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Beetzsee Wenn es piept, könnte es der Schweden-Schatz sein
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Wenn es piept, könnte es der Schweden-Schatz sein
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06:37 24.04.2019
Mit einer Sonde sucht Egon Splisteser den Ackerboden nach Metall ab. Quelle: Frank Bürstenbinder
Brielow

Die Gelegenheit ist günstig. Der Boden wurde tief gepflügt. So kam das Unterste nach oben. Bald soll auch auf diesem Acker an der Brielower Ziegeleistraße Spargel wachsen. Bis es so weit ist, sucht ein Mann die noch brachliegende Erde ab. Der unbekannte Feldläufer kommt nicht planlos daher, sondern schreitet Furche für Furche ab.

Nur mit Genehmigung

Sondengänger im Land Brandenburg brauchen eine staatliche Genehmigung. Dieser geht ein zweijähriger Kurs mit bis zu 14 Veranstaltungen voraus. Erst nach bestandener Prüfung erhalten die Teilnehmer den Schein zum ehrenamtlichen Boden- und Denkmalpfleger.

Neben den offiziellen Sondengängern sind viele illegale Schatzsucher unterwegs, die es vor allem auf Weltkriegsrelikte abgesehen haben. Wer ohne Erlaubnis mit einem Metalldetektor unterwegs ist, riskiert eine Ordnungsstrafe. Richtig teuer wird es, wenn man Fundsachen verkauft.

Ehrenamtliche Boden- und Denkmalpfleger müssen ihre Fundmeldungen zeitnah nach Wünsdorf an das brandenburgische Landesamt für Denkmalpflege übermitteln. Dafür gibt es spezielle Meldeformulare.

In der linken Hand trägt Egon Splisteser einen Klappspaten. Mit dem ausgestreckten rechten Arm schwenkt er einen Metalldetektor im Halbkreis vor seinen Füßen hin und her. Ab und an piept es in seinem Funkkopfhörer. Ein tiefes Signal steht für Eisen. Hat der Detektor Aluminium geortet, wird der Ton höher. Bis in etwa 30 Zentimeter Tiefe gibt der Boden auf diese Weise seine Geheimnisse preis.

Als Beifund entdeckte Egon Splisteser ein Stück einer Tonpfeife. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Vielleicht finde ich ja den Schatz der Schweden. Die waren schließlich im Dreißigjährigen Krieg hier in der Gegend“, scherzt der aus dem havelländischen Ferchesar stammende Sondengänger. In der Tat betätigt sich Splisteser in seiner Freizeit als Schatzsucher – und zwar mit Lizenz. Der Mann auf dem Brielower Acker ist ehrenamtlicher Bodendenkmalpfleger und beim brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege registriert. Mit seinem gut 1000 Euro teuren Profi-Gerät sucht er nach brauchbaren Fundstücken aus der Vergangenheit.

Spannendes Hobby

Das können Münzen oder Schmuckgegenstände sein. Aber auch Militaria von der Erkennungsmarke bis zum Koppelschloss oder Granatsplitter. Schon einige Jahre geht Splisteser seinem spannenden Hobby nach. „Einen echten Schatz habe ich allerdings noch nie gefunden“, sagte der Sondengänger der MAZ. Auch der Acker am Brielower Ortsrand scheint keine aufregenden Geheimnisse in sich zu bergen.

Mit einer Sonde sucht Egon Splisteser den Ackerboden nach Metall ab. Quelle: Frank Bürstenbinder

Ein paar Wäscheknöpfe kommen in wenigen Zentimetern Tiefe zum Vorschein. Ein Stück Blei, das eine Gewehrkugel gewesen sein könnte, ist auch unter der spärlichen Ausbeute. Metallteile eines Weckers sind dabei. Als Beifund gibt die durch Splistesers Hände rieselnde Erde ein kleines Stück einer alten Tonpfeife frei, wie sie sich früher Bauern und einfache Soldaten zwischen die Zähne steckten. Immer wieder ist Schrott dabei. Sogar ein eiserner Koppelpfahl wurde nach oben gepflügt.

Spektakuläre Funde

Ganz offensichtlich gehört dieses Gelände zwischen Seestraße und Ziegeleistraße nicht zu frühzeitlichen Siedlungsplätzen, wie sie rund um den Beetzsee so zahlreich sind. Wohl niemand hat etwas Wertvolles versteckt oder verloren. Spektakuläre Funde, wie sie zum Beispiel der Lehniner Sondengänger Mario Lippert 2015 in einem Spargelfeld bei Busendorf machte, sind die absolute Ausnahme. Lippert entdeckte über 600 Silberpfennige aus der Mitte des 13. Jahrhunderts im Boden.

Das war vermutlich mal ein Bleikugel. Quelle: Frank Bürstenbinder

Ein Jahr zuvor sorgte ein bei Götz aufgespürter Münzschatz für Schlagzeilen. Damals hatte der bekannte Brandenburger Hobby-Archäologe Sieghard Wolter den richtigen Riecher. Mehrere tausend Silberdenare, die von 1250 bis 1260 in Brandenburg geprägt wurden, kamen ebenfalls von einem Acker ans Tageslicht. Bei Egon Splisteser blieben in Brielow nur ein paar Kleinteile auf dem Spatenblatt liegen. Doch der Sondengänger sieht den Ausgang seines Ausflugs gelassen: „Das ist wie beim Pilze suchen. Etwas Glück gehört dazu. Heute war es nicht auf meiner Seite.“

Von Frank Bürstenbinder

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