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Beetzsee Feuerwehr betroffen über boshafte Kritik nach Hausbrand
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Feuerwehr betroffen über boshafte Kritik nach Hausbrand
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12:53 26.04.2019
Amtswehrführer Jan Lehnhardt (l.) und Amtsdirektor Guido Müller stellten sich im Gerätehaus der Briester Wehr den Fragen der Einwohner. Quelle: Rüdiger Böhme
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Briest

Recht überschaubar war die Gesprächsrunde am Donnerstagabend im Gerätehaus zum Feuerwehreinsatz beim Brand des Doppelhauses am Ostersonntag in der Mühlenberg-Siedlung. Nach umstrittenen Kommentaren in sozialen Netzwerken sahen sich Amtswehrführer Jan Lehnhardt und Amtsdirektor Guido Müller zur Aufklärung veranlasst.

Kritiker kamen nicht

Beide informierten über den Ablauf des Einsatzes und wollten den Schreibern der Kommentare die Möglichkeit geben mit den Kameraden ins Gespräch zu kommen. Doch gerade die Kritiker waren nicht vor Ort. Insgesamt kamen rund 20 Bürger sowie Kameraden aus den beteiligten Wehren und der stellvertretende Kreisbrandmeister Andy Laube.

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Amtswehrführer Jan Lehnhardt und Amtsdirektor Guido Müller stellten sich im Gerätehaus der Briester Wehr den Fragen der Einwohner. Quelle: Rüdiger Böhme

„Mich ärgern die Kommentare sehr. Dass die Arbeit der Kameraden so mit Füßen getreten wird, geht überhaupt nicht. Das kann ich so nicht stehen lassen. Leider fehlt den Verfassern der Mut, sich dem direkten Gespräch zu stellen“, bedauerte Amtswehrführer Lehnhardt. Der oberste Feuerwehrmann im Amt Beetzsee nutzte die Gelegenheit, um die Anwesenden über den Ablauf der Alarmierung zu informieren.

Wasser ohne Unterbrechung

Dazu gehörte auch die Frage der Löschwasserbeschaffung. So hatte es im Netz hämische Kommentare gegeben, warum nicht der Hydrant in der Siedlung benutzt wurde. Stattdessen bauten die Kameraden eine Schlauchstrecke zur Havel auf. Außerdem setzten die eintreffenden Tanklöschfahrzeuge sofort ihren Wasservorrat ein. Für Nachschub sorgte eine von der Plauer Wehr aufgebaute Wasserentnahmestelle in der Ortslage.

Amtswehrführer Jan Lehnhardt und Amtsdirektor Guido Müller stellten sich im Gerätehaus der Briester Wehr den Fragen der Einwohner. Quelle: Rüdiger Böhme

Amtsdirektor Guido Müller als Träger des Brandschutzes informierte, dass zum Trinkwassernetz gehörende Hydranten nicht primär für Löscheinsätze vorgesehen sind. „Es gibt für das Wohngebiet eine Wasserentnahmestelle an der Havel, die schneller und effektiver benutzbar ist“, so Müller Und Amtswehrführer Lehnhardt bestätigte: „Für die gesamte Zeit der Löscharbeiten gab es ohne Unterbrechung Wasser.“

Dank für den Einsatz

Nach den umfangreichen Erläuterungen gab es von den Einwohnern einhellig Anerkennung und Dank für den Einsatz der Kameraden. Viele Fragen konnten beantwortet werden. Zum Beispiel, was jeder selbst tun kann, um einen Brand zu verhindern. „Installieren Sie Brandmelder und beschäftigen Sie sich mit der Handhabung eines Feuerlöschers. Trennen sie elektrische Geräte, die sie nicht benutzen und reden sie mit ihren Kindern“, antwortete der stellvertretenden Kreisbrandmeister Laube. Die teilweise boshafte Kritik an den Einsatzkräften wies Laube entschieden zurück.

Amtswehrführer Jan Lehnhardt und Amtsdirektor Guido Müller stellten sich im Gerätehaus der Briester Wehr den Fragen der Einwohner. Quelle: Rüdiger Böhme

Es gab noch eine Menge zu besprechen und zum Schluss stellte Amtsdirektor Müller klar: „Es ist traurig in der heutigen Zeit, was in den sozialen Medien abgeht. Ich kann mich für den Einsatz der Kameraden, gerade an Feiertagen, nur bedanken. Das Amt Beetzsee steht hinter seinen Feuerwehrleuten.“ Amtswehrführer Lehnhardt dankte auch der Brandenburger Polizei, die umfassend Hilfe leistete und die Arbeit der Kameraden unterstützte.

Von Rüdiger Böhme