dann auch.

Wird es einen feierlichen Freigabetermin geben?

Davon gehe ich aus, aber einen genauen Termin gibt es noch nicht.

Die Fertigstellung war zwischenzeitlich schon im Mai 2020 geplant. Was hat zur Verzögerung geführt?

Wir haben gesagt, dass wir den Bau im Mai 2020 fertigstellen wollen. Es wird auch so sein, dass die Fahrbahn dann fertig wird. Danach müssen aber noch die Mittelstreifenüberfahrten zurückgebaut werden. Deshalb gibt es ab Mai eine Phase, in der im Mittelabschnitt an der Raststätte diese Arbeiten erforderlich sind.

Sind Sie froh, dass es bald vorbei ist?

Im Moment ist es noch laufendes Geschäft. Richtig froh war ich, als wir den Verkehr auf den neuen Fahrbahnen abwickeln konnten und die Fahrzeuge nicht mehr auf der alten A 10 fuhren. Darauf hatten wir hingearbeitet, damit es sicherer wird. Die alte Fahrbahn und die alten Brücken waren total kaputt.

War es die komplizierteste Baustelle, die sie bisher betreut haben?

Aus technischer Sicht nicht. In Bezug auf den Verkehr kann man klar sagen: ja. Wegen der hohen Verkehrsmenge gibt es in Brandenburg kaum einen anspruchsvolleren Abschnitt. Das Stück zwischen der Anschlussstelle Michendorf und dem Autobahndreieck Nuthetal ist der höchstbelastete in Brandenburg. Bei einer Erhebung 2015 wurden dort täglich 100 .500 Fahrzeuge registriert, davon waren 19 Prozent Lastwagen. Laut der Prognose, die dem Planfeststellungsbeschluss zugrunde liegt, werden 2025 täglich etwa 126.000 Fahrzeuge in dem Abschnitt erwartet. Der Lkw-Anteil soll dann bei 25 Prozent liegen.

Vor allem anfangs knirschte es heftig. Es gab viel Unfälle und Staus, die sich bis in die Umlandkommunen ausdehnten. Was ist falsch gelaufen?

Unser ursprüngliches Konzept sah vor, den Verkehr erst komplett auf die eine Fahrbahnseite zu legen und die andere auf der gesamten Länge auszubauen. Wir hatten bei diesem Konzept insbesondere die Gefahr der ganz schweren Unfälle im Blick, die durch Auffahrunfälle am Stauende passieren. Wir mussten aber feststellen, dass es an dieser Baustelle anders ist. Wir hatten viele ’Längsunfälle’, die dadurch entstehen, dass jemand die Fahrspur wechselt oder von der Autobahn abfährt. Eine Analyse in Zusammenarbeit mit der Polizei ergab, dass es vor allem Unfälle wegen nicht angepasster Geschwindigkeit, wegen unzureichenden Abstands und wegen Fehlern beim Fahrstreifenwechsel waren. Wegen dieser Unfälle haben wir das Baustellenkonzept geändert, um Bereiche, die man frühzeitig wieder freigeben kann, als erstes zu errichten. Wir haben die A 10 dann in drei Abschnitte geteilt und alles dafür getan, um sie zügig in Betrieb zu nehmen.

Ist es danach besser geworden?

Als wir den Bereich zwischen dem Dreieck Potsdam und der Bahnbrücke Seddin 2018 frühzeitig fertiggestellt hatten, entspannte sich die Lage etwas. Auch, weil die verbliebene Strecke im Baustellenbereich dadurch kürzer geworden ist.

Würden Sie, mit dem Wissen von heute, Dinge anders machen?

Mit dem Wissen von heute würden wir es von Anfang an so machen wie nach der Umstellung des Konzeptes.

Die Emotionen kochten richtig hoch.

Es gab Situationen, die nicht schön waren. Bei Verkehrsumstellungen sind Bauarbeiter mit Flaschen beworfen worden. Sie konnten am wenigsten dafür. Diese Bauarbeiter haben eine harte und gefährliche Arbeit zu leisten. Solche Reaktionen haben sie nicht verdient.

War der Platz zu schmal und die Maßgabe zu ambitioniert, während der Arbeiten sechs Spuren frei zu halten?

Es ist eine Auflage im Planfeststellungsbeschluss, dass sechs befahrbare Streifen der Standardfall sein sollen. So können 90.000 Fahrzeuge pro Tag abgewickelt werden. Weil das nicht reicht, bauen wir auf acht Spuren aus. In Richtung Ludwigsfelde hat es der Landesbetrieb Straßenwesen anders gemacht. Dort wurden vier Streifen eingerichtet, auf denen Autofahrer mehr Platz haben. In dem Bereich fließt aber nur die Hälfte des Verkehrs, den wir auf dem A-10-Abschnitt zwischen Michendorf und Dreieck Nuthetal haben. Die Verkehrsmenge in unserem Abschnitt hätte man über vier Streifen nicht abwickeln können.

Wie sich zeigte, kommen nicht alle Autofahrer mit diesem begrenzten Raum zurecht. Der Abschnitt wurde zum großen Unfallschwerpunkt.

Das Problem an dieser Baustelle war auch, dass zu schnell gefahren wurde und oft mit einem viel zu geringen Abstand.

Was ist noch zu tun?

Wir haben die beiden größten Abschnitte weitgehend fertig. Nur im Bereich an der Bahnbrücke Seddin wird die Fahrbahn noch gebaut. Im Abschnitt zwischen Dreieck Nuthetal und Raststätte müssen noch die Verkehrseinrichtungen und Mittelstreifenüberfahrten zurückgebaut werden. Wir bauen auch noch die Fundamente für die Verkehrszeichen-Brücken. Die richtigen Brücken sind weitgehend fertig. Nur die neue Fußgängerbrücke, die Michendorf und Neuseddin verbindet, ist noch nicht ganz fertig. Sie wird mit der Freigabe der achtstreifigen A 10 mit in Betrieb gehen.

Werden die geplanten Baukosten von 150 Millionen Euro eingehalten?

Nach jetzigem Stand: ja.

Gab es bei den Bauarbeiten Überraschungen?

Wir haben auf beiden Seiten im Bereich der Raststätten alte Tankanlagen aus den 1930er-Jahren gefunden. Die lagen unter der Fahrbahn. Das verseuchte Erdreich dort musste ausgetauscht werden. Wir wussten, dass es auf der Südseite zu DDR-Zeiten eine Tankanlage gab. Wir wussten aber nicht, dass die ursprünglichen Tanks aus den 1930er-Jahren noch unter der Fahrbahn lagen.

Ausbau auf acht Spuren

Der Ausbau der A 10 zwischen den Dreiecken Nuthetal und Potsdam begann im März 2016. Auf einer Länge von 8,2 Kilometern wird dieser Abschnitt bis Juli 2020 von sechs auf acht Spuren erweitert.

Es ist der meistbefahrene Autobahnabschnitt im Land Brandenburg. Bei einer Erhebung im Jahr 2015 wurden zwischen der Anschlussstelle Michendorf und dem Dreieck Nuthetal 100 .500 Fahrzeuge täglich registriert.

Eingebaut wurde auf der Hälfte der Strecke lärmmindernder Gussasphalt, der den Lärm um etwa zwei DBA verringert. Die andere Hälfte im Bereich Michendorf hat sogenannten Flüsterasphalt erhalten. Dieser Belag vermindert die Fahrgeräusche sogar um etwa fünf DBA, das ist mehr als eine Halbierung des Verkehrslärms.

Allerdings hält die lärmmindernde Wirkung des Flüsterasphalts nur bis zu zehn Jahre, weil sich die Poren zusetzen. Nach acht Jahren soll die Wirkung gemessen werden. Wenn die lärmmindernde Wirkung unter fünf DBA gefallen ist, wird dieser Belag abgefräst und durch neuen Flüsterasphalt ersetzt. Der lärmmindernde Gussasphalt hält bis zu 25 Jahre.

Die Baukosten für die Erweiterung der A 10 werden mit 150,7 Millionen Euro beziffert. In der Summe sind bereits die 8,8 Millionen Euro mit enthalten, die für die Erweiterung der Rastanlage Michendorf Süd gebraucht werden.

Was werden Sie an dem Tag machen, an dem Ihr A-10-Abschnitt freigegeben wird. Werden Sie zufrieden sein?

Wenn es einen offiziellen Freigabetermin gibt, werde ich mit meinem Team ein bisschen feiern. Es ist eine Teamleistung. Wir wissen, dass so ein Bau den Autofahrern, Anliegern und der Öffentlichkeit, die es finanziert, viel abverlangt. Ich glaube aber, wir haben gezeigt, dass wir flexibel genug sind, um auf Probleme zu reagieren und dennoch im Zeit- und Kostenrahmen zu bleiben.

Von Jens Steglich

Den Bud-Spencer-Bart trug Klaus-Dieter Höhne schon in jungen Jahren und legte ihn auch nie ab, obwohl das Kinnhaar einmal in ernster Gefahr war. Der Vollbart aber blieb dran und ist noch immer das Markenzeichen des Beelitzers, der Fan des schlagkräftigen Italieners ist und auch aussieht wie er.

16.01.2020

Weil sie sich verfolgt fühlte, hat eine psychisch kranke Frau sowohl die Polizei als auch die Rettungskräfte in Beelitz alarmiert. Als sie eintrafen und schnell feststellten, wo das Problem lag, wurde die Frau aggressiv.

15.01.2020

In einem Waldstück in der Nähe des Beelitzer Ortsteiles Reesdorf ist eine Bombe gefunden worden. Der Ort muss zwar nicht evakuiert werden, allerdings werden am Freitag die A9 und die B246 kurzzeitig gesperrt, wenn die Bombe kontrolliert gesprengt werden soll.

15.01.2020