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Beetzsee Das neue Duo für die Retter von morgen
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Das neue Duo für die Retter von morgen
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10:09 10.05.2019
Amtsjugendwart Steffen Nickel und seine Stellvertreterin Anja Hinkel bilden das neue Führungsteam für die Jugendwehren im Amt Beetzsee.
Amtsjugendwart Steffen Nickel und seine Stellvertreterin Anja Hinkel bilden das neue Führungsteam für die Jugendwehren im Amt Beetzsee. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Amt Beetzsee

 „Wir sind die Jugend von heute. Und die Retter von morgen.“ Mit diesem selbstbewussten Motto werben die 130 Mädchen und Jungen in den Jugendfeuerwehren des Amtes Beetzsee für ihr Anliegen, nämlich möglichst viele Kinder für eine Ausbildung zu begeistern. Mit Erfolg. „Der Kinderboom kommt im Brandschutz an. Die Mitgliederzahlen gehen nach oben. Dennoch bleibt die Nachwuchsgewinnung eine ständige Aufgabe für alle Ortswehren“, weiß Steffen Nickel.

Jugendwarte kümmern sich vor Ort

Der Radeweger ist seit Anfang des Jahres als Jugendwart des Amtes Beetzsee verantwortlich für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Zusammen mit der ebenfalls neu ins Ehrenamt berufenen Stellvertreterin Anja Hinkel (33) aus Radewege kann sich Nickel bei seiner Arbeit vor allem auf die Jugendwarte in den Löschgruppen stützen. Diese organisieren die Ausbildung vor Ort vom Knotenbinden über Fahrzeugkunde bis zum Wettkampftraining. „Immer ein offenes Ohr für unsere Anliegen hat auch das Amt Beetzsee“, so Nickel.

Der Feuerwehrnachwuchs in Radewege hilft beim Abpumpen von Brunnen. Quelle: Feuerwehr Radewege

„Wir verstehen uns vor allem als Ansprechpartner und Berater für die Ortswehren. Unser Ziel ist es, mehr Schwung und neue Ideen in die Arbeit mit dem Nachwuchs einzubringen. Zum Beispiel sollten weitere Feuerwehrleute die Qualifikation zum Jugendwart erwerben. Auch die Kontakte zu den Grundschulen kann intensiviert werden“, ist sich das Führungsduo einig. Der kürzliche Projekttag mit der Radeweger Schule ist dafür ein Beispiel. Von den 17 zwischen Havel und Beetzsee existierenden Löschgruppen verfügen acht über eigene Jugendwehren.

Feuerwehren arbeiten zusammen

„Wir würden uns zusätzliche Gruppen wünschen. Zum Beispiel in Beetzseeheide. Doch nicht in allen Orten sind die Voraussetzungen optimal“, räumt Amtsjugendwart Nickel ein. Wo das Personal knapp und die Technik beschränkt ist, hat die Zusammenarbeit unter benachbarten Feuerwehren Priorität.

Der Brielower Nachwuchs bei der Ausbildung an der Kübelspritze. JACQUELINE STEINER

So ist es selbstverständlich, dass Kinder aus Riewend sich den Päwesiner Kameraden anschließen können. Mädchen und Jungen aus Butzow sind ebenso gern in Radewege gesehen. „Gemeindegrenzen sind kein Hindernis für ein Engagement in der Feuerwehr“, so Nickel.

Amtspokal in Fohrde

Gerade laufen die Vorbereitungen für die Wettkämpfe um den Pokal des Amtes Beetzsee auf Hochtouren, die am 15. Juni in Fohrde ausgetragen werden. Neben den Erwachsenen geht auch die Jugend an den Start. „Dann können alle Gruppen zeigen, was sie in den letzten Monaten gelernt haben“, sagt seine Stellvertreterin. Für Oberlöschmeisterin Anja Hinkel, die vor 15 Jahren aus einer überzeugten Feuerwehrfamilie heraus zum Brandschutz stieß, steht jedoch nicht nur die fachliche Ausbildung der Jüngsten im Mittelpunkt.

Die Marzahner Jugendfeuerwehr bei der Knotenausbildung. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Wer zur Feuerwehr kommt, soll auch Spaß haben. Für unsere Jugendwarte gehört die Organisation von Ausflügen, Feiern und anderen kindgerechten Aktivitäten zur Arbeit mit dem Nachwuchs dazu“, berichtet Hinkel. Dass nicht alle Jugendlichen der heimischen Feuerwehr treu bleiben, ist für die Oberlöschmeisterin kein Drama: „Die in den Jugendwehren vermittelten Werte wie Teamfähigkeit und soziale Kompetenz werden überall im Leben geschätzt.“

Gemeinschaft wird geschätzt

Der neue Amtsjugendwart Steffen Nickel ist selbst über viele Jahre durch die Feuerwehrschule gegangen. Schon 1993 zählte er zu den Gründungsmitgliedern der Jugendfeuerwehr in Brielow. Seit 2002 gehört der Erste Hauptlöschmeiser zur Marzahner Feuerwehr und ist auch Jugendwart seiner Löschgruppe. Ein Leben ohne die Gemeinschaft der Feuerwehr können sich Nickel und Hinkel nur schwer vorstellen.

 

Von Frank Bürstenbinder