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Beetzsee Biber-Damm war mit schuld am Fischesterben
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Biber-Damm war mit schuld am Fischesterben
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10:07 07.08.2019
Mitglieder des Sportfischervereins aus Fohrde beim Bergen der toten Fische. Quelle: privat
Pritzerbe

Die Gefahr eines weiteren Fischesterbens in einem Gewässer auf dem Bindefeld zwischen B 102 und Pritzerber Bahnhof ist vorerst gebannt. Nach dem Bekanntwerden des Dramas am Wochenende hat der Wasser- und Bodenverband Untere Havel-Brandenburger Havel in Rathenow kurzfristig reagiert. „Wir waren mit Technik im Einsatz, um einen im vergangenen Jahr umgestürzten Baum aus dem Wasser zu bergen“, sagte Verbandsgeschäftsführer Winfried Rall der MAZ. Involviert war auch die Stadtverordnete Gisela Dröscher, die die Kommune im Wasser- und Bodenverband vertritt.

Wasseraustausch unterbrochen

Durch die Entnahme wird sich der Wasseraustausch in dem Angelgewässer wieder verbessern, obwohl die Situation im Sommer durch den niedrigen Wasserstand angespannt bleibt. Das Bindefeld ist über den Stadtkanal mit der Havel verbunden. Wie sich erst bei der Entnahme der umgestürzten Weide herausstellte, hatte sich bereits ein Biber unter der Baumleiche zu schaffen gemacht und einen Damm aus Erde errichtet. Dadurch war der Wasseraustausch vollends zum Erliegen gekommen.

Die Fohrder Sportfischer nach ihrem Einsatz. Quelle: privat

Für den Wasser- und Bodenverband gestalten sich Pflegemaßnahmen im Bereich des Bindefeldes wegen des in normalen Jahren feuchten Untergrundes in der Regel schwierig. Auch wenn in Trockenzeiten die Havel bei Bahnitz künstlich angestaut wird, drückt das Wasser in den Nebenarm bei Pritzerbe hinein. „Jetzt waren die Bedingungen für einen Technikeinsatz aber günstig“, so Verbandsgeschäftsführer Rall.

Wie weiter mit Stadtkanal?

Havelsee-Bürgermeister Günter Noack kündigte gegenüber der MAZ grundsätzliche Überlegungen zur Unterhaltung des Stadtkanals an. Neu ist die Diskussion über den Zustand der einst wichtigen Wasserverbindung nicht. Stadtverordneter Carsten Muschol hatte schon im vergangenen Jahr eine Beräumung gefordert. Immerhin dient das System aus Kanal, Wasserlöchern und Gräben als Vorfluter für die gereinigten Abwässer aus dem Pritzerber Klärwerk

Diese Fische waren nicht mehr zu retten. Quelle: privat

Erleichtert über die schnelle Hilfe durch den Wasser- und Bodenverband zeigten sich die Fohrder Sportfischer, die das Gewässer betreuen. Vereinsvorsitzender Mario Deul: „Wir hoffen, dass keine erneute Verschlechterung der Situation eintritt.“ In einer stundenlangen Aktion haben die Angler die toten Fische aus dem Gewässer geborgen. Darunter viele stattliche Hechte, die den Sauerstoffmangel nicht überlebt haben.

Von Frank Bürstenbinder

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