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Beelitz Windrad-Streit: Gemeinde Borkheide unterstützt Kläger finanziell
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20:41 03.02.2020
Borkheider hatten im vergangenen Jahr mit einer Fahrraddemo gegen den Bau von Windrädern im Wald demonstriert. Quelle: Johanna Uminski
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Beelitz/Borkheide

Im Ringen um den Bau von Windrädern in einem Wald in der Reesdorfer Heide bekommt Beelitz und der Verein „Waldkleeblatt“ verbale und finanzielle Unterstützung vom Nachbarn Borkheide. Die Gemeindevertretung Borkheides hat mehrheitlich beschlossen, den Verein für seine Klage gegen die Windräder mit einer Spende von 7000 Euro zu unterstützen, sagte Gemeindevertreter Uwe Schomburg. Der Parteilose ist Vorsitzender des Haushaltsausschusses und sitzt für die SPD im Gemeinderat. Er spricht von einem Signal aus Borkheide.

Borkheide hat kein Klagerecht

Der Beschluss sei aber schon im Dezember geplant gewesen, als die Schadenersatzdrohungen des Windanlagenbauers Juwi gegen Beelitz noch nicht in der Welt waren. Die Firma hatte mit den Recura-Kliniken vereinbart, in deren Umfeld auf fünf Windräder zu verzichten. Die Teileinigung sieht das Unternehmen als Chance, sich mit der Stadt Beelitz über sieben noch geplante Windräder zu verständigen. Juwi droht indes auch mit Schadenersatzforderungen, sollte keine Einigung zustande kommen. Die Stadt verweigert bislang das Wegerecht zu den Windrad-Standorten und bekommt dafür ein Danke aus Borkheide. „Borkheide hat in den letzten Jahren an verschiedenen Stellen versucht zu verhindern, dass die Wälder um uns herum als Bebauungsbereich für Windräder ausgewiesen werden“, so Schomburg. Eine Klage sei schon beschlossen gewesen, „als Borkheide zur Kenntnis nehmen musste, kein Klagerecht zu haben, weil die Windräder in der Gemarkung Beelitz errichtet werden sollen“. Daher unterstütze Borkheide die Mitstreiter von Waldkleeblatt, der als anerkannter Naturschutzverein Klagerecht hat.

Bürgermeister: „Intelligentere Lösungen suchen“

Der Verein klagt wie Beelitz gegen die vom Landesumweltamt erteilten Genehmigungen. Schomburg betonte, erneubare Energie sei notwendig, auch Windkraft. „Die Frage ist: Wie macht man das und wo?“ Er hält es für den falschen Weg, beim Bau von Windrädern Hand an Wälder und damit an natürliche Kohlendioxid-Speicher anzulegen. „Es gibt auch kein schlüssiges Konzept für den Waldbrandschutz“, meinte er.

„Für Windkraft soll Wald gerodet, aber nicht im direkten Bereich nachgepflanzt werden“, sagte Borkheides Bürgermeister Andreas Kreibich (SPD). Damit würden Menschen in der Region ein Stück Natur verlieren. „Man sollte nach intelligenteren Lösungen suchen, als Windräder in den Wald zu stellen.“

Von Jens Steglich

Im Ringen um geplante Windräder in einem Wald bei Beelitz hat der Windanlagenbauer Juwi ein Gesprächsangebot an die Stadt erneuert und zugleich mit Schadenersatzforderungen gedroht, sollte keine Einigung zustande kommen. Die Antwort der Stadt kommt schriftlich, kündigte der Beelitzer Bürgermeister nach einer Sondersitzung mit den Fraktionschefs an.

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