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Beetzsee Naturschützer halten Hausboote vom Pritzerber See fern
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12:01 25.05.2019
Immer schön auf der Havel bleiben. Hausbootkapitänen ist ein Abstecher zum Pritzerber See nicht mehr erlaubt. Quelle: Frank Bürstenbinder
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Pritzerbe

Schock für Heiko Schulz vom Marina-Standort Havel Oase: Wer bei ihm ein Hausboot chartert, darf ab sofort nicht mehr den Pritzerber See befahren. Das Tabu gilt auch für alle anderen Vermieter von Wasserfahrzeugen, die mit Verbrennungsmotor angetrieben werden.

Mit der Havel verbunden

Der Pritzerber See ist nach dem benachbarten Fischerstädtchen benannt, das seit über 1000 Jahren existiert. Das Gewässer ging nach der Wende an den Bund, der diesen und andere Seen an das Land Brandenburg verkaufte.

Das Land entschied sich für eine Übertragung an die Stiftung Naturschutzfond Brandenburg, der für den rund 200 Hektar großen See einen Managementplan zum Schutz der Tier- und Pflanzenwelt erstellt hat.

Der Pritzerber See hat eine direkte Verbindung zur Havel. An seinem östlichen Ufer liegt der Campingplatz Hohenferchesar. Das flache Gewässer ist von herausragender Bedeutung für Wasser- und Watvögel, Biber, Fischotter, Amphibien und Reptilien.

Hinter dem Verbot steckt die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg, die den See vor einigen Jahren vom Land Brandenburg übertragen bekam. In einem Brief an den Bootsverleiher beruft sich die Stiftung darauf, dass der See seit langem den Status „kein schiffbares Gewässer“ besitzt. Deshalb sei das Befahren mit Motorbooten nicht zulässig, heißt es in dem Schreiben an die Marina Havel Oase.

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Verbotsschild kommt

„Wir setzen lediglich geltendes Recht um. Und zwar im Interesse des Naturschutzes“, sagte die für das Flächenmanagement zuständige Bearbeiterin Roswitha Deichsel der MAZ. In wenigen Tagen soll ein Schild mit der Naturschutzeule sowie das Befahrungsverbotsschild für Motorboote an der Einfahrt zum See errichtet werden. Diese befindet sich in Höhe von Havel-Kilometer 78,65. Bisher fehlte eine Ausschilderung.

So sieht das neue Brutfloß für Flussseeschwalben auf dem Pritzerber See aus. Quelle: privat

Aktueller Anlass für die verschärfte Durchsetzung des Befahrungsverbots ist die im April erfolgte Ausbringung eines Brutfloßes für Flussseeschwalben. „Wir möchten, dass die Brutinsel erfolgreich von den Wasservögeln genutzt werden kann. Das ist ein kleiner aber wichtiger Baustein zum Erhalt der Artenvielfalt“, sagte Stifungsmitarbeiterin Deichsel der MAZ. Die Naturschützer sehen insbesondere in der weiter steigenden Zahl von Bungalowbooten den größten Störfaktor für die Tierwelt auf dem von mehreren Schutzgebieten überzogenen Gewässer.

Bootsverleiher Heiko Schulz hält das Befahrungsverbot dagegen für überzogen. Die meisten Mieter würden die Untere-Havel-Wasserstraße für ihre Ausflüge nutzen. Dennoch verliere die Wassersportregion an Attraktivität, bedauert der Pritzerber. Er soll seine Kunden künftig belehren, dass sie nicht den Pritzerber See befahren dürfen.

Kommune wollte den See

Ebenfalls nicht glücklich mit den Sanktionen ist Havelsee-Bürgermeister Günter Noack: „Ich kann nur hoffen, dass nicht weitere Verbote für Freizeitaktivitäten folgen.“ Die Stadt hatte sich ebenfalls um die Übertragung des Sees in ihr Eigentum beworben. Doch das Land entschied sich nach dem Kauf eines Seenpakets vom Bund anders. Sorgen macht sich Havelsee im Zusammenhang mit dem Naturschutz um den kommunalen Campingplatz Hohenferchesar am östlichen Ende des Sees. Außerdem wären von einem Befahrungsverbot auch zahlreiche private Bootsbesitzer betroffen, die ihre Liegeplätze in Hohenferchesar und Fohrde haben.

Der Pritzerber See gehört zum Naturschutzgebiet Untere Havel Süd. In Höhe des Rohrweberei-Museums führt ein Schilferlebnissteg in Richtung Wasser. Quelle: Frank Bürstenbinder

Allerdings versicherte die Stiftung gegenüber der MAZ, dass von dem Verbot nur gewerbsmäßige Charterboote betroffen sein sollen. Anlieger können den Pritzerber See weiter befahren – wenn sie im Besitz einer Ausnahmegenehmigung sind. Diese müssen die Freizeitkapitäne bei der Unteren Wasserbehörde der Kreisverwaltung beantragen. Was das kostet und wie lange die Ausnahmen gültig sind, ist noch unklar.

Angeln bleibt erlaubt

Was plant der Naturschutzfonds sonst noch mit dem Pritzerber See? Zu den Standort- und Entwicklungszielen gehören unter anderem eine „naturschutzgerechte Fischereiwirtschaft“, keine weiteren Badestellen und ein „kontrollierter Angelsport“. Verbieten können die Naturschützer das Fischen und Angeln allerdings nicht. „Die Fischereirechte liegen nicht beim Eigentümer“, stellte Ronald Menzel von der Fischereischutzgenossenschaft Havel in Brandenburg klar.

Von Frank Bürstenbinder

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