Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Beetzsee Hier versteckt sich das letzte Wahlplakat in Pritzerbe
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Hier versteckt sich das letzte Wahlplakat in Pritzerbe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:18 13.05.2019
Etwas versteckt an der Straßenlampe vor dem Pritzerber Fährhaus hängt das letzte Wahlplakat. Es gehört der CDU. Quelle: Frank Bürstenbinder
Pritzerbe

Nase voll vom Wahlkampf? Dann empfiehlt sich ein Besuch des über 1000-jährigen Fischerstädtchens Pritzerbe. Völlig unbehelligt von nerviger Kandidatenwerbung können die Menschen ihr Eis mit Blick auf die Havel genießen. Kein Plakat versperrt den Blick, nirgendwo lenkt ein Konterfei am Straßenrand vom Feierabend ab.

Keine Spur von Wahl

Wie kann das sein? Am 26. Mai ist Kommunal- und Europawahl. Während in den anderen Ortsteilen der Stadt Havelsee Bewerberfotos von fast jeder Straßenlampe grüßen, hat sich Pritzerbe zur wahlplakatfreien Zone erklärt. Zu spüren bekommen haben das die Freien Wähler, FDP und CDU sowie die Bürgerinitiative für ein besseres Havelsee.

Pritzerbe ist wahlplakatfreie Zone. Quelle: Frank Bürstenbinder

Insgesamt 13 Plakate musste der Stadtarbeiter auf Anordnung des Amtes Beetzsee von den Straßenlaternen entfernen. „In den Genehmigungen zur Sondernutzung gibt es eine Auflage. Danach darf keine Wahlwerbung an pulverbeschichteten Masten befestigt werden“, erklärte Ordnungsamtsleiterin Katrin Mühlenberg die im Landkreis wohl einmalige Kommunalwahl-Wüste.

Gedeckt ist das Vorgehen der Kommune durch das Brandenburgische Straßengesetz. Danach können Gemeinden nicht nur die Größe und den Standort von Wahlwerbung beschränken. Sondern Auflagen auch zum Schutz von Orten mit historisch herausragender überregionaler Bedeutung aussprechen.

Angst vor Kratzer

„Die Pritzerber Altstadt wurde als Sanierungsgebiet über 20 Jahre lang rekonstruiert. Dazu passen die pulverbeschichteten Straßenlampen besser als verzinkte Masten. Um mechanische Beschädigungen an der Oberfläche zu vermeiden, wurde schon vor vielen Jahren in der Stadtverordnetenversammlung der Konsens erzielt, auf Plakate an den neuen Masten zu verzichten“, erinnerte der parteilose Havelsee-Bürgermeister Günter Noack.

Die Marzahner Ortsdurchfahrt: In den anderen Ortsteilen von Havelsee wird fleißig für die Kandidaten geworben. Quelle: Frank Bürstenbinder

 

Weil sich Parteien und Wählergruppen nicht an die Auflage hielten, wurden ihre Plakate abgehängt und sichergestellt. „Das geht in Ordnung“, räumte Carsten Muschol von der CDU ein. Der Pritzerber will erneut in die Stadtverordnetenversammlung einziehen. Doch stößt es den Christdemokraten sauer auf, dass die Abräumaktion erst einsetzte, nach dem die Plakate der Freien Wähler schon zwei Wochen an den verbotenen Plätzen hingen. „Ausgerechnet wenn die CDU plakatiert, kommt der Kahlschlag“, wundert sich Christian Stein, Vorsitzender des CDU-Amtsverbandes.

Havelsee-Bürgermeister Günter Noack. Quelle: Frank Bürstenbinder

Jetzt sind auch jene Plakate verschwunden, die die CDU an alternativen Standorten befestigt hat. Das waren Bauzäune, zur Zeit ungenutzte Masten für Verkehrsschilder oder private Anlagen – alles weg. Selbst am Bahnhof, wo nur verzinkte Laternen stehen, gibt es keine Werbung mehr. Auch ein hölzerner Mast in Richtung Heidehof wurde über Nacht plakatfrei. CDU-Mann Muschol hat bei der Polizei Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. Nur ein wohl vergessenes Plakat am Fährhaus hat die stadtweite Demontage überlebt.

Wenn es nach Recht und Gesetz geht, hätte die CDU überhaupt keine Werbung für ihre Kandidaten machen dürfen. So ist im Ordnungsamt bis heute kein Antrag auf Sondernutzung eingegangen. Bürgermeister Noack, der selbst auf seine Wiederwahl hofft, schloss auf Nachfrage nicht aus, dass über die Wahlwerbung in Pritzerbe neu entschieden werden könnte. Denn stattt Rödeldraht werden heute Kabelbinder verwendet. „Neue Materialien haben die Beschädigungsgefahr an den Masten deutlich verringert“, so Noack. Dann müssten sich die Pritzerber im September nicht fragen: Welche Landtagswahl?

 

Von Frank Bürstenbinder

Auf der Landesstraße zwischen Marzahne und Barnewitz gab es einen schweren Unfall. Ein Mann hat sich mit seinem Auto überschlagen. Der alleinbeteiligte Fahrer hatte wohl Glück im Unglück.

12.05.2019

Katja und Christoph Behling öffneten die Tore zu ihrem Skuddenhof. Zahlreiche Besucher kamen zum Lämmer streicheln und testeten ihr Talent an Spinnrad und Webrahmen.

12.05.2019

Sie ersparten dem Amt Beetzsee jede Menge Geld. In Weseram haben sich die Feuerwehrleute ihr Gerätehaus zum großen Teil selbst gebaut. Gekostet hat der Neubau trotzdem – vor allem Schweiß.

11.05.2019