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Beetzsee Wo der Chef das Abendbrot aufs Feld bringt
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Wo der Chef das Abendbrot aufs Feld bringt
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20:56 25.06.2019
Die Gerste ist reif. Am Rande des Marzahner Fenns rollen die Mähdrescher an. Die Fahrer sind in den klimatisierten Kabinen vor der Gluthitze geschützt. Quelle: Frank Bürstenbinder
Marzahne

Abendbrot am Feldrand. Agrar-Chef Gerhard Ullrich bringt seinen Leuten persönlich die Pausenverpflegung zum Arbeitsplatz. Das ist ein Gerstenschlag in Hanglage zum Marzahner Fenn, der sich Hundekutte nennt. Bis zum Einbruch der Dunkelheit soll das reife Getreide vom Halm sein. Ullrich verteilt heiße Bockwurst, Brötchen, Aprikosen, Bananen und Pfirsiche. „Kalte Getränke kann sich jeder selbst aus dem Kofferraum nehmen“, lautet die Einladung an die vier Traktorfahrer und Mähdrescherkapitäne.

Die Fahrer der Mähdrescher und Traktoren sind in den klimatisierten Kabinen gut vor der Gluthitze geschützt. Das Essen wird den Männern sogar aufs Feld gebracht. Die Zeit drängt. Nach der Gerste ist der Raps an der Reihe. Dann folgen Schlag auf Schlag Roggen, Weizen und Triticale.

Die Männer von der Erntebrigade greifen herzhaft zu. Seit Stunden bringen sie bei Gluthitze das wertvolle Korn ein. Zum Glück sind sie in ihren klimatisierten Fahrerkabinen gut geschützt vor der Hitzewelle, die auch vor dem Norden Potsdam-Mittelmarks nicht halt macht. Die Brielower Agrar GmbH hat zwei gelbe Mähdrescher des Herstellers New Holland im Einsatz. Wenn nichts dazwischen kommt, erledigen die hochmodernen Erntemaschinen mit den über sieben Meter breiten Mähwerken ihre Arbeit bis zum Mittwochabend. Dann ist die auf rund 180 Hektar angebaute Gerste abgeerntet.

Getreideernte wird besser

Firmenchef Ullrich geht von einer besseren Getreideernte als im Dürrejahr 2018 aus. Grund dafür ist der kühlere und regenreichere Mai in diesem Jahr. In der Gemarkung fielen etwa 37 Liter Regen. Das ist zwar immer noch unter dem normalen Jahresdurchschnitt, aber deutlich mehr als 2018, wo nur neun Liter Regen auf den Quadratmeter fielen. „Ich gehe von 10 bis 15 Prozent mehr bei allen Getreidearten aus. Insgesamt jedoch werden die Erträge wohl dennoch unter den langjährigen Durchschnittswerten bleiben“, schätzt Ullrich die Lage ein.

Mähdrescherfahrer Thomas Schmidt-Vollbrecht. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Gerste macht traditionell den Anfang im Erntereigen, dicht gefolgt vom Raps. Dann geht es schon Schlag auf Schlag weiter mit Roggen, Weizen und Triticale. Um Sonnenblumen und Mais machen sich die Feldbauern dagegen Sorgen. Sollte es in den nächsten zwei Wochen tatsächlich keinen Regen geben, drohen herbe Verluste, die an das vergangene Jahr erinnern dürften.

Nachbarbetrieb ist Abnehmer

Nach der Pause geht es für die Männer in den dunkelgrünen Hosen noch einmal an die Technik. Thomas Schmidt-Vollbrecht und Christian Gehrmann entern ihre Mähdrescher und ziehen eine Runde nach der anderen. Dicht gefolgt von ihren Kollegen auf den Traktoren, die mit je zwei Anhänger ausgerüstet sind. Haben die Mähdrescher volle Bäuche, wird abgebunkert. Sind auch die Gespanne gefüllt, erfolgt der Abtransport nach Grabow zu einer Lagerhalle des Mötzower Domstiftsgutes. Der Nachbarbetrieb ist Abnehmer der Gerste, die als Futtergetreide gebraucht wird.

Agrar-Chef Gerhard Ullrich (l.) bespricht mit seinen Leuten in der Abendbrotpause die nächsten Aufgaben. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die hohen Temperaturen sind für Mähdrescherfahrer Thomas Schmidt-Vollbrecht kein Problem. Die mit Elektronik und Sensoren vollgestopfte Erntemaschine besitzt eine leistungsfähige Klimaanlage. „Ich muss aufpassen, dass ich mir keine Erkältung hole. Dabei ist die Kühlung noch nicht einmal ausgereizt“, berichtet Schmidt-Vollbrecht. Selbst beim Fahren können die Bauern cool bleiben. Dank GPS-gestützter Lenktechnik muss sich niemand mehr am Lenkrad abmühen. Nach den ersten Metern findet der Mähdrescher wie von Geisterhand geführt allein den Weg in den Sonnenuntergang.

Von Frank Bürstenbinder

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