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Beetzsee In Pritzerbe sind die Lehrer knapp
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13:36 24.04.2018
Das 2012 errichtete Unterrichtsgebäude in Pritzerbe sorgt für optimale Lernbedingungen. Nur beim Personal hapert es. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Amt Beetzsee

Geld floss eine Menge in den Schulstandort Pritzerbe. Ein neues Unterrichtsgebäude ist entstanden. Das historische Haupthaus wurde mit vielen Brandschutzmaßnahmen umgekrempelt. Sportplatz und Turnhalle haben Investitionen hinter sich. Die modernisierte Schulküche hat Vorbildwirkung für die ganze Region. Ausgerechnet beim pädagogischen Personal hapert es. Doch auf die Stellenmisere hat das Amt Beetzsee als Schulträger keinen Einfluss.

Zwei Kolleginnen dauerkrank

Die Situation in der Goethe-Grundschule ist mehr als angespannt. Von 13 Lehrkräften sind derzeit zwei Kolleginnen wegen Krankheit nicht im Dienst. Unter den übrigen Mitarbeitern befinden sich vier sogenannte Seiteneinsteiger, die befristet eingestellt wurden. Zum Schuljahr 2017/18 hatte sich das Schulamt Brandenburg vergeblich darum bemüht diese vier Stellen mit Lehramtskräften zu besetzen. Weil sich keine Bewerber fanden, müssen Seiteneinsteiger bis zum Schuljahresende aushelfen.

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Für den Havelsee-Bürgermeister und Amtsausschussvorsitzenden Günther Noack gleicht der Lehrermangel in Pritzerbe einem „Skandal“. In der jüngsten Sitzung des Amtsausschusses monierte der Kommunalpolitiker: „Wir schaffen beste Bedingungen für den Unterricht. Und dann müssen Quereinsteiger ohne pädagogische Ausbildung aushelfen. Das Land hat versagt, denn die Entwicklung war über Jahre hinweg vorhersehbar.“ Ebenso kritisch sieht der Vorsitzende des Schulausschusses, Karsten Batsch, die Lage in der Grundschule. Der Lehrermangel werde auf den Rücken der Kinder ausgetragen, so Batsch.

Das historische Haupthaus der Pritzerber Schule. Es wurde mit großem Aufwand modernisiert und den neuen Brandschutzbestimmungen angepasst. Quelle: Frank Bürstenbinder

Der Amtsausschuss hat Verwaltungschef Guido Müller beauftragt Gespräche mit dem Schulamt zu suchen, um die heikle Personalsituation in Pritzerbe zu entspannen. Ob dies auf Dauer gelingt, ist fraglich. Für das Schuljahr 2018/19 hat das Schulamt immerhin fünf unbefristete Stellen ausgeschrieben. „Bisher haben wir zwei Bewerber mit Lehramt für eine Einstellung gefunden. Für die drei noch offenen Stellen sind wir noch auf der Suche. Sollte es nicht gelingen, werden wir versuchen diese Stellen erneut mit Seiteneinsteigern zu besetzen.“, teilte Schulrat Frank Quella auf Nachfrage mit. Quella leitet im Schulamt Brandenburg das Planungs- und Einstellungsteam.

Qualifizierung für Seiteneinsteiger

Quella sprach gegenüber der MAZ von einer „Herausforderung“ für den ländlichen Raum Bewerber mit anerkanntem Lehramt zu finden. Sollte im neuen Schuljahr auf die schon jetzt in Pritzerbe beschäftigten Seiteneinsteiger zurückgegriffen werden, seien diese für eine pädagogische Qualifizierung vorgesehen. Teilweise haben die Seiteneinsteiger bereits ein 40-Stunden-Programm zur Fortbildung absolviert. An der Grundschule Radewege gibt es derzeit einen Seiteneinsteiger, in Roskow gar keinen.

Das 40-Stunden-Programm für befristete Seiteneinsteiger beinhaltet eine pädagogische Grundqualifizierung sowie fachdidaktische Fortbildungen. Auch gibt es die Möglichkeit über einen berufsbegleitenden Vorbereitungsdienst ein Lehramt zu erlangen. Voraussetzung ist allerdings ein wissenschaftliches Hochschulstudium, aus dem sich zwei Fächer der Stundentafel ableiten lassen müssen.

Alle drei Standorte sicher

An Kindern fehlt es in den nächsten Jahren im Amt Beetzsee jedenfalls nicht. Der neue Schulentwicklungsplan des Landkreises prognostiziert allen drei Schulstandorten bis 2023/24 eine sichere Perspektive. Eine Konsequenz aus dieser erfreulichen Entwicklung war auch der Bau eines neuen Unterrichtsgebäudes in Radewege. Selbst die Roskower Grundschule, die den Status einer „Kleinen Grundschule“ besitzt, wird nach den Prognosen für das Schuljahr 2020/21 mindestens 19 Erstklässler einschulen – eine Rekordzahl im Vergleich zu den langen Vorjahren. Für Amtsdirektor Guido Müller steht fest: „Die Investitionen in Neubau, Modernisierung und Ausstattungen haben sich gelohnt. Kommunen und Amt haben ihre Hausaufgaben gemacht.“

Von Frank Bürstenbinder

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