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Beetzsee Funkstille zwischen Ortsvorsteher und Bürgermeister
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Funkstille zwischen Ortsvorsteher und Bürgermeister
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09:20 30.04.2018
Roskows Ortsvorsteher Udo Schultze.
Roskows Ortsvorsteher Udo Schultze. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Roskow

Zu einem Eklat kam es bei der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter. Roskows Ortsvorsteher Udo Schultze kündige an, sich nicht mehr um den Einsatz der Dorfarbeiter in dem Ortsteil kümmern zu wollen. Außerdem werde er den Schlüssel des Dorfgemeinschaftshauses (Gutshaus) abgeben, so Schultze. Er hatte bislang die Vergabe der Räumlichkeiten koordiniert.

Angespanntes Verhältnis

Schultze zieht mit seinem Vorgehen die Konsequenzen aus der seiner Ansicht nach mangelnden Zusammenarbeit mit Gemeindebürgermeister Thomas Schulz. „Seit einem Monat gab es keine Kommunikation zwischen uns“, warf Roskows Ortsvorsteher dem erst Ende März zum Nachfolger des verstorbenen Ulrich Pleßke gewählten Bürgermeister vor. Es ist kein Geheimnis, dass zwischen beiden Männern seit Jahren ein angespanntes Verhältnis herrscht.

Roskows neuer Gemeindebürgermeister Thomas Schulz. Quelle: Frank Bürstenbinder

Das Fass zum Überlaufen brachte für Schultze eine neue Festlegung des Bürgermeisters zur Arbeitsorganisation für die geringfügig Beschäftigten. Diese waren bisher auf Roskow, Weseram und Lünow aufgeteilt. Mit einer geringfügigen Stundenerhöhung soll sich nun ein Gemeindearbeiter aus Roskow auch um Lünow und die Betreuung der kommunalen Steganlage kümmern. Für Roskows Ortsvorsteher ein Unding: „Wir haben uns Kleintechnik angeschafft, damit sich jeder Ortsteil um sich selbst kümmern kann. Jetzt soll ein Gemeindearbeiter von Roskow mit einem kleinen Rasentraktor nach Lünow fahren? Na, viel Spaß!“ Dies sei doch gar nicht nötig, konterte Lünows Ortsvorsteherin Monika Fritz. In jedem Dorf habe die Kommune einen Rasenmäher zu stehen.

Schlüssel abgegeben

„Gemeinsam hätte man nach einer Lösung für das Arbeitskräfteproblem in Lünow suchen müssen. Jetzt fehlen uns in Roskow die Stunden“, sagte Schultze der MAZ. Mit der Aufgabe der Kompetenz über die Roskower Gemeindearbeiter sei für ihn die Abgabe der Schlüsselhoheit über das Dorfgemeinschaftshaus eine logische Konsequenz, so Schultze. Die Gemeindearbeiter haben im Gebäude ihren Stützpunkt.

Von Frank Bürstenbinder

25.04.2018