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Beetzsee Kirstin Schulze ist Lehrerin und Bäuerin
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17:37 10.04.2018
Teilt sich in der Woche zwei Jobs: Kirstin Schulze ist Lehrerin und Landwirtin. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Briest

Auf den Briester Spargeläckern ist die Zeit noch nicht reif für die Ernte. Im biologisch-dynamischen Landbau verbietet sich der Einsatz von Folie, die anderenorts für eine künstliche Verfrühung der Saison sorgt. So wie es ihr Vater Paul (77) nach der Wende einführte, setzt nun seine Tochter Kirstin Schulze (48) auf Bio-Spargel, dessen altdeutsche Sorten nach den strengen Kriterien des Demeter-Verbandes angebaut werden. Vor Ende April ist daher kaum mit Freilandspargel von der Havel zu rechnen.

In dem 1991/92 gegründeten Familienbetrieb hat sich ein Generationswechsel vollzogen. Im Rahmen einer vorgezogenen Erbfolge haben Paul und Helga Schulze den Hof ihrer Tochter übergeben. Geplant war das eigentlich nicht. Denn Kirstin Schulze ist Lehrerin und unterrichtet an einer Berliner Sekundarschule Fächer wie Deutsch und Geschichte. Dabei soll es auch in Zukunft bleiben. Ihre Teilzeitstelle macht es möglich, dass sie sich an drei Tagen in der Woche um die Landwirtschaft kümmern kann.

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Lehrerin fährt Traktor

„Ich hatte für mich ein anderes Leben geplant“, räumt die Jungbäuerin im Nebenerwerb ein. Doch weil sich die Suche nach einem Nachfolger mit der Liebe zum ökologischen Landbau wie ihn Paul Schulze über 25 Jahre betrieb, als schwierig herausstellte, fiel im Familienrat eine für Kirstin Schulze schwerwiegende Entscheidung. Wieder einmal muss sie dazu lernen. So wie sie ihren Erstberuf als Krankenschwester meisterte und erst danach auf Lehramt studierte. Jetzt fährt sie Traktor, füttert Rinder und bewältigt jede Menge Papierkram. „Wir haben nur einen Planeten. Deshalb halte ich an der Idee der Bio-Demeterlandwirtschaft fest“, sagt die neue Chefin des Demeterhofs Havelsee „Bosparagus“. Ein erklärungsbedürftiger Name, der sich aus den beiden Standbeinen, den Auerochsen (lat. Bos primigenius) in seiner Nachzüchtung als Heckrind und dem Spargel (lat. Asparagus) zusammensetzt.

Paul Schulze mit von ihm gezüchtete Heckrinder. Quelle: Frank Bürstenbinder

Bester Lehrer von Kirstin Schulze ist natürlich der eigene Vater. Er weiht seine Tochter in die Düngung mit selbst zusammengestellten Bio-Stoffen ein, und erklärt, warum bei ihm Wildkräuter wachsen dürfen. So ganz aufs Altenteil setzt sich Paul Schulze bislang nicht. Er hilft immer noch aus. Auch das jetzt anstehende Anhäufen der Spargeldämme übernimmt der aus Jüterbog stammende Landwirt für seine Tochter.

Spargel und Rindfleisch ab Hof

Die Direktvermarktung ab Hof bleibt unter Kirstin Schulze Betriebsphilosophie. Zu den Wochenenden hin sollten Briester Spargelfans die Ware lieber bestellen. Denn auf dem Demeterhof wird die Hälfte weniger Ertrag geerntet wie bei konventioneller Anbauweise. Die Stammkundschaft kommt von Genthin bis Berlin. Sternerestaurants in der Hauptstadt wie das „einsunternull“ in Mitte oder das schwer angesagte „Ernst“ in der Gerichtstraße haben längst Briester Spargel für ihre mit Regionalität komponierten Menüs entdeckt.

Keine Angst vor großen Tieren hat Kirstin Schulze auf der Koppeln, wo sich 60 Heckrinder tummeln, eine Nachzüchtung der Anfang des 17. Jahrhunderts ausgestorbenen Auerochsen. Auch an der Mutterkuhhaltung will die Hofnachfolgerin nicht rütteln. Ein- bis zweimal im Jahr lassen die Schulzes schlachten, doch das Portionieren und Einschweißen für die Kundschaft übernimmt die Familie ungeachtet des Generationswechsels selbst.

Von Frank Bürstenbinder

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