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Beetzsee Seniorenwohnhaus ist ausgebucht
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Seniorenwohnhaus ist ausgebucht
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09:47 17.08.2018
Jutta und Wolfgang Schäfer aus Brandenburg leben seit Weihnachten im Pritzerber Seniorenwohnhaus. Quelle: Frank Bürstenbinder
Pritzerbe

 „Guten Tag, wir kommen vom Landtag. Wie geht es ihnen?“ Wolfgang Schäfer (83) blickt von seiner Zeitungslektüre auf. Mit einem wohlwollenden Kopfnicken quittiert der Rentner den Besuch von Andreas Bernig in der Pritzerber Seniorenwohnanlage. Der Linken-Politiker will sich mit anderen Fraktionsmitgliedern über den Neubau am Markt informieren. Im Dezember von einem privaten Investor eröffnet, bietet das Haus in der Altstadt insgesamt zwölf Wohnbereiche für betagte Menschen. Die Nachfrage ist groß, es gibt eine Warteliste.

Leben in der Gemeinschaft

Wer in das neu erbaute Seniorenwohnhaus in Pritzerbe einzieht, lebt mit drei weiteren Mietparteien auf einer Etage. Diese teilen sich eine Gemeinschaftsküche mit Essplatz, die auch als gemeinsamer Aufenthaltsraum dient.

Den Bewohnern steht die Unterstützung eines Pflegedienstes zur Verfügung, deren Leistungen je nach Bedarf hinzugebucht werden können. Jede Wohnung kann barrierefrei mit dem Aufzug erreicht werden.

Die im Besitz der Stadt Havelsee befindliche Rohrweberei war ursprünglich der Sitz des Schützenvereins. Nach 1945 begann die Einrichtung einer Rohrweberei, die vor wenigen Jahren zu zeitgemäßen Ausstellungsräumen umgebaut wurde. Im Außengelände befindet sich der Schilferlebnissteg am Pritzerber See.

Wolfgang Schäfer zog mit Ehefrau Jutta (82) vergangenes Weihnachten von Brandenburg nach Pritzerbe in ein Zwei-Personen-Appartment. Zwar wäre das Ehepaar gern in der Havelstadt geblieben, doch war kein freies Quartier in einer betreuten Anlage zu finden. „Wir haben hier alles, was wir brauchen. Das Essen wird zur Miete dazu gebucht. Auch Einkäufe werden uns abgenommen“, berichtet Wolfgang Schäfer. Für einen kleinen Spaziergang reicht die Kraft noch, doch einen eigenen Haushalt wollen sich die Schäfers nicht mehr zumuten.

Andreas Bernig (l.) und Bettina Fortunator lassen sich von Bürgermeister Günter Noack und Heike Wagner die Arbeit am Rohrwebstuhl erklären. Quelle: Frank Bürstenbinder

Dass besondere an dem Wohnhaus sind die Gemeinschaftsküchen auf jeder der drei Etagen. Wer sich noch fit fühlt, kann sich dort sein Schnitzel selbst braten. „Andere Bewohner machen sich Salat, backen Kuchen oder kommen einfach nur auf einen Kaffee zusammen“, berichtet Schwester Annett Jaenecke von der Hauskrankenpflege Nora, die sich um die Bewohner kümmert. Nora ist schon seit einigen Jahren auf dem Nachbargelände mit einem Stützpunkt präsent. Eine ehemalige Kita wurde zum Seniorenwohnsitz umfunktioniert. Wer sein Haus auf dem Lande nicht mehr halten kann, ist froh wenigstens in der gewohnten Umgebung seinen Lebensabend verbringen zu können.

Kritik am Landesentwicklungsplan

„Ursprünglich wollte die Kommune den Neubau selbst entwickeln, doch wir haben einen engagierten Investor gefunden, bei dem das Projekt in den richtigen Händen liegt“, berichtete Havelsee-Bürgermeister Günter Noack den Landtagsabgeordneten. Überrascht zeigten sich Andreas Bernig, Bettina Fortunato, Diana Bader und Andreas Johlige von der kurzen Bauzeit. Knapp zehn Monate brauchten Elektroingenieur Lars Sperling aus Marzahne und sein Geschäftspartner Rosario Mandanici von der Grundsteinlegung bis zum Einzug der ersten Mieter.

Pritzerbe hätte außerdem Bedarf für sozialen Wohnungsbau, um jungen Leuten eine Alternative zum eigenen Haus anzubieten. „Doch leider schränkt uns der neue Landesentwicklungsplan sehr ein“, bedauerte Bürgermeister Noack. Selbst die zugestandene Verdopplung der Wohnbaufläche sei für die nächsten Jahre zu wenig, kritisiert das Stadtoberhaupt. Dagegen sieht Landtagsabgeordneter Bernig mit der Einführung sogenannter „Grundfunktionaler Zentren“ mehr Spielraum für die ländliche Entwicklung.

Landtagsabgeordnete Bettina Fortunato (r.) mit Schwester Annett Jaenecke und Nina Waskowski auf der Galerie der betreuten Wohnanlage. Quelle: Frank Bürstenbinder

Entwickeln soll sich die Stadt Havelsee in jedem Fall weiter. Mit dem Abschluss der Stadtsanierung in Pritzerbe schwebt Bürgermeister Noack ein neues großes Projekt vor. Dabei geht es um den Bau einer Sporthalle auf dem Fohrder Sportgelände. „Für die genaue Standortfindung und erste Projektideen sind im aktuellen Haushalt 30 000 Euro eingestellt“, kündigte Noack bei einem Abstecher der Linken-Politiker in der Rohrweberei an. Noch Zukunftsmusik sei die Gründung eines Dachvereins für Sport und Freizeit, der auch zum Träger des Weberei-Museums werden könnte.

Am Wochenende geschlossen

Derzeit reicht die personelle Besetzung der Rohrweberei unter Leitung von Wolfgang Wagner nicht aus, um an den Wochenenden einen individuellen Besucherverkehr im Museum zu ermöglichen. Einen Seitenhieb auf seine Gäste konnte sich Bürgermeister Noack nicht verkneifen. „Wir in Havelsee sind sehr froh, dass die Kreisgebietsreform abgewendet werden konnte –leider nicht mit Hilfe der Linken.“

Von Frank Bürstenbinder

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