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Beetzsee Mit Dreikönigsbrot geht der Beetzsee-Pfarrer in sein zweites Jahr
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11:26 07.01.2020
Bei einem fröhlichen Gottesdienst im Brielower Pfarrhaus wurde das Dreikönigsbrot durch die Reihen gereicht. Gebacken hatte es Elisabeth Elsner nach alemannischem Brauch. Im süßen Hefeteig waren drei kleine Glücksbringer versteckt. Quelle: Frank Bürstenbinder
Brielow

Wenn Kirchenältester Dietrich Schwalbe noch einmal am 6. Januar die Kerzen eines Weihnachtsbaums entzündet, feiern Christen im Brielower Pfarrhaus den Abschluss des Übergangs vom alten zum neuen Jahr – auch Dreikönigstag oder Epiphanias genannt. Im Saal reichten am Montag die Stühle kaum, um die Vertreter aus allen fünf Kirchengemeinden rund um den Beetzsee aufzunehmen.

Gute Tradition

Es gehört zu einer guten Tradition im Pfarrsprengel Päwesin, dass sich Männer und Frauen in haupt- und ehrenamtlichen Kirchenfunktionen zu einem Neujahrsempfang treffen. „Mein erstes Jahr ist um. Es ist viel passiert. Sie haben mir so manchen Anfängerfehler verziehen. Nur gemeinsam können wir das kirchliche Leben in unseren Gemeinden gestalten“, sagte Pfarrer Stefan Hartmann in seinen Dankesworten an die Gottesdienstgemeinde.

Pfarrer Stefan Hartmann und Gemeindepädagoge Konstantin Geiersberg (l.), der ebenfalls seit einem Jahr im Pfarrsprengel Päwesin tätig ist . Quelle: Frank Bürstenbinder

Der 33-jährige Theologe hatte im Januar 2019 die Nachfolge von Johanna-Martina Rief angetreten. Damit ist die Hälfte seiner Entsendungszeit in dem derzeit ruhenden Besetzungsverfahren abgelaufen. Aus den zwei Jahren Entsendungsdienst kann eine dauerhafte Besetzung werden, wenn Kirchengemeinde und Pfarrer auch künftig einen gemeinsamen Weg gehen wollen. Bisher sieht es ganz danach aus. „Ich wurde gut aufgenommen und fühle mich wohl“, sagte Hartmann der MAZ.

Brot zum Dreikönigstag

Singen, beten, segnen: bei einem fröhlichen Gottesdienst nahm der Pfarrer die Gäste mit auf eine Reise zu den Weisen aus dem Morgenland, die nach kirchlicher Überlieferung als erste Verehrer des Jesuskindes gelten. Zu den zahlreichen Traditionen um die Heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar gehört neben dem Brauch des Sternsingens, das in der Beetzsee-Region nicht verbreitet ist, das Dreikönigsbrot.

Durch die Reihen gereicht

Seit vielen Jahren schon wird das goldgelbe und zu Kugeln geformte Brot von Elisabeth Elsner gebacken, die auch dem Brielower Kirchenförderverein vorsteht. „Ich habe diese Tradition zunächst aus der Schweiz mit in meine süddeutsche Heimat und schließlich nach Brielow gebracht“, berichtete Elsner, die von 1996 bis 2019 in der Kommunalpolitik engagiert war. Ihr Brot aus süßem Hefeteig, in dem drei kleine Glücksbringer eingebacken waren, wurde durch die dichten Reihen gereicht. Jeder durfte sich ein Stück abbrechen.

Pfarrer Stefan Hartmann begrüßt Vertreter der Buddhistischen Klosterschule in Päwesin zum Neujahrsempfang im Brielower Pfarrhaus. Quelle: Frank Bürstenbinder

Unter den Gäste des Neujahrsempfangs waren Vertreter der Buddhistischen Klosterschule in Päwesin. Anlass für Pfarrer Hartmann daran zu erinnern, dass die Evangelischen Kirchengemeinden mit ihren rund 750 Gläubigen nicht die einzigen „sozialen Player“ rund um den Beetzsee sind. Neben den Buddhisten unterhält der Pfarrsprengel gute Kontakte zu der katholischen Frauen-Fazenda in Riewend. Ausdrücklich wurde der große Beitrag der Fördervereine gewürdigt, die zahlreiche Dorfkirchen von Brielow bis Weseram vor dem Verfall gerettet haben und inzwischen für kulturelles Leben in den Gotteshäusern sorgen.

Taufbecken restauriert

Rückschläge sind dabei nicht ausgeschlossen, wie im vergangenen Jahr die Auflösung des Gortzer Kultur- und Kirchenvereins zeigte. Anett Wolf, Kirchenälteste aus Gortz, sagte der MAZ: „Es wird einen Neubeginn mit Veranstaltungen für die Menschen vor Ort geben. Über Details wird noch zu sprechen sein.“ Ungewiss ist die Zukunft des Brielower Kirchenfördervereins. „Wir haben es geschafft, die Kirche zu retten. Doch die Vereinsarbeit lastet auf zu wenigen Schultern“, sagte Vereinsvorsitzende Elsner, die eine Auflösung nicht ausschließt. Erst kürzlich war noch für die Restaurierung des Brielower Taufbeckens gesorgt worden.

Von Frank Bürstenbinder

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