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Beetzsee Das sind die irrsten Traktoren von Weseram
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Das sind die irrsten Traktoren von Weseram
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10:02 30.06.2019
Kleine und große Zugmaschinen drängten sich in der Ernst-Thälmann-Straße beim Treckerumzug. Neben den Weseramern waren auch Gäste aus Päwesin, Roskow und Klein Kreutz dabei. An die 30 Traktoren rollten durch das Dorf. Quelle: Frank Bürstenbinder
Weseram

Zwei Streifenwagen auf einen Schlag haben die Weseramer lange nicht gesehen im Dorf. Die Polizisten verschafften am Sonnabend dem spektakulärsten Umzug seit Jahren freie Fahrt. Besitzer von etwa 30 Landmaschinen waren bei perfektem Sommerwetter der Einladung zu einem Treckerkorso durch die Ortsmitte gefolgt.

Eine solche Treckerparade gab es noch nie in Weseram. An die 30 Zugmaschinen aus dem Dorf und den Nachbarorten reihten sich in den Umzug ein. Anschließend wurde auf dem Festplatz ausgiebig gefeiert.

Anlass war das 20. Dorffest in der jüngeren Geschichte des 702 Jahre alten Weserams. Auch die Feuerwehrleute hielten ein Auge auf den Diesel fressenden Lindwurm, der sich in Schrittgeschwindigkeit knatternd und tuckernd vom Sportplatz über die Karl-Marx-Straße bis zum Ende der Ernst-Thälmann-Straße und zurück bewegte.

Marke Eigenbau

Vorneweg im gleißenden Sonnenlicht ein Eigenbau-Schlepper mit zwölf Vorwärts- und vier Rückwärtsgängen von Ortsvorsteher Werner Rostek. Seine jüngste Tochter Anja Rostek-Lehmann hatte das Steuer sicher in den Händen. „Schon als Kind hat mir Vater das Fahren beigebracht“, erinnert sich die heute 35-Jährige. Nicht weniger abenteuerlich die von einem Multicar-Motor angetriebene Zugmaschine, die von Guido Wolter gesteuert wurde: „Mein Arbeitspferd auf dem Hof. Habe ich gebraucht gekauft.“

Dieses Exemplar baucht Starthilfe. Quelle: Frank Bürstenbinder

Während die örtliche Agrargenossenschaft Havelland den knipsenden Schaulustigen ihren jüngsten Fendt-Giganten mit 517 PS zu einem Kaufpreis von 320 000 Euro präsentierte, schwor Erwin Schmidt (77) auf die unverwüstliche Mini-Ausgabe seines Iseki-Traktors. Das Allrad-Modell ist für den Rentner auf dem Kartoffelacker unentbehrlich. „Vor ein paar Jahren hatte ich ihn zur Generalüberholung. Seitdem arbeitet er wieder fleißig“, berichtete Schmidt der MAZ.

Schmuckes Weseram

Die Schlange der Traktoren war so lang, dass Zuschauer am Straßenrand das Ende nur erahnen konnten. Es wurde aus Fenstern gewunken, am Gartenzaun gegrüßt, vor dem Hoftor fotografiert. Vorbei zog die Kolonne mit Vertretern ehrwürdiger Schlepper-Schmieden, wie Deutz, Hanomag, Porsche und Güldner an blühenden Rosen in gepflegten Vorgärten, schmucken Eigenheimen und der bonbonfarbenen Kirche. Es gibt nur noch wenige Sanierungsfälle.

Die Landfrauen versorgten die Gäste mit Kaffee und Kuchen. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Ich bin stolz auf Weseram. Wir haben früh die Dorfsanierung abgeschlossen. Die Kita blieb uns erhalten. Die Gemeinschaft funktioniert. Die Agrargenossenschaft ist ein guter Partner. Und die Feste werden mit allen Vereinen gemeinsam vorbereitet“, freute sich Werner Rostek bei der Rundfahrt durchs Dorf. Gerade haben ihn die Weseramer zum Ortsvorsteher wiedergewählt. Auch in den Gemeinderat von Roskow schaffte es der gelernte Zootechniker, der seit zwei Jahren in Rente ist, erneut.

Wohnungen sind Schwerpunkt

Weil es in Weseram mehrere kommunale Wohnblöcke gibt, will sich die Gemeinde in nächster Zeit verstärkt um den Erhalt und die Modernisierung der Wohnungen kümmern, kündigte Rostek an. Das gilt auch für die anderen beiden Ortsteile Lünow und Roskow. Der bisherige Verwaltervertrag wurde von der neuen Gemeindevertretung schon auf der konstituierenden Sitzung nach der Kommunalwahl zum Jahresende gekündigt. „Schritt für Schritt werden wir auch weiter in den Wegebau und Straßenreparaturen investieren“, kündigte Roskows wiedergewählter Bürgermeister Thomas Schulz an, der als Gast das Weseramer Dorffest besuchte.

Ortsvorsteher Werner Rostek (l.) beglückwünscht Florian Lehmann zum Losglück. Quelle: Frank Bürstenbinder

Auf dem Festplatz kümmerten sich die Landfrauen mit 17 selbstgebackenen Kuchen um das leibliche Wohl der Besucher. Die Angler betreuten den Grillstand. Die Kita-Kinder führten ein Programm auf. Es gab Spiel, Spaß und Puppentheater. Mit der Partyband Tor 11 feierten die Weseramer und ihre Gäste bis in die Nacht. Einen glücklichen Gewinner gab es auch. Das Losglück verhalf Florian Lehmann als Teilnehmer am Trecker-Korso zu einem Essen-Gutschein in Wachow.

 

Von Frank Bürstenbinder

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