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Beetzsee Anwältin betrinkt sich aus Ärger über Spielplatz
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Anwältin betrinkt sich aus Ärger über Spielplatz
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10:17 16.05.2019
Zu bunt? Zu dicht an den Bungalows? Der neue Spielplatz an der Radeweger Ablage ist nicht unumstritten. Einige Anwohner laufen Sturm gegen die Anlage. Dabei hatte es die Kommune mit der Neuanschaffung gut gemeint. Quelle: Frank Bürstenbinder
Radewege

 Rot, Gelb und Blau. Knallbunt ist der neue Spielplatz am Radeweger Beetzseeufer geworden. Kinder, Eltern und Besucher der Ablage sind begeistert von der kommunalen Investition. Denn die bislang einzige Anlage zum Austoben in Radewege Nord ist zu weit weg von der beliebten Wasserlage und dem viel befahrenen Beetzsee-Radrundweg.

Seit Wochen Krach

Die technische Abnahme ist erfolgt. Rutsche und Kletterbogen können benutzt werden. Komisch nur, auf eine angemessene Eröffnungszeremonie hat Bürgermeister Rainer Britzmann (CDU) bislang verzichtet. Denn hinter den Kulissen gibt es seit Wochen Krach. Und zwar mit Anrainern aus der ersten Reihe, die sich in ihrer Bungalowruhe gestört sehen. Der Widerstand von wenigen Kritikern ist so heftig, dass sowohl Bürgermeister Britzmann als auch Ortsvorsteherin Corinna Breite einen Umzug der gerade aufgestellten Geräte nicht ausschließen wollen. Die Montage der Schaukelbretter wurde unter dem Eindruck der Proteste schon mal gestoppt.

Beetzsee-Bürgermeister Rainer Britzmann hat mit dieser massiven Kritik am Spielplatz-Standort nicht gerechnet. JAQUELINE STEINER

Wortführerin der Spielplatz-Gegner ist Alexandra Decker. Der aus Niedersachsen stammenden Dame gehört jetzt das Wochenendgrundstück des verstorbenen Schauspielers Jochen Senf (Tatort-Kommissar Max Palu). „Wir haben einen Preis für Seeblick bezahlt. Und dann wird uns einfach ein Spielplatz vor die Nase gesetzt. Nicht mal geredet wurde vorher mit den Anwohnern“, echauffierte sich Decker auf der jüngsten Gemeindevertretersitzung von Beetzsee.

Geld für Versetzung

Nach ihrem Geschmack sei der Spielplatz ein „quietschbuntes Etwas, pottenhässlich wie ein Ikea-Bällebad“, ätzte Decker. Um den Abgeordneten die seelischen Folgen der Standortwahl besser zu veranschaulichen, berichtete sie von jenem Abend, an dem sie den Spielplatz zum ersten Mal vor ihren Augen sah: „Ich habe mich vor Ärger betrunken und am nächsten Tag beim Amtsdirektor Beschwerde eingelegt.“

Erwartungsgemäß hielt sich das Mitleid bei den Gemeindevertretern in Grenzen. Manfred Gorecki bat die Beschwerdeführerin den Abgeordneten weitere Einzelheiten zu ersparen. Im Moment denkt die Kommune nicht daran, den Spielplatz wieder auszubuddeln. Dabei bot Decker der Gemeinde Beetzsee sogar finanzielle Unterstützung bei einer Versetzung an: „Wir sind keine Kinderhasser. Aber als Bewohner, die in Radewege Zweitwohnungssteuer zahlen, möchten wir in solche Projekte einbezogen werden.“

Radeweges Ortsvorsteherin Corinna Breite bedauert die hitzige Debatte über den Spielplatz: „Wir haben es gut für Radewege und seine Gäste gemeint.“ Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Juristin macht weiter Druck, wirft Bürgermeister Britzmann vor, den Spielplatz ohne Baugenehmigung errichtet zu haben. Auch habe es keinen Beschluss der Gemeindevertretung zum Aufbau gegeben. Britzmann versucht den Ball flach zu halten. „Vielleicht wäre eine dezentere Lackierung der Spielgeräte besser gewesen. Von unseren Radeweger Eltern war ein Spielplatz an dieser Stelle immer wieder gewünscht worden.“

Eltern wollen Unterschriften sammeln

Amtsdirektor Guido Müller sagte der MAZ auf Nachfrage: „Die Verwaltung geht davon aus, dass für diesen Spielplatz, bei dem keine Flächen versiegelt wurden, keine Baugenehmigung erforderlich ist. Wir haben kein Interesse an einem Rechtsstreit. Aber Frau Decker kann gerne den Klageweg beschreiten.“ Müller verwies zudem auf die Abstimmungen zwischen Ortsbeirat und Gemeindevertretung über die Errichtung des Spielplatzes an der Ablage. Rückendeckung für den Spielplatz gibt es von Eltern, wie Familienvater Robert Schönborn. Dieser hatte sich über die ausbleibende Einweihung gewundert. Nun sei er bereit Unterschriften für den Erhalt des Spielplatzes zu sammeln

Von Frank Bürstenbinder

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