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Beetzsee Eltern-Vorwürfe gegen Kita sorgen für politischen Wirbel
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Eltern-Vorwürfe gegen Kita sorgen für politischen Wirbel
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10:14 16.02.2019
Vor knapp einem Jahr wurde die neue Brielower Kita eröffnet. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Beetzsee

Dicke Luft im Gemeinderat: Es geht um die neue Kita im Ortsteil Brielow. Es stehen Vorwürfe von drei Eltern im Raum, in denen einer Erzieherin „kindeswohlgefährdenes Verhalten“ vorgeworfen werden. Externe Fachberater kamen nach Hospitationen, in Einzelfallbesprechungen und Teamsitzungen zu einem ganz anderen Ergebnis. Die Vorwürfe seien nicht zu vertreten, heißt es in einer der MAZ vorliegenden Auswertung des Coachings.

Abberufung beantragt

Mit diesem Fazit ist die Sache nicht erledigt. Die Fraktion der Bürgerliste in der Gemeindevertretersitzung von Beetzsee hat die Abberufung ihrer Vertreter im Kita-Ausschuss beantragt. Dabei geht es um Elisabeth Elsner und Gerlinde Rusch. So haben Manfred Spieler und Manfred Gorecki keine Vertrauen mehr in ihre Arbeit. Viel früher hätten die Gemeindevertreter über die Situation in der Kita informiert werden müssen, sind sich beide einig.

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Personal beklagt sich

Grund: Aus dem Protokoll einer Sitzung des Kita-Ausschusses vom 26. November geht hervor, dass sich das Erzieherinnen-Team über die Vertreter des Trägers beklagt. Elsner und Rusch würden gegen die Kita arbeiten. Außerdem würden sie Gerüchte und Vorschläge für eine Auswechslung von Kita-Leiterin Monika Hödtke verbreiten. Aus diesem Grund lehnt das Kita-Personal eine weitere Zusammenarbeit im Kita-Ausschuss ab.

Gemeindevertreter Manfred Gorecki: „So etwas kann man nicht unter der Decke halten.“ Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Coaching-Firma Pädagogika aus Potsdam griff die miese Stimmung in ihrem Bericht indirekt auf: „Stellen Sie geeignete Gemeindevertreter, die der Kita wohlgesonnen sind, zur Wahl.“ Für Bürgermeister Rainer Britzmann ein Unding: „Erzieherinnen können nicht über die Vertreter der Gemeinde im Kita-Ausschuss bestimmen.“ Britzmann stellte sich demonstrativ hinter Elsner und Rusch. Beide Frauen hätten über viele Jahre eine gute Arbeit in dem Gremium geleistet.

Gerlinde Rusch und Elisabeth Elsner wiesen die Vorwürfe vehement zurück. Sie sprachen von „Wahlkampf“ und „beleidigenden Vorwürfen“. „Wir haben Kritik geübt, aber immer unter dem Blickwinkel der Gemeinde. Es ist nicht gut, dass die ganze Sache in der Öffentlichkeit breit getreten wird“, sagte Rusch. Am Ende zog Fraktionschef Spieler den Abberufungsantrag der Bürgerliste zurück. Beide Gemeindevertreterinnen bleiben bis zur Kommunalwahl Ende Mai im Kita-Ausschuss, der noch einmal am 25. Februar tagen soll. Dann sehr wahrscheinlich ohne Vertreter aus dem Kita-Personal.

Von Frank Bürstenbinder

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