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Beetzsee Gastwirt nach 40 Jahren wieder Chef in Pritzerbe
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Gastwirt nach 40 Jahren wieder Chef in Pritzerbe
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11:30 28.06.2019
Wenn der Zapfhahn ruht, ist Ortsvorsteher Klaus Meyer im Pritzerber Rathaus zu finden. Quelle: Frank Bürstenbinder
Pritzerbe

Da kommen Erinnerungen hoch: Von 1979 bis 1982 war Klaus Meyer hauptamtlicher stellvertretender Bürgermeister in Pritzerbe, davon eineinhalb Jahre amtierend an der Spitze wegen der Krankheit seines Chefs. Damals hat sich die Stadt noch selbst verwaltet. Mit Sekretärin und Standesamt.

Nur ehrenamtlich

Genau 40 Jahre später sitzt der bekannte Gastwirt erneut am Schreibtisch im Rathaus. Heute nur noch ehrenamtlich. Sein Job nennt sich Ortsvorsteher. Was in dem 1070 Jahre alten Pritzerbe passiert, entscheiden seit 2002 die Stadtverordneten von Havelsee, ein Zusammenschluss mit den Nachbarorten Fohrde, Briest, Hohenferchesar und Marzahne. Selbst der Papierkram hält sich in engen Grenzen, denn die Umsetzung der politischen Beschlüsse liegt in den Händen des Amtes Beetzsee, der in Brielow ansässigen Verwaltung.

Bestes Ergebnis

Nach jahrzehntelanger Arbeit in der Stadtverordnetenversammlung und im Ortsbeirat wollte Meyer eigentlich zur jüngsten Kommunalwahl nicht mehr antreten. Der gut laufende Gasthof in Pritzerbes historischer Mitte kostet Kraft und Zeit. „Meine Frau hat mich ermuntert weiterzumachen. Mein Herzblut hängt doch an Pritzerbe“, gesteht Meyer der MAZ.

Klaus Meyer ist im Hauptjob Gastwirt. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Wähler dankten ihm seine Standhaftigkeit prompt mit 354 Stimmen, dem besten Ergebnis bei der Wahl zum Pritzerber Ortsbeirat überhaupt. Auch in die Stadtverordnetenversammlung von Havelsee schaffte es Meyer damit locker, nur Simone Kraatz aus Fohrde zog mehr Stimmen (404).

Für ein schöneres Pritzerbe

Der beschränkte Handlungsspielraum eines Ortsbeirats wird Meyer nicht davon abhalten mit den Pritzerbern den Ort weiter voranzubringen. Zum Beispiel bei der Ordnung und Sauberkeit. Dabei sind in den letzten 20 Jahren Millionen in die Stadtsanierung geflossen. „Die leerstehenden Häuser tun mir in der Seele weh. Auch für die ruinöse ehemalige BHG in der Dammstraße muss endlich eine Lösung gefunden werden“, findet Meyer.

Traurig findet der Ortsvorsteher das Schicksal der geschlossenen Bäckerei Schugardt. Hinter den Kulissen führte Meyer zahlreiche Gespräche, um eine Fortführung des Geschäfts zu erreichen. Doch bisher ohne Ergebnis. „Ausflügler, Radler, Camper, Wasserwanderer und Bungalowbesitzer überfluten im Sommer Pritzerbe. Da fällt es schwer zu glauben, dass sich ein Backwarengeschäft samt Café nicht rechnen soll“, bedauert Meyer.

Antrittsbesuche angekündigt

Am Herzen liegen ihm die einheimischen Dienstleister und Handwerker, bei denen der Ortsvorsteher in den nächsten Tagen seine Antrittsbesuche machen will. „Als Kommunalpolitiker muss man Kontakt zu den Gewerbetreibenden und zu den Partnern in Feuerwehr, Kita und Schule halten“, ist Meyer überzeugt. Er wurde aus der Mitte des Ortsbeirats heraus zum Ortsvorsteher gewählt. Sein Vorgänger Thomas Schenk ist jetzt Stellvertreter. Beide waren für die Bürgerbewegung angetreten. Weitere Mitstreiter sind Carsten Muschol und Gisela Dröscher (beide CDU) sowie Susanne Engel (Bürgerbewegung).

Gemeindearbeiter Ingo Barnewitz bleibt Ortsvorsteher in Fohrde. Quelle: Frank Bürstenbinder

Perfekt sind inzwischen auch die Besetzungen der weiteren Ortsvorsteher in der Stadt Havelsee. In Briest übernimmt Veronika Studt das Ehrenamt. Ingo Barnewitz bleibt Chef in Fohrde. In Hohenferchesar wurde Annemarie Pischner wiedergewählt. Yvonne Sperling ist neue Ortsvorsteherin in Marzahne.

Von Frank Bürstenbinder

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