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Beetzsee Nach dem Doppelhausbrand in Briest wird immer noch gestritten
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Nach dem Doppelhausbrand in Briest wird immer noch gestritten
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13:03 14.10.2019
Heidi Walter vor ihrem beim Brand auf dem Nachbargrundstück in Mitleidenschaft gezogenen Gartenschuppen. Das Inventar wurde der Rentnerin ersetzt, doch die Entsorgung der Brandabfälle will niemand übernehmen. Quelle: Frank Bürstenbinder
Briest

Heidi Walter (77) steht vor ihrem ausgeglühten Blechschuppen und zeigt auf das zu undefinierbaren Klumpen geschmolzene Inventar. Ob Gartengeräte aus Metall, Gefäße aus Kunststoff und diverse Werkzeuge – alles unbrauchbar. Auch zwei Rasenmäher haben das Unglück nicht überlebt. „Zwar hat mir meine Hausratversicherung den materiellen Schaden ersetzt, doch mit der Entsorgung der Brandabfälle werde ich allein gelassen“, beklagte sich die Rentnerin gegenüber der MAZ.

Doppelhaus in Flammen

Es passierte am 21. April 2019. Es war Ostersonntag, als auf dem Nachbargrundstück von Heidi Walter ein Feuer ausbricht. Die Flammen ergreifen ein Doppelhaus in der Briester Mühlenberg-Siedlung. Die Bewohner kommen bei dem Drama mit dem Schrecken davon, verlieren aber all hier Hab und Gut. Die linke Haushälfte ist inzwischen abgerissen und soll neu aufgebaut werden, auf der rechten Seite wollen die Eigentümer aus dem Bestand heraus sanieren.

So sieht es heute an der Brandstelle aus. Eine Doppelhaushälfte ist abgerissen und soll neu aufgebaut werden. Die rechte Haushälte soll aus dem Bestand heraus saniert werden. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Hitzeentwicklung war damals so gewaltig, dass auch die nur wenige Meter entfernte Doppelhaushälfte, in der Heidi Walter seit 2006 zur Miete wohnt, in Mitleidenschaft gezogen wurde. Der Besitzer musste die Giebelseite zum Brandort über seine Gebäudeversicherung sanieren lassen. Reguliert ist inzwischen auch der Schaden, der bei dem Feuer an einem Wohnwagen entstand, den der Enkel der Mieterin auf dem Stellplatz ihrer Haushälfte geparkt hatte.

Ausgiebiger Schriftverkehr

„Angesichts des enormen Sachschadens ist die Sache mit dem Blechschuppen pillepalle“, weiß Heidi Walter. Andererseits sieht die Rentnerin nicht ein, dass sie als Unbeteiligte allein für die Entsorgung der Brandabfälle in ihrem unbrauchbar gewordenen Unterstand aufkommen soll. Der von ihr angestoßene Schriftverkehr nimmt inzwischen mehrere Seiten ein.

So stellte sich die Situation zwischen dem in Brand geratenen Doppelhaus und dem rechts benachbarten Grundstück, auf dem ein Wohnwagen des Enkels von Heidi Walter stand, dar. Quelle: Frank Bürstenbinder

Als erster Ansprechpartner musste der kreisliche Abfallwirtschaftsbetrieb APM Potsdam-Mittelmark abwinken. „Unser Unternehmen besitzt keinen Sammelnachweis für Brandabfälle, die in der Regel als gefährlich gelten“, sagte die Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Mona Belz, der MAZ auf Nachfrage. Als Abfallberaterin verweist sie Betroffene auf das Merkblatt zur Entsorgung von Brandabfällen der Sonderabfallgesellschaft Brandenburg-Berlin, das einen detaillierten Überblick über die Vorgehensweise in solchen Fällen gibt.

Gartenschuppen nicht versichert

Es gibt Spezialentsorger, wie die Meab in Potsdam oder die Firma Nehlsen in Mittenwalde. Doch Laien sind mit der Materie oft überfordert und haben Angst vor hohen Kosten, weil in der Regel Beprobungen und Laboruntersuchungen fällig sind. So geht es auch Heidi Walter. Sie bat deshalb ihren in Bochum lebenden Vermieter um Hilfe. Dieser ließ nur über seine Hausverwaltung etwas von sich hören. Weil der Gartenschuppen nicht Bestandteil der Gebäudeversicherung sei, könnten weder die Kosten für Ersatz als auch für die Entsorgung der Brandabfälle übernommen werden, heißt es in einem Brief an die Mieterin.

Am 21. April kam es zum Brand eines Doppelhauses in der Briester Mühlenberg-Siedlung. Quelle: Frank Bürstenbinder

Auch die Versicherung des benachbarten Hauseigentümers, wo das Feuer seinen Anfang nahm, musste passen. Zuständig für den Geräteschuppen sei die Gebäudeversicherung des Hauseigentümers. Außerdem seien die Ermittlungen zur Ursache des Brandes noch nicht abgeschlossen, heißt es in einem Brief. Die Rentnerin muss nun befürchten, wegen der Unterversicherung des Vermieters auf den Brandabfällen sitzenzubleiben: „Ich finde das ungerecht. Denn ist der Gartenschuppen Bestandteil des Mietvertrages.“

Von Frank Bürstenbinder

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